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Eilshauser Bluttat: Anwälte wollen Aussage per Klage erzwingen

Streit um Zeugen bringt Prozess ins Stocken

Hiddenhausen (WB). Eigentlich sollte am Freitag vor dem Landgericht Bielefeld erneut über die Bluttat von Eilshausen verhandelt werden. Der Termin wurde jedoch vertagt, da der Streit um „eines der wesentlichen Beweismittel“, wie Verfahrensbeteiligte formulieren, anhält. Gemeint ist die Aussage des ominösen Zeugen „Nuri“ zum Tathergang am 30. Mai vergangenen Jahres. Damals war der 30 Jahre alte Raschad A. auf offener Straße in Eilshausen niedergestochen worden. Auf der Anklagebank sitzen seit Ende vergangenen Jahres die Brüder Ismet (31) und Ferhan A. (33) .

Bernd Bexte

Die Bünder Straße in Eilshausen: Hier wurde Raschad A. (30) am 30. Mai vergangenen Jahres erstochen. Foto: Kathrin Weege

Wie berichtet, hatte das NRW-Innenministerium im Januar untersagt , dass das Landgericht den Zeugen, der unter dem Aliasnamen „Nuri“ geführt wird, anhört. Zu groß sei die Gefahr für dessen Leib und Leben. Das Ministerium fürchtet Vergeltung. Denn „Nuri“ hatte am 9. Juli 2019 gegenüber zwei Polizisten erklärt, dass er wisse, dass Ismet A. den 30-Jährigen niedergestochen habe. Blutverschmiert sei Ismet nachts von einer seiner Schwestern abgeholt worden. Sie hätten geplant, dass Fluchtauto, eine blaue Mercedes A-Klasse, verschwinden zu lassen. Bei einer zweiten Vernehmung am 19. Juli gab er an, ein drittes Mitglied der Familie A. sei beteiligt gewesen.

Fortsetzung am 2. Juni

Rechtsanwalt Martin Lindemann, der Ismet A. vertritt, hält die Aussage für nicht glaubhaft. Er möchte „Nuri“ vor Gericht hören und hat deshalb vor dem Verwaltungsgericht Düsseldorf gegen die Anordnung des Innenministeriums geklagt. Das haben auch die Vertreter der Nebenkläger, der Angehörigen des Opfers, getan. Sie erhoffen sich in der Aussage „Nuris“ einen entscheidenden Beweis für die Schuld der Angeklagten. Auch das Ministerium hält ihn für glaubhaft – hat den Mann aber zweimal nachverhören lassen. Zuletzt soll er ausgesagt haben, vom Tathergang nicht direkt, sondern nur noch aus dem weiteren Umfeld erfahren zu haben.

Weil die Entscheidung des Verwaltungsgerichts Düsseldorf weiterhin aussteht, wurde der Prozess auf den 2. Juni vertagt.

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