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Herforder Landwirte diskutieren mit dem Grünen-Politiker Anton Hofreiter

Wolf bringt Leben ins Kreishaus

Herford/Hiddenhausen (HK). Im Januar hatten heimische Landwirte Anton Hofreiter mit einem Traktor-Korso am Bahnhof empfangen, als er mit Parteifreunden aus dem Kreis das 40-jährige Bestehen von Bündnis 90/Die Grünen feiern wollte. „Das war sehr imposant“, so der Sprecher der Herforder Grünen, Herbert Even, im Kreishaus.

Stefan Wolff

Empfang im Kreishaus: Grünen-Politiker Anton Hofreiter (Mitte) spricht mit heimischen Landwirten. Unter anderem schlägt Hofreiter vor, die Bauern mit öffentlichem Geld für öffentliche Leistungen im Klima- oder Artenschutz zu bezahlen. Foto:

„Allerdings gab es nur sehr wenig Zeit für ein Gespräch mit den Landwirten.“ Das wollten die Grünen aber nachholen und hatten aus diesem Grund den grünen Bundestagsabgeordneten und Fraktionsvorsitzenden wieder in die Werrestadt für einen Meinungsaustausch mit der heimischen Landwirtschaft eingeladen. Für die Landwirte sprachen der Vorsitzende des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes Herford Bielefeld, Hermann Dedert, und der Herforder Jan-Wilhelm Wetehoff.

„Wir Landwirte haben viele Fragen und auf den Höfen ist die Unsicherheit groß“, eröffnete Hermann Dedert die Diskussion. Die Verbraucher verlangten von den Landwirten billige aber qualitativ hochwertige Lebensmittel. Doch hohe Auflagen bei Ackerbau und Tierhaltung wären mit hohen Ko-sten verbunden. “Das ist nicht der richtige Weg,“ sagte Dedert.

Machtverhältnisse im Lebensmittelhandel

Als absurd bezeichnete Anton Hofreiter die Machtverhältnisse im Lebensmittelmarkt. „Mit Aldi, Lidl, Rewe und Edeka gibt es vier Abnehmer. Produzenten aber sind viele Landwirte.“ Das deutsche Kartellrecht schütze die wenigen Abnehmer, nicht die Produzenten. „Wir müssen das Kartellrecht so ändern, dass es nicht mehr die Mächtigen schützt.“ Ein entsprechender Antrag der Grünen liege dem Bundestag bereits vor.

Ein weiteres Anliegen ist die Kennzeichnung von tierischen Lebensmitteln, wie es sie bereits für Eier gebe. „Für ein gutes regionales Angebot mit Glaubwürdigkeit werden die Kunden auch mehr zahlen“, war sich der Politiker sicher. Ein Dorn im Auge waren auch die Agrarsubventionen. „Auch viele Landwirte wollen sie nicht mehr.“ Stattdessen schlug Hofreiter vor, die Bauern mit öffentlichem Geld für öffentliche Leistungen im Klima- oder Artenschutz zu bezahlen.

Lebhaft wurde die Diskussion, als der Wolf ins Spiel kam. „Der Wolf breitet sich selbst aus“, so Hofreiter. „Ein gutes Wolfs-Management gibt es in Sachsen-Anhalt. Dort haben Naturschützer und Tierhalter das Problem in den Griff bekommen.“ Diese Aussage aber bezeichnete Jan-Wilhelm Wetehoff als glatte Lüge und verwies auf den Wolfsriss.

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