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Alle Beteiligten sollen noch vor Ostern an einen Tisch gebracht werden

Hiddenhauser CDU fordert einen „Schulgipfgel“

Hiddenausen (WB)

Eines der bedeutendsten Themen in der Corona-Krise sind sicherlich die Schulen. Das hat die CDU in Hiddenhausen jetzt zum Anlass genommen, einen Beschlussantrag beim Bürgermeister einzureichen.

Karin Koteras-Pietsch

Homeschooling bedeutet für Schüler ebenso wie für Eltern oft eine echte Herausforderung. Manchmal verfügen Schüler nicht über die entsprechenden Voraussetzungen und nicht immer können Eltern das Homeschooling optimal betreuen. Foto: Daniela Dembert

Die CDU möchte, dass die Gemeinde Hiddenhausen zeitnah einen „Schulgipfel“ für und mit den Hiddenhauser Schulen durchführt, um Bedarfe und Wünsche von Schülerinnen und Schülern, Eltern und Lehrpersonal zu ermitteln sowie Unterstützungsmöglichkeiten zu entwickeln.

„Es ging uns erst einmal darum, das Thema nach vorne zu bringen“, sagt Jörg Düning-Gast, Gemeindeverbandsvorsitzender der CDU Hiddenhausen. Schule sei gerade das große Thema für die Hiddenhauser Familien. „Wenn Schule gut geregelt ist, kann vieles besser vonstatten gehen“, meint der CDU-Chef.

In der Begründung zu dem Antrag heißt es unter anderem: „Die Corona Pandemie fordert uns als Gesellschaft und jede einzelne Familie in außerordentlicher Weise. ‚Homeschooling‘ stellt Familien vor enorme Herausforderungen. Notwendiges technisches Equipment ist oft nicht vorhanden und kann oftmals nicht in der erforderlichen Geschwindigkeit von öffentlichen Stellen zur Verfügung gestellt werden. Nicht alle Familien haben beispielsweise eine Möglichkeit, Arbeitsblätter auszudrucken. Nicht alle Kinder haben die Möglichkeit an einem Arbeitsplatz ungestört und konzentriert lernen zu können.“

Eine Fülle von Problemen also, die angegangen werden müssen. Die CDU möchte einen möglichst großen Kreis an Menschen zusammenbringen, die mit dem Thema Schule zu tun haben. Und das vorzugsweise online, aber nicht nur. Es müsse auch die Möglichkeit geben, in anderer geeigneter Weise Ideen und Bedarfe einzubringen. „Was nützt es, wenn wir Menschen, die mit Technik nicht gut zurechtkommen oder sprachliche Probleme haben, Zoom-Meetings anbieten“ sagt Düning-Gast. Hier müsse ein anderer Weg der Kommunikation angeboten werden – Telefon, Briefe oder Mails. Der Gemeindeverbandsvorsitzende denkt auch an ein Treffen Beteiligter – zum Beispiel im Bürgerhaus, wo man mit genügend Abstand sitzen könne.

„Lehrkräfte müssen mit der Doppelbelastung aus neuartiger Unterrichtsvorbereitung, neuartiger technischer Infrastruktur und der ständig möglichen Option des Wechsels von Präsenz- zu Distanzunterricht umgehen“ schreibt die CDU in ihrem Antrag weiter. Es gebe viele Probleme, die sich mit Corona verbinden, die derzeit nicht abschließend gelöst werden könnten. Es lohne sich aber, miteinander ins Gespräch zu kommen und zu klären, welche Unterstützung schnell und unbürokratisch geleistet werden könne.

Die Christdemokraten verweisen zum Beispiel auf die Stadt Bielefeld, die einen Druckservice für Arbeitsblätter ins Leben gerufen habe und so Schulen und Elternhäuser entlaste. „Vielleicht kann es auch ein Beitrag sein, Eltern in der Nutzung der eingesetzten Hard- und Software zu schulen, damit sie ihren Kindern besser helfen können“, schlägt die Union vor.

Auch die Lehrkräfte hätten möglicherweise Bedarfe, zu deren Erfüllung die Gemeinde Hiddenhausen mit ihren Möglichkeiten beitragen könne. Schließlich könnten möglicherweise ehrenamtliche Unterstützungsangebote corona-konform in den Schul- und Familienalltag einbezogen werden und eine Entlastung bringen.

Alle Ansätze seien nur beispielhaft zu verstehen und sollen illustrieren, warum ein Hiddenhauser Schulgipfel jetzt sinnvoll ist. „Einbezogen werden sollten auch weitere Partner, wie beispielsweise das Jugendamt des Kreises, Schulpflegschaften oder Schülervertreter“, meint Düning-Gast. „Wir sollten alle zu Wort kommen lassen. Wege entstehen beim Gehen und es muss einen geben, der die Aufgaben verteilt.“

Der Unionspolitiker betont ausdrücklich, dass es auch nicht darum gehe, wer die Idee habe, sondern dass geholfen werde. Es gelte, diesen Schulgipfel zeitnah zu organisieren, möglichst noch vor den Osterferien und nicht abzuwarten, bis alle Vorbereitungen perfekt abgeschlossen werden konnten. „Am Ende geht es um die Zukunft unserer Kinder, hierfür sollten wir uns mit aller Kraft engagieren“, heißt es abschließend in dem Beschlussantrag.

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