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Kreis hält an Einrichtungen fest und stellt zwei neue Schulleiter vor

»Inklusion nicht ohne Förderschulen«

Hiddenhausen (WB). Mit der Inklusion sollten Förderschulen eigentlich überflüssig werden. Dieser Plan ist längst hinfällig. »Förderschulen sind ein Teil der Inklusion«, bringt es Dezernent Norbert Burmann auf den Punkt. Der Kreis Herford werde langfristig an den bestehenden Einrichtungen festhalten.

Bernd Bexte

Matthias Heide (l.) wird Leiter der Arche in Kirchlengern, Wolf-Hendrik Lemke Rektor der Wittekindschule in Eilshausen. Landrat Jürgen Müller, Dezernent Norbert Burmann, Schulamtsleiterin Martina Soddemann und Maximilian Kuntze (Schulaufsicht) stellen sie vor. Foto: Bexte

Zwei von ihnen bekommen zum Schuljahresbeginn in der nächsten Woche auch neue Leiter. Die Vorstellung der Pädagogen hat Landrat Jürgen Müller am Mittwoch mit einer klaren Bestandsgarantie für die Förderschulen in Regie des Kreises Herford verbunden. »Wir brauchen weiterhin beide Bereiche, die Regelschulen und die Förderschulen. Sie ergänzen sich und stehen nicht in Konkurrenz zueinander«, sagte der Kreishauschef.

Schließlich stiegen die Schülerzahlen in einigen Förderbereichen. Eltern eines Kindes mit sonderpädagogischem Bedarf haben ein Wahlrecht zwischen Förderschule und gemeinsamem Unterricht in der Regelschule (Inklusion).

Digitalisierung rückt ins Zentrum

Neuer Leiter der Wittekindschule in Eilshausen, einer Förderschule für Grundschulkinder mit dem Schwerpunkt Sprache, wird Wolf-Hendrik Lemke. Der 45-Jährige ist seit 2014 stellvertretender Leiter und löst Regina Führer ab, die 1982 Gründungsmitglied und von 2000 bis diesen Sommer die Wittekindschule leitete.

»Ein Hauptthema wird für mich die Digitalisierung sein, der WLAN-Ausbau und die Nutzung digitaler Medien«, kündigt Lemke an, der 2016/17 auch als Sonderpädagoge an der Olof-Palme-Gesamtschule tätig war. Er ist verheiratet, Vater zweier Söhne und begeisterter Seilkletterer und Moutainbiker.

Es gibt nicht genug Sonderpädagogen

Aufgerückt ist auch Matthias Heide. Der 62-Jährige ist bereits seit zehn Jahren Konrektor der Arche in Kirchlengern, einer Förderschule für Grundschulkinder mit dem Förderschwerpunkt emotionale und soziale Entwicklung. Jetzt wird er deren Leiter. Er folgt auf Johann Brund-Potthoff, der das Amt seit 2007 kommissarisch, seit 2009 offiziell innehatte.

Heide erklärt, wie das Zusammenspiel mit den Regelschulen funktioniert. »Wir beraten allgemeinbildende Schulen und planen gemeinsam Schulkarrieren.« Heide ist verheiratet und Vater von drei Töchtern. In seiner Freizeit läuft er gerne und spielt Fußball.

»Wir sind froh über eine nahtlose Neubesetzung«, zeigte sich Maximilian Kuntze von der Schulaufsicht des Kreises zufrieden. Die jetzt vakant gewordenen Konrektorenstellen sollen zeitnah ausgeschrieben werden. Er betont: »Die Entscheidung zwischen Inklusion an der Regelschule oder Förderschule treffen wir immer gemeinsam mit den Eltern.« Allerdings gibt es dabei ein Problem: »Es fehlen schlichtweg Sonderpädagogen.«

Seitdem es Studiengänge an den Unis in Bielefeld und Paderborn gebe, habe sich die Situation in OWL zwar etwas entspannt. Um die Mangel zu beheben, würden aber auch immer häufiger Seiteneinsteiger nachqualifiziert.

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