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Vorsitzender des Umweltausschusses kritisiert Bauhof Kirchlengern

Bäume bei Mäharbeiten beschädigt

Kirchlengern (WB). Die Gemeinde Kirchlengern hat sich die Biodiversität, also den Erhalt der biologischen Vielfalt, auf die Fahne geschrieben. So gibt es seit Jahren schon einen Umweltausschuss. Vorsitzender dieses Gremiums ist Bernd Klute (CDU), dem dieses Thema am Herzen liegt. Umso größer war sein Entsetzen, als er kürzlich eine Radtour durch die Elsegemeinde machte.

Hilko Raske

Deutlich zu erkennen: Der Baum ist beschädigt.

„Als ich vor ein paar Tagen mit dem Fahrrad in Kirchlengern in die Heidestraße fuhr, waren dort und an allen benachbarten Straßen in diesem Bereich kurz zuvor Mäharbeiten durchgeführt worden. Das Mähen selbst ist aus verschiedenen Gründen richtig und muss durchgeführt werden, das ist überhaupt keine Frage. Ärgerlich ist jedoch, dass hier ohne Not gleich alles auf einmal gemäht und gemulcht wird und so der Lebensraum für Insekten in einem Moment nahezu vollständig zerstört wird“, kritisiert Klute.

Infos gibt es genug

Zeitversetztes Mähen wäre zum Beispiel eine Alternative. „Im Grunde ist das alles längst bekannt und auch unverständlich, weshalb das hier bisher nicht so organisiert worden ist“, so Klute. Die Land­wirtschafts­kammern Nieder­sachsen und NRW hielten hervorragende Tipps auf deren Homepages kostenlos zum Abruf bereit. An mangelnden Informationen könne es jedenfalls nicht liegen.

Die Gemeinde Kirchlengern habe in diesem Bereich in den vergangenen Jahren etliche ökologisch wertvolle Obstbäume angepflanzt. Bis ein junger Obstbaum ordentliche Erträge bringt – die dann neben dem ökologischen Nutzen auch allen Bürgern zur Verfügung stehen sollen – brauche es einige Jahre. „Entsetzt musste ich feststellen, dass den Mäharbeiten auch insgesamt 22 dieser jungen Bäume zum Opfer gefallen sind, die zum großen Teil ganz erheblich beschädigt wurden“, sagt Klute.

Auf seinen Hinweis hin seien die Versorgung der Verletzungen in Angriff genommen worden, doch seien die Schäden teilweise so heftig, dass etliche Bäume das wohl kaum überstehen würden oder zumindest dauerhaft geschädigt seien. „Solche Beschädigungen habe ich nach Mäharbeiten in den Vorjahren nie gesehen.“

Klute: „Aus Fehlern lernen“

Es sei frustrierend, sehen zu müssen, wie jahrelange Arbeit in kürzester Zeit wieder zunichte gemacht werde. Gleichzeitig sei es aber eben auch ein Beleg dafür wie wichtig es ist, ökologisch wertvolle Maßnahmen langfristig anzulegen und sich nachhaltig dafür zu engagieren, wenn sie erfolgreich sein sollen.

„Aus Fehlern kann man lernen und meine Erwartung ist, dass die bisherige Organisation und dieser Mäharbeiten überdacht und die Sensibilität für ökologisch wertvolles Handeln auf allen Ebenen weiter geschärft wird.“ Die Organisation der Mäharbeiten und deren praktische Durchführung zählen zum originären Aufgabenbereich der Verwaltung und diese Aufgabe verdient die Aufmerksamkeit und Unterstützung der Politik, betont Klute.

Kein Ersatz geplant

Inzwischen hat auch die Gemeindeverwaltung dazu Stellung bezogen. „Durch die Mäharbeiten wurden nach unseren Recherchen etwa zehn Bäume im Bereich der Rinde beschädigt“, sagt Martina Stallmann, Pressesprecherin der Gemeinde.

Die anderen Schäden seien entweder Fege- oder Anfraßschäden. Auch Schäden älteren Datums seien festgestellt worden. Soweit Bedarf bestand, seien neue und alte Schäden fachgerecht durch Befeuchten und Umwickeln der Schadstelle mit lichtundurchlässiger Folie durch die Mitarbeiter des Bauhofes behandelt worden. Derzeit wird nicht erwartet, dass die Bäume ersetzt werden müssten.

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