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Hochhaus-Brand in Hiddenhausen: Marcel Pietzrick steht vor dem Nichts – große Spendenbereitschaft

Nach Feuer: Viele wollen helfen

Hiddenhausen (WB)

Er hat beim Hochhaus-Feuer in Hiddenhausen fast alles verloren – und erfährt nun eine beispiellose Solidarität. Viele Menschen wollen Marcel Pietzrick helfen.

Moritz Winde

„Für uns stand sofort fest: Wir müssen etwas tun“: Renate und Rudolf Grabs aus Bad Salzuflen verschenken unter anderem eine Einbauküche samt Mikrowelle und Gefrierkombination. Foto: Moritz Winde

Zu den ersten, die sich in der Redaktion gemeldet hatten – diese Zeitung leitet die Spendenangebote an den 29-Jährigen weiter –, gehörten die Grabs aus Bad Salzuflen. Das Ehepaar will dem jungen Mann den Start in ein neues Leben erleichtern. „Die Geschichte hat uns tief berührt. Für uns stand sofort fest: Wir müssen etwas tun“, sagt Renate Grabs.

Wie es der Zufall will, räumen sie gerade ein ganzes Haus in Löhne-Ort aus. Im September sei ihre 90-jährige Mutter gestorben, die gesamte Einrichtung von Gisela Oehler könne Marcel Pietzrick gerne haben. Natürlich seien die Möbel nicht unbedingt der neueste Schrei, aber dafür von hoher Qualität – alles Vollholz – und noch gut zu gebrauchen.

„Da ist eine Einbauküche mit Ceranfeld samt Mikrowelle und Gefrierkombination“, sagt Rudolf Grabs (74). Marcel könne vorbeikommen und sich nach Herzenslust bedienen. Und Renate Grabs meint: „Meine Mama würde sich sicher freuen, wenn ihre Dinge einem guten Zweck dienen würden. Sie hatte eine sehr soziale Ader, war lange Presbyterium der Gemeinde.“

Auch Denise Surges und Sven Horner aus Herford wollen helfen. Foto:

Sven Horner aus Herford weiß, wie es sich anfühlt, nicht auf der Sonnenseite des Lebens zu stehen. Obwohl er arbeitslos sei, möchte der 44-Jährige unbedingt seine Anteilnahme zeigen. „Ich habe zwar nicht viel, aber ich möchte etwas abgeben“, sagt er. Auch ihm hätten in besonders schweren Zeiten, liebe Menschen geholfen. „Ich werde mit Marcel sprechen und schauen, was ich für ihn tun kann.“

Ob Teller, Bettwäsche oder einen Stall für seine Kaninchen „Lilly“ und „Bert“: Auch Denise Surges möchte sich an der Spendenaktion nach dem Hochhaus-Brand beteiligen. „Ich habe keine Unmengen, aber für die erste Zeit wird es reichen. Marcels Schicksal ist tragisch, er ist unverschuldet in Not geraten“, findet die 29-Jährige.

Dies sind nur drei Beispiele von einer langen Liste. Marcel Pietzrick sagt, er sei vollkommen „baff“ über so viele Hilfsangebote. „Das ist wirklich eine tolle Aktion. Ich bin den Menschen unheimlich dankbar. Es zeigt, dass man in der Not nicht alleine dasteht.“ Das Feuer – es entstand durch einen technischen Defekt – hatte seine Wohnung im Mehrfamilienhaus zerstört. Da er keine Hausratversicherung hat, bleibt er auf dem Schaden sitzen. Die meisten persönlichen Dinge sind nicht mehr zu gebrauchen.

Marcel Pietzrick will sich in den nächsten Tagen mit allen Spendern in Verbindung setzen. Noch aber gibt es ein Problem: „Ich weiß nicht, wo ich die Dinge lassen soll. Die Wohnung muss ja erst saniert werden.“ Und das wird wohl noch ein paar Monate dauern.

Doch auch für das Lager-Problem wird sich bestimmt eine Lösung finden lassen. Vielleicht hat ja jemand eine leerstehende Garage, die er dem jungen Mann vorübergehend zur Verfügung stellen kann.

Marcel Pietzrick vor dem Hochhaus an der Pestalozzistraße in Hiddenhausen, in dem seine Wohnung nach dem Feuer unbewohnbar ist. Der 29-Jährige sagt, er sei sehr dankbar für die große Anteilnahme. Foto: Moritz Winde
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