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Ministerium untersagt Zeugenaussage vor Gericht

Vergeltungsgefahr zu hoch?

Hiddenhausen (WB/bex). Ein möglicherweise wichtiger Zeuge im Prozess um die Bluttat von Hiddenhausen-Eilshausen (Kreis Herford) soll nach Anweisung von NRW-Innenministerium und Polizei nicht vor Gericht aussagen. Zu groß sei die Vergeltungsgefahr. Der Mann mit dem Alias-Namen „Nuri“, dem die Ermittler Vertraulichkeit zusicherten, hatte gegenüber Polizisten behauptet, genau zu wissen, dass der jetzt angeklagte Ismet A. (31) am 30. Mai vergangenen Jahres Raschad A. (30) auf offener Straße in Eilshausen niedergestochen hat.

Der Tatort: Das Opfer wurde auf offener Straße erstochen. Foto:

Das NRW-Innenministerium fürchtet, dass „Nuri“ durch einen Auftritt vor Gericht identifizierbar werde – auch wenn er unter Ausschluss der Öffentlichkeit und der Angeklagten oder auch für Außenstehende unerkennbar per Videoschaltung angehört würde. Deshalb dürfe er nicht als Zeuge geladen werden, ordnete das Ministerium an.

Zu groß sei die Gefahr für dessen Leib und Leben, heißt es in einem Schreiben aus dem Ministerium an den Vorsitzenden Richter der I. Strafkammer des Landgerichts Bielefeld, Georg Zimmermann. Der hält die Aussage jedoch für wichtig und will sich mit seinem Ansinnen noch einmal an das Ministerium wenden, letztlich ist sogar eine Klage vor dem Verwaltungsgericht möglich.

Die Brüder Ismet (31) und Ferhan (33) A. müssen sich seit Dezember wegen gemeinschaftlicher Körperverletzung mit Todesfolge vor Gericht verantworten. Einer von ihnen soll am 30. Mai Raschad A. niedergestochen haben. Da keinem die Tat zuzuordnen ist, ließ das Gericht eine Anklage wegen Totschlags oder Mordes nicht zu. Sollte das Gericht der Aussage „Nuris“ jedoch Glauben schenken, stünde möglicherweise eine Verurteilung wegen dieser Delikte wieder im Raum.

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