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Klosterbauerschafter Geflügelzüchter veranstalten zwei Wyandotten-Sonderschauen

Alles dreht sich ums Huhn

Kirchlengern (WB). Sie zählt zu den beliebtesten Hühnerrassen überhaupt: die Wyandotte. Ursprünglich aus Amerika kommend, ist sie bei heimischen Hühnerhaltern- und -züchtern äußerst populär. Das zeigte sich am vergangenen Wochenende auch in Klosterbauerschaft.

Hilko Raske

Kaum eine Hühnerrasse präsentiert sich so vielfältig wie die Wyandotten. Das zeigte sich am vergangenen Wochenende, an dem der RGZV Klosterbauerschaft zu zwei Sonderschauen eingeladen hatte. 834 Hühner dieser Rasse wurden präsentiert. Foto: Hilko Raske

Dort hatte der RGZV Klosterbauerschaft zu den Hauptsonderschauen der seltenfarbigen und weißen Zwerg-Wyandotten eingeladen. 89 Züchter aus ganz Deutschland und dem benachbarten Ausland – unter anderem aus Dänemark und der Schweiz – waren der Einladung gefolgt und präsentierten 834 Hühner. Für den heimischen Geflügelzuchtverein, der diese Doppel-Ausstellung erstmals ausrichtete, eine Herausforderung.

Viel Unterstützung

»Bei anderen Hühnerrassen gibt es normalerweise nur einen Hauptsonderverein. Weil die Wyandotte aber die mit Abstand beliebteste Rasse in Deutschland ist und sich sehr viele Farbschläge herausgebildet haben, sind es hier gleich zwei«, sagt Heiko Weßler, Pressesprecher des RGZV Klosterbauerschaft. Bereits am Freitag nach dem Eintreffen der Züchter habe man damit begonnen, die Tiere in den Hallen der Alttraktorenfreunde Klosterbauerschaft auszustellen. Bei insgesamt 834 Hennen und Hähnen eine Aufgabe, die es in sich hatte.

»Wir haben glücklicherweise nicht nur Hilfe aus unserem Verein bekommen. Alleine wäre das nicht zu stemmen gewesen«, betont Weßler. Eine Sonderschau verhalte sich zu einer normalen Geflügelausstellung schließlich wie die Champions League zur Bundesliga, zieht Weßler einen sportlichen Vergleich. Unterstützung gab es von der Gemeinde Kirchlengern und dem RGZV Dünnerholz-Dünne.

Bürgermeister stiften Pokale

Zwei Pokale gab es zu gewinnen: Für das beste Tier der seltenfarbigen Zwerg-Wyandotten hatte Kirchlengerns Bürgermeister Rüdiger Meier einen gestiftet, für die beste weiße Zwerg-Wyandotte kam der Pokal von Bündes Bürgermeister Wolfgang Koch. Bewertet wurden die Hühner von zwölf Preisrichtern, die von vier Preisrichteranwärtern unterstützt wurden.

Doch nach welchen Kriterien wird bei einer solchen Schau geurteilt? »Alle Kriterien passen auf drei eng beschriebene DIN-A-5-Seiten«, informiert Weßler. Wie groß ist der Kamm, welche Perlung hat er, ist die Farbgebung der Federn stimmig, liegen die auch richtig, wie präsentiert sich das Huhn, stimmt das Verhältnis von Oberkörper, Mittelbau und Unterkörper? »Um das alles zu bewerten, braucht man furchtbar viel Erfahrung«, so Weßler. So wundere es nicht, dass Preisrichter eine dreijährige Schulung absolvieren müssten. In Klosterbauerschaft hatte jeder Preisrichter etwa 80 Tiere zu begutachten – das dauerte am Samstag von 7 Uhr in der Früh bis 15 Uhr am Nachmittag.

Makellose Hühner

Kommt ein Preisrichter zu dem Urteil, dass ein ausgestelltes Huhn praktisch makellos ist und somit die Höchstnote »vorzüglich« verdient, ruft er einen Kollegen hinzu. Nur wenn der diese Ansicht teilt, bekommt das ausgestellte Huhn dann tatsächlich diese Benotung. »Hier gilt das Vier-Augen-Prinzip. So erreichen wir mehr Objektivität«, erklärt Heiko Weßler diese Vorgehensweise.

Bei den beiden Hauptsonderschauen wurde diese Benotung insgesamt 29 Mal verliehen. Unter anderem an Jungzüchter Niklas Neiss vom RGZV Klosterbauerschaft, der diese Benotung für seine Zwerg-Wyandotten schwarz-weiß gescheckt gleich zwei Mal bekam. Aber damit nicht genug. Der heimische Jungzüchter konnte außerdem drei Mal die zweitbeste Note »hervorragend« für seine Tiere erzielen – ein Erfolg, der den Verein stolz macht.

29 Hühner sind »vorzüglich«

Bei 29 Hühnern, die mit »vorzüglich« benotet wurden, stellt sich die Frage, wer die beiden Pokale bekommt. »Hier lassen wir das Los entscheiden. Alle 29 Hühner sind praktisch makellos. Da noch mal eine Rangfolge zu finden, ist eigentlich nicht machbar«, sagt Weßler. Das Los durfte dann Martin Lohrie, stellvertretender Bürgermeister aus Bünde, ziehen. So kann sich Hermann Kampers aus Sulingen  bei den weißen Zwerg-Wyandotten über einen Pokal freuen. In der Kategorie »seltenfarbige Zwerg­Wyandotten«  ging die Auszeichnung an Jens Züger aus Kleve.

Pokalsieger wird ausgelost

Kaum ist die eine Schau zu Ende, geht es am kommenden Wochenende schon weiter. Dann lädt der RGZV Klosterbauerschaft zur Vereins-Ortsschau, die er bereits zum 114. Mal ausrichtet. Die Geflügelschau findet am Samstag, 2. November, von 10 bis 21 Uhr und am Sonntag, 3. November, von 10 bis 14 Uhr in den Hallen der Alttraktorenfreunde Klosterbauerschaft, Oberbauerschafter Straße 101, statt. Angeschlossen ist in diesem Jahr die Gemeinde-Jugendschau, die ihr 40-jähriges Bestehen feiert.

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