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Deponie Reesberg seit fünf Jahren wieder in Betrieb – Wichtig für die Baubranche

Einnahmen in Millionenhöhe

Kirchlengern  (WB). Für manch einen klingt es wie Musik, was da im Hof der Deponie Reesberg zu hören ist: Ein satter Sechs-Zylinder-Motor röhrt in dem orangefarbenen Radlader von Sebastian Limberg. Routiniert verlädt er mit seiner Schaufel angelieferten Boden. 4,5 Kubikmeter fasst die Schaufel, die hier im Dauereinsatz ist.

Die Deponie Reesberg aus der Vogelperspektive. Die Deponie ist seit Anfang 2015 wieder im Betrieb. Foto:

Im Deponie-Hof wird der Boden- und Bauschutt von Privatpersonen zunächst vorsortiert und gesammelt und später dann mit dem Radlader auf der Deponie abgeladen. Den Löwenanteil macht in der Deponie Reesberg aber der gewerbliche mineralische Abfall aus – er wird gleich Lkw-weise angefahren – und das in stetig steigenden Mengen, denn die Baubranche boomt derzeit. So wundert es auch wenig, dass in der Corona-Krise der Betrieb hier fast ganz normal weiter läuft, berichtet Günter Bünemann, der technische Betriebsleiter der Deponie: „Für Privatpersonen war die Deponie knapp drei Wochen geschlossen, aber für gewerbliche Kunden waren wir weiter da. Wir wollten die Baubranche ja nicht brach legen. Wir sind als Entsorger ein wichtiges Element für die Bauwirtschaft, wir verstehen uns als Partner“.

Die Deponie ist seit Anfang 2015 wieder im Betrieb – nachdem sie um einen Abschnitt erweitert wurde. Es handelt sich um eine Deponie der sogenannten Klasse 1. Entsorgt werden können hier schwach belastete mineralischen Abfällen sowie Boden und Bauschutt. Und das hat auch seinen Sinn, so Bernd Ehlebracht, der kaufmännische Betriebsleiter der Deponie: „Was im Kreis Herford anfällt, sollte wenn möglich auch hier entsorgt werden. Wir wollen keinen Mülltourismus. Ohne das Angebot im Mittelpunkt des Kreises Herford mit guter Verkehrsanbindung müsste Boden- und Bauschutt ansonsten über weitere Wege und mit hohem Kostenaufwand nach Minden-Lübbecke, Paderborn oder noch weiter transportiert werden.“ Die Zahlen geben dem Konzept recht – seit die Deponie wiedereröffnet ist stiegen die jährlichen Einnahmezahlen über die Gebühren von 1,6 Millionen Euro bis Ende 2019 auf 2.3 Millionen Euro.

Egal ob privat oder gewerblich: Im Eingangsbereich werden die Ladungen zunächst kontrolliert. Pkw-Anhänger und Lkw werden gewogen. Lars Mühlenweg verfolgt das auf verschiedenen Bildschirmen – mehrere Kameras zeigen ihm Ladung, Gewicht und Nummernschild.

Die mächtige geeichte Waage wird zweimal angefahren – mit voller Ladung und dann, wenn die Ladung auf der Deponie oder im Sammelbereich ausgekippt wurde. „Unsere gewerblichen Kunden wissen wie hier alles funktioniert – wir arbeiten seit Jahren zusammen. Privatpersonen rufen erst an, der Informationsbedarf ist hoch. Meist geht es um Fragen rund ums Dämmmaterial oder asbesthaltige Stoffe. Belastetes Material muss extra verpackt werden, dafür verkaufen wir aber auch die entsprechenden Säcke“, erklärt Mühlenweg.

Auf das eigentliche Deponiegelände dürfen nur gewerbliche Kunden – sie kennen ihre Abladeplätze und den Weg dahin. Privatkunden würden sich auf dem riesigen Gelände nicht zurechtfinden. Sie würden aber staunen, denn mitunter wirkt das Gelände wie eine unwirkliche Mondlandschaft: Mit weißen Plastikplanen sind in unterschiedlichen Mustern Flächen abgedeckt. Dazwischen ragen aus grasigen Hügeln kleine Türmchen – es sind die Pumpen, die Regen- und Sickerwasser abpumpen.

Die Abschnitte für den Boden- und Bauschutt werden immer wieder verändert, denn regelmäßig wird die Oberfläche wieder abgedichtet, damit möglichst wenig belastetes Sickerwasser anfällt.

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