1. www.westfalen-blatt.de
  2. >
  3. Owl
  4. >
  5. Kirchlengern
  6. >
  7. Kirche steht zum Verkauf

  8. >

Neuapostolische Gemeinde trennt sich von Immobilie

Kirche steht zum Verkauf

Kirchlengern (WB). Dass Grundstücke oder Wohnhäuser im Internet zum Kauf angeboten werden, ist nichts Besonderes. Aber ein Gemeindehaus, das als Kirche genutzt wurde? Das dürfte die Ausnahme sein. Angeboten wird die Immobilie von der Neuapostolischen Kirche, die sich von ihrem Gemeindehaus in Kirchlengern trennt.

Carolin Bittner

Seit Juni dieses Jahres gehen die Kirchlengeraner Neuapostolen nach Bünde zum Gottesdienst. Das Gemeindehaus im Eschweg steht seitdem leer. Auf Immobilienseiten im Internet versucht die Kirche es jetzt zu verkaufen Foto: Neuapostolische Kirche

Das Gebäude wird seit diesem Sommer nicht mehr genutzt, da die Gemeinde mit der in Bünde zusammengelegt wurde. »Auch die Neuapostolische Kirche ist vom demografischen Wandel betroffen. Unsere Mitgliederzahlen sinken jährlich um durchschnittlich zwei Prozent, die Zahl der Gottesdienstbesucher sogar um das doppelte«, sagt Frank Schuldt, Pressesprecher der Neuapostolischen Kirche West.

Jede Gemeinde wird überprüft

Trotzdem sei sie noch die viertgrößte christliche Kirche in Deutschland und neben der evangelischen und katholischen Kirche flächendeckend präsent. Um dies weiterhin zu gewährleisten, werde regelmäßig überprüft, welche Gemeinden langfristig gehalten werden könnten. Dabei spielten Faktoren wie Anbindung an den Nahverkehr, Parkplätze, Gebäudesubstanz und Größe der Gemeinde eine Rolle.

Zu kleine Gemeinden würden zusammengelegt, eines der beiden Gemeindehäuser dann verkauft. Auch in der Gemeinde Kirchlengern sei dies der Fall gewesen. Die ehemaligen Kirchlengeraner Mitglieder gehören nun seit Juni der Gemeinde in Bünde an.

Kaufpreis beträgt 175.000 Euro

Angeboten wird das ehemalige Gemeindehaus für 175.000 Euro. Die Grundstücksfläche beträgt 1062 Quadratmeter. Dass Gemeindehäuser verkauft werden, ist gar nicht so selten, wie man meint. Die Neuapostolische Kirche hat dafür eine eigene Immobiliengesellschaft. »Wir sind in ganz NRW aktiv und verkaufen nicht mehr genutzte Gebäude und Grundstücke«, informiert Uwe von Oppenkowski, der als Makler für die Kirche tätig ist.

Ein großer Teil der Objekte werde an andere Gemeinden wie die evangelische Freikirche verkauft. Diese schätzten die oftmals gute Lage und das bereits vorhandene Parkplatzangebot. Zudem sei es für die Kirchen von Bedeutung, dass sich die Standorte durch die Nutzung als Kirche schon etabliert hätten. »Die älteren und schlichten Objekte wecken oft das Interesse von Immobiliengesellschaften. Da ist dann in erster Linie das Grundstück interessant, um neue Wohngebäude zu bauen. Oft sind die Standorte gut und es gibt dort keine neuen Grundstücke mehr«, erklärt der Makler.

Umbau lohnt sich selten

Manchmal komme es sogar vor, dass Interessenten von einer Zusammenlegung gehört hätten und schon vor dem offiziellen Verkauf der Objekte ihr Interesse bekundeten. Das spreche für die Qualität der Angebote.

Nur selten würden die angebotenen Objekte anschließend als Wohnraum genutzt. »Es gibt zwar viele Besichtigungen, aber der Umbau lohnt sich oft nicht, da die Haustechnik häufig nur simpel ist«, so von Oppenkowski. Wenn so ein Objekt an Privatpersonen als Wohnhaus verkauft wird, dann oft nur, weil die Lage absolut perfekt sei.

Startseite