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UWG-Fraktion stellt entsprechenden Antrag – Entscheidung am 28. Juni

Kauft die Gemeinde die Minigolfanlage am Aqua Fun?

Kirchlengern (WB). Seit fast zwölf Monaten ist sie geschlossen: die Minigolf-Anlage am Freizeitbad Aqua Fun. Seitdem wird darüber gerätselt, wie es mit dem Platz weitergeht. Nun scheint eine Lösung in Sicht. Die UWG hat beantragt, dass die Gemeinde die Anlage kaufen soll.

Hilko Raske

Die Minigolfanlage neben dem Freizeitbad Aqua Fun. Seit dem 30. Juni des vergangenen Jahres ist sie aus wirtschaftlichen Gründen geschlossen. Die Unabhängige Wählergemeinschaft hat nun den Antrag gestellt, dass die Gemeinde die Anlage kaufen soll. Foto: Daniel Salmon

Eine Entwicklung, über die sich Platzbetreiber Rüdiger Dröge freut. Er hatte vor einem Jahr die Anlage aus wirtschaftlichen Gründen geschlossen – und hatte seitdem die Hoffnung, von Seiten der Gemeinde Kirchlengern unterstützt zu werden. So hatte Dröge der Verwaltung einen Vorschlag für einen jährlichen finanziellen Ausgleich oder Zuschuss in Höhe von 10.000 Euro gemacht, der allerdings abgelehnt worden war.

Dies sei sicherlich auch der geltenden Rechtslage geschuldet gewesen, die keine Subventionierung durch Steuergelder zulässt, so Dröge. Die Gemeinde sei zwar Eigentümer beziehungsweise Verpächter des Geländes, die Anlage werde jedoch von privater Hand geführt. Mitte Februar erhielt Dröge dann per Einschreiben von der Gemeinde die außerordentliche Kündigung des Pachtvertrages. Die war verbunden mit der Auflage, die Anlage bis zum 30. April wieder zurückzubauen. Allerdings gab es eine Fristverlängerung.

Wiederinbetriebnahme binnen 14 Tagen möglich

»Ich habe die Anlage inzwischen durch einen Sachverständigen begutachten lassen. Wenn sich ein Käufer dafür findet, soll der schließlich nicht die Katze im Sack kaufen.« In dem Testat, das dieser Zeitung vorliegt, setzt der Gutachter den Zeitwert mit 90.000 Euro an. Und kommt zudem zu einer interessanten Erkenntnis. »Hätte Herr Dröge diese Anlage ohne Eigenleistung und Hilfe der Unternehmer aus der Region errichtet, hätte diese circa 400.000 bis 450.000 Euro geschätzt gekostet.« Die Anlage könne innerhalb von nur 14 Tagen ihren Betrieb wieder aufnehmen, hält der Sachverständige fest. »Es müssen praktisch nur die Bahnen gefegt und die Bepflanzung geschnitten werden«, sagt Dröge.

Dröge hofft auf Einsehen der Politik

Die Anlage sei von der Öffentlichkeit sehr gut angenommen worden, betont der Platzpächter. So habe es Betriebsfeste, Besuche verschiedener Vereine und viele Kindergeburtstage auf dem Gelände gegeben. Zudem bestehe ein öffentliches Interesse an der Anlage: »Durch Sponsoring sind auch heimische Unternehmen involviert. Die verfolgen mit großem Interesse, was mit Unternehmerengagement in dieser Gemeinde passiert.«

Dröge hofft nun auf ein Einsehen der Kommunalpolitiker, die über den möglichen Kauf der Minigolfanlage im nicht-öffentlichen Teil der Ratssitzung am 28. Juni entscheiden. Falls sich jedoch eine Mehrheit gegen den Ankauf aussprechen sollte, hat er schon den nächsten Schritt geplant. »Dann werde ich vor laufender Kamera alles auf dem Gelände zusammenschieben lassen – als ein Mahnmal für Bürgerengagement in der Gemeinde Kirchlengern.«

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