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Stift Quernheim: Bürger stellen Antrag auf eine Calisthenics-Anlage

Auch der Norden will Outdoor-Sport

Kirchlengern (BZ/hr).Im Süden der Gemeinde Kirchlengern gibt es den Mehrgenerationen-Park mit entsprechenden Sportgeräten, im Nord gibt es – nichts Vergleichbares. Geht es nach den Vorstellungen einiger Anwohner aus Stift Quernheim, soll sich das ändern. Sie wünschen sie eine Calisthenics-Anlage – und haben einen entsprechenden Bürgerantrag gestellt.

Calisthenics ist eine Sportart, für die nur das eigene Körpergewicht genutzt wird. Foto: Jörn Hannemann

„Im Süden der Gemeinde ist in solche Freizeitangebote fleißig investiert worden“, sagt Frank Knickmeier, einer der Unterzeichner des Bürgerantrags. Dabei wäre gerade eine Calisthenics-Anlage auch im Norden sinnvoll. „Es gibt beispielsweise etliche Jugendliche, die oftmals an der Neuen Straße oder rund um die Stiftskirche abhängen. Wenn wir ihnen ein Sportangebot bieten könnten, das zentral liegt und bei dem es sich um eine angesagte Trendsportart handelt, wäre das ein Gewinn.“ Allerdings gehe er davon aus, dass, sollten Fachausschuss und Rat sich positiv dazu äußern, mit einer entsprechenden Vorlaufzeit zu rechnen sei.

Knickmeier weiß, wovon er spricht, er war bis vor kurzem selber als einer von zwei CDU-Fraktionsvorsitzenden im Gemeinderat aktiv. Weitere Unterzeichner sind Dirk Bartz, Ralf Stohlmann und Oliver Bünermann.

Öffentlich zugänglich

Doch was steht genau im Bürgerantrag? Die Unterzeichner sprechen sich für die Einrichtung einer kostenlosen und öffentlich zugänglichen Calisthenics-Sportanlage aus. „Wir bitten, diesen Antrag auf die Tagesordnung der nächsten entsprechenden Sitzung zu setzen, um diesen im Anschluss final in den entsprechenden Fachausschüssen beschließen zu lassen“, heißt es im Antrag.

In Kirchlengern selbst hätten die Bürgerinnen und Bürger mit der Laufstrecke und den Sportgeräten im Espelpark die Möglichkeit, Outdoor-Sport auszuüben und damit ihrer Gesundheit Gutes zu tun. In Stift Quernheim und Klosterbauerschaft fehlten solche Sportmöglichkeiten bisher. „Ein solches Angebot in der Gemeinde erhöht die Attraktivität, in dem es den Einwohnern eine Möglichkeit zur kostenlosen sowie sportlichen Freizeitaktivität und nachhaltigen Gesundheitsförderung bietet. Calisthenics schult die Geschicklichkeit, Balance, Genauigkeit sowie Koordination und steigert die körperliche Fitness“, argumentieren die Verfasser des Bürgerantrags.

Für junge Menschen ansprechend

Gerade für junge Menschen sei das Training in der Gruppe ansprechend und kostengünstiger als ein Fitnessstudio. Vereine, die funktionelles Training als Ergänzungssport betrachten, würden ebenso von einer Calisthenics-Anlage profitieren wie alle anderen Hobby- und Freizeitsportler.

Um ein Training sicher und optimal auszuüben, bedürfe es einer Calisthenics-Anlage, welche aus Sprossenwänden, Klimmzugstangen, Barren und Hangelleitern bestehe, heißt es weiter im Bürgerantrag. „Mögliche Standorte sehen wir an der Skateranlage in Klosterbauerschaft oder an der Grundschule Stift Quernheim. Der letztgenannte Standort könnte auch für die Nutzung im Sportunterricht, sowie der Randstundenbetreuung attraktiv sein. Ein offener Trainingsplatz wie dieser bietet auch sozial-integrative Aspekte“, schreiben die Unterzeichner.

Eine öffentliche Calisthenics-Anlage sei somit eine nachhaltige und zeitgemäße Investition, welche vielerlei Menschen aus allen Generationen in Kirchlengern zugutekommt und die lokale Sportentwicklung zukunftsorientiert und kulturell fördert. „Vielleicht würde die Möglichkeit der attraktiven Freizeitbeschäftigung im Norden das ‚Abhängen‘ an der Stiftskirche ein wenig auflösen“, hoffen die Unterzeichner.

„Die Kosten sind sehr flexibel“

Die Kosten seien sehr flexibel und würden vom Umfang und der Größe des Vorhabens abhängen. Auch eine Beteiligung beim Aufbau durch zukünftige Nutzer und Interessierte wäre eine Möglichkeit, Kosten bei der Umsetzung einzusparen. So könnten Freiwillige, Holzschnitzel die auf den Boden als Fallschutz aufgebracht werden, in Eigenleistung verfüllen. Einfache Anlagen ließen sich bereits ab etwa 20.000 Euro realisieren. „Die Gemeinde Hiddenhausen (Anlage an der OPG) und die Stadt Bad Oeynhausen (Anlage im Sielpark) gehen mit gutem Beispiel voran und haben bereits die Vorteile des Outdoorsports (Stärkung des Immunsystems, Stärkung des Herz-Kreislaufsystems, Kräftigung der Muskulatur und somit des Halteapparats) erkannt“, so die Unterzeichner.

Was ist Calisthenics?

Calisthenics ist eine Sportart, die in den vergangenen Jahren weltweit an Popularität gewonnen hat. Es handelt sich um eine Form des Ganzkörpertrainings, das eine Reihe von einfachen, oft rhythmischen Bewegungen beinhaltet und für die nur das eigene Körpergewicht genutzt wird. Hauptvorteil gegenüber dem klassischen Krafttraining mit isolierten Übungen liegt in der Betonung der intermuskulären Koordination.

Calisthenics beinhaltet viele verschiedene Elemente aus verwandten Sportarten wie dem Turnen, Parkour, Tanzen, Akrobatik, Leichtathletik, Gewichtheben, Yoga oder Freeletics. Auch in Deutschland interessieren sich die Menschen immer häufiger für Eigenkörpergewichtsübungen. Entsprechende öffentliche Outdoor-Trainingsorte sind deshalb derzeit im Trend.

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