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260 PS statt Rentierschlitten: Darum kurvt Alwin Rullkötter auf seiner Heiligabend-Tour umher

Der Weihnachtsmann fährt Linienbus

Kirchlengern (WB)

Der Weihnachtsmann ist in diesem Jahr mit rund 260 PS statt im Rentierschlitten unterwegs: Der Kirchlengeraner Linienbusfahrer Alwin Rullkötter kurvt auf seiner Heiligabend-Tour durch Lübbecke, Hüllhorst und Bad Oeynhausen – und zwar im roten Kostüm und mit weißem Rauschebart.

Daniel Salmon

Die witzige Idee mit der Rauschebart-Kostümierung kam Alwin Rullkötter selbst. Die Kollegen und sein Chef seien begeistert gewesen, so der 70-Jährige. Foto: Daniel Salmon

Was die Fahrgäste wohl sagen werden, wenn der verkleidete 70-Jährige die Türen zu seinem MAN-Bus am 24. Dezember öffnet. „Ich bin wirklich gespannt und lasse mich überraschen. Das gibt bestimmt interessante Gespräche“, ist der Quernheimer überzeugt. Geschenke hat er zwar nicht im Gepäck, dafür aber ein freundliches Lächeln und jede Menge gute Laune.

Die Idee mit dem Weihnachtsmann-Outfit hatte Rullkötter, der seit vier Jahren für das Kirchlengeraner Busunternehmen Stoffregen hinterm Steuer sitzt, übrigens selbst. Seine Chefs und seine Kollegen seien jedenfalls begeistert gewesen: „Die haben gesagt, das ist doch mal was anderes, lasst es uns mal ausprobieren.“ Eigentlich war der Gag für den Nikolaustag geplant gewesen. Wegen der Corona-Einschränkungen seien die Touren an jenem Sonntag aber ausgefallen: „Daher haben wir es einfach verschoben, auf den Heiligen Abend.“

Für seinen aktuellen Arbeitgeber sei seine Verkleidungsfahrt zwar eine Premiere, aber schon bei seinem früheren Job als Reisebusfahrer habe Alwin Rullkötter des Öfteren den Weihnachtsmann gespielt. „Ich hatte zu Weihnachten und über Neujahr immer die Touren nach Südtirol. Da habe ich im Kostüm schon mal Nikolausrundfahrten dort unten gemacht. Den Leuten hat das immer riesig gefallen“, erinnert sich der routinierte Busfahrer – seit einem halbe Jahrhundert ist Rullkötter mittlerweile im Geschäft – gerne zurück. Der Nachteil der Reisen in die Skigebiete: „Zu Weihnachten war ich dann natürlich immer nicht zu Hause. Das ist jetzt anders.“

Um Punkt 7 Uhr werden ihn die ersten Fahrgäste am Donnerstag in seinem Kostüm zu Gesicht bekommen. Dann startet er an der Schule in Hüllhorst-Schnathorst (Linie 604) seine Tour, kommt um 7.30 Uhr am ZOB in Lübbecke an. Dann geht‘s auf der gleichen Strecke zurück. Zwischenzeitlich wechselt er die Tour, ist dann auf der Linie 614 unterwegs. „Von Schnathorst fahre ich nach Bad Oeynhausen zum ZOB.“ Das geht bis zum frühen Nachmittag so weiter. „Danach habe ich Feierabend und fahre nach Hause. In diesem Jahr feiere ich wegen Corona nur mit meiner Frau. Wir essen dann Ente“, freut sich Alwin Rullkötter, der sich eine Neuauflage seiner Weihnachtsmann-Busfahrten auch im kommenden Jahr vorstellen könnte: „Wenn es den Fahrgästen gefällt, dann mache ich das natürlich gerne wieder“, sagt er und lacht.

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