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400 Tonnen auf Lager, aber nur 60 Tonnen wurden 2019 verbraucht

So viel Salz – und so wenig Winter

Hiddenhausen (WB). Momentan erinnert nicht viel an den Winter. Vereiste oder zugeschneite Straßen? Fehlanzeige. Doch das kann sich zu dieser Jahreszeit schnell ändern. Deshalb ist der Winterdienst der Gemeinde jederzeit bereit, auszurücken.

Annika Tismer und Bernd Bexte

Holger Kenneweg (links), Leiter des Bauhofs, und Bauhof-Mitarbeiter Andreas Bothe sind gut auf einen Wintereinbruch vorbereitet – doch der lässt auf sich warten. Immerhin 400 Tonnen Streusalz sind auf dem Bauhof eingelagert. Foto: Annika Tismer

„In dem Moment, in dem wir davon ausgehen können, dass es Frost gibt, teilen wir abends jeweils einen Bereitschaftsdienst ein“, sagt Holger Kenneweg, Leiter des Baubetriebshofs. Ob der mitten in der Nacht raus fahren muss oder nicht, entscheide sich jeweils gegen 3 Uhr morgens. „Zu der Zeit kontrolliert ein Mitarbeiter die Straßen“, erklärt er.

3 Uhr nachts fällt Entscheidung

Wenn dieser feststelle, dass Straßen vereist seien, greife ein Stufenplan: Sind nur einzelne Abschnitte glatt – wie zum Beispiel Brücken –, fährt lediglich der kontrollierende Mitarbeiter mit dem Streufahrzeug raus und kümmert sich darum, dass die Straßen frei sind. „Sind mehr Straßen vereist, wird der Bereitschaftsdienst informiert“, erklärt Kenneweg.

Gegen 3.30 Uhr rückt dieser dann aus und streut zunächst um die Hauptverkehrsstraßen. Auch Gehwege in öffentlichen Anlagen, Radwege oder Bushaltestellen werden vom Eis befreit. „Wichtig ist aber, dass die Bürger daran denken, dass sie für den Winterdienst auf ihren Bürgersteigen selber verantwortlich sind“, betont Stefan Rößling vom Amt für Gemeindeentwicklung. Auch Anliegerstraßen würden nicht vom Winterdienst abgefahren und lägen in der Verantwortung der Anwohner.

Für die Hauptstraßen und öffentlichen Flächen dagegen sind den Winter über insgesamt 18 Mitarbeiter des Bauhofs im Einsatz, im Bedarfsfalle bekommen sie Unterstützung durch Mitarbeiter des Abwasserwerks. Drei Lkw sowie Kleinfahrzeuge und Pritschenfahrzeuge können von den Mitarbeitern genutzt werden.

Nur an acht Tagen Einsätze in voller Mannschaftsstärke

Für diese stehen aktuell 400 Tonnen Salz zur Verfügung, die bei Schnee und Eis genutzt werden können. „Wir verwenden Feuchtsalz. Das ist kostensparender, effizienter und umweltfreundlicher“, betont Kenneweg.

Aber laut Wettbericht wird davon auch in den nächsten Tagen nicht viel auf den Straßen verstreut werden – wie schon in den zurückliegenden Monaten. „In diesem Winter haben wir eigentlich nur punktuell an einigen Stellen, vor allem auf Brücken, mal gestreut“, sagt Kenneweg.

Nur am 2. Januar sei die Einsatztruppe in voller Stärke ausgerückt. Genaue Zahlen über den Salzverbrauch hat Stefan Rößling. „Im gesamten Jahr 2019 wurden 60 Tonnen Salz verbraucht.“ 50 davon seien im Januar und Februar gestreut worden, lediglich zehn im November und Dezember. Im vergangenen Jahr habe es lediglich an acht Tagen Einsätze in voller Mannschaftsstärke gegeben.

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