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Feuerwehrmuseum in Häver bekommt zwei Löschwasser-Bottiche aus Uelzen

4000 Liter passen in die rote Tonne

Kirchlengern  (WB). Der Anruf kam zum Frühstück: Das Feuerwehrmuseum in Kirchlengern bekommt zwei ausrangierte Löschwassertonnen aus Uelzen. »Damit sind wir das einzige Museum in Deutschland, das solche Behälter in der Sammlung hat«, sagt dessen Leiter Hans Kleemeier.

Bärbel Hillebrenner

Museumsleiter Hans Kleemeier ist mächtig stolz darauf, dass das Feuerwehrmuseum in Kirchlengern-Häver als einziges in Deutschland nun zwei große Löschwassertonnen im Inventar hat. Foto: Bärbel Hillebrenner

6/42 und 6/44 ist in weißer Farbe auf den knallroten Bottichen gemalt – noch stehen sie auf dem Rasen vor dem Fachwerkhaus in Häver. Ihre Dimensionen sind beeindruckend: zwei Meter hoch, ebenso breit, Fassungsvermögen 4000 Liter. »Damit kann man zwar einen ordentlichen Brand löschen. Aber für eine riesige brennende Waldfläche ist die Menge eher gering. Das hat man ja im letzten Jahr bei den Feuern in Kalifornien gesehen«, sagt Hans Kleemeier.

Einsatz beim Flächenbrand

Er selbst weiß sehr genau, wie gefährlich derartige Flächenbrände sein können: Bei dem Heidebrand in der Lüneburger Heide wurden 1975 über 13.000 Hektar Boden durch 300 Feuerherde vernichtet – und Kleemeier, Mitglied der Feuerwehr Kirchlengern-Mitte, war mit im Einsatz vor Ort. »Damals hat es diese Bottiche noch nicht gegeben, deshalb wurden sie nach dem Heidefeuer vom Land Niedersachsen angeschafft.« Am Boden mit dem Schlauch oder eingetaucht aus einem See werden die Tonnen aus Fiberglas – sie wiegen deshalb leer lediglich 300 Kilo – mit Wasser befüllt, dann mit dem Hubschrauber am Haken hoch- und zum Brandherd gezogen. Ein Ruck an der Bodenklappe – und schon rauschen 4000 Liter auf die Erde.

Stolz über neue Ausstellungsstücke

Kleemeier ist stolz, dass die Löschtonnen nun zum Inventar des Museums gehören. »Wir haben damit überhaupt nicht gerechnet. Eines Abends kriegte ich einen Anruf vom Freund aus Uelzen. Der bot uns an, die ausgemusterten Tonnen zu besorgen. Als dann zwei Tage später beim Frühstück die telefonische Zusage kam, war ich erst mal platt – und habe mich mächtig gefreut«, sagt der Feuerwehrmann. Seit seinem 13. Lebensjahr sammelt er alles, was mit Feuerwehr zu tun. »Unsere Familie wohnte gegenüber dem Spritzenhaus in Quernheim. Da war klar, dass ich mit 16 auch in die Löschgruppe eintrat.« Und bis heute ist er geblieben – wie auch seine Leidenschaft für die Feuerwehr und deren Geschichte. Im Gegenteil: Seine Familie hat er schon lange mit dem Virus angesteckt, seine Nachfolge im Kirchlengeraner Museum sei geregelt. »Aber ohne das ehrenamtliche Engagement vieler Aktiver des 160 Mitglieder starken Fördervereins geht es natürlich nicht. In den nächsten Tagen zum Beispiel werden alle Ausstellungsstücke auf Vordermann gebracht und ordentlich gewienert. Die Löschfahrzeuge stehen bereits im Winterquartier.«

Apropos Löschfahrzeug: Noch ein neues Exponat ergänzt die Sammlung aus 48 Fahrzeugen, ein LF 8 aus dem Jahre 1966, ein Mannschaftswagen mit technischer Ausrüstung. Neun Leute haben darin Platz. Im Moment steht der rote LF noch in Rödinghausen, soll aber demnächst zum Standort nach Häver wechseln. Hans Kleemeier: »Unser Archiv ist so groß, wir haben mehrere Lager und tauschen die Exponate deshalb immer wieder aus.« Es gibt also stets was Neues zu sehen auf der Hofanlage an der Häverstraße 188.

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