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Nach Nabu-Forderung: Kirchlengeraner Ordnungsamt schaut bei Brauchtumsveranstaltungen künftig noch genauer hin

Osterfeuer werden intensiver kontrolliert

Kirchlengern (WB)

Wenn in Kirchlengern künftig mal wieder Osterfeuer abgebrannt werden, soll die Gemeindeverwaltung diese intensiver kontrollieren. Zudem sollen alle genehmigten Veranstaltung auf der Homepage der Kommune veröffentlicht werden.

Daniel Salmon

Zuletzt hatten 2019 in Kirchlengern 47 Osterfeuer gebrannt – zu viele, meint der Nabu. Künftig wird die Gemeindeverwaltung die Veranstaltungen noch intensiver prüfen. Foto: Maurizio Gambarini

Auf diesen Beschluss haben sich die Mitglieder des Ausschusses für Umwelt, Klima und Nachhaltigkeit jetzt verständigt. Das Osterfeuer-Thema hatte bereits auf der Tagesordnung der jüngsten Ratssitzung Anfang des Monats gestanden, war dann aber zur weiteren Beratung in das zuständige Fachgremium verwiesen worden.

Vorangegangen war der nun getroffenen Entscheidung ein Antrag des Herforder Nabu-Kreisverbandes. Den Naturschützern war die hohe Zahl der Osterfeuer in Kirchlengern – zuletzt waren 2019 insgesamt 47 Veranstaltungen genehmigt worden – ein Dorn im Auge. Zehn Jahre zuvor hatte es sogar noch weitaus mehr Feuer gegeben. „Wir würden uns wünschen, dass es eine konkrete Regelung zum Abbrennen von Feuern gibt“, erklärte die stellvertretende Nabu-Kreisvorsitzende Freyja Diebrok während einer Sitzungsunterbrechung im Umweltausschuss. Weiter führte sie aus: „Eine Gemeinde sollte nicht nur auf die Interessen von einzelnen Antragstellern schauen, sondern an alle Bürger denken, die unter der durch die Feuer verursachten Luftverschmutzung leiden und auch den Tierschutz berücksichtigen.“ Diebrok betonte zudem, dass Osterfeuer nach der vorliegenden Rechtsprechung nur dann genehmigungsfähig seien, wenn Gruppen, die dem Gemeinschaftswohl dienen, sie öffentlich veranstalten würden: „Private Feuer sind illegal!“ Allerdings gibt es in Kirchlengern auch zahlreiche Nachbarschaften, die öffentlich zu sogenannten Brauchtumsfeuern einladen, die teils bereits seit Jahrzehnten abgebrannt und auch genehmigt werden.

Vor zwei Jahren hatte der Nabu fast sämtliche Stellen, an denen es in Kirchlengern Osterfeuer gab, unter die Lupe genommen und fotografisch dokumentiert: „Wir haben geschaut, ob Vorgaben eingehalten wurden.“ Nach Beobachtungen des Nabus seien einige Haufen demnach nicht – wie vorgeschrieben – vor dem Abbrennen nochmals umgeschichtet worden. „Das ist aber wichtig, weil dort Tiere Unterschlupf gefunden haben könnten“, so Diebrok. Teils hätten die Veranstaltungen auch nicht den geforderten öffentlichen Charakter gehabt, sondern hinter Gartenzäunen oder Mauern stattgefunden. „Und viele Feuer werden auch als Entsorgungsmöglichkeit für alles, was brennt, genutzt“, monierte Freyja Diebrok. Sie ergänzte: „Viele Feuerhaufen waren auch sehr nah an Wäldern, Häusern oder Straßen aufgeschichtet worden.“ In einem Fall hätten die Flammen nur drei Meter von einer Hecke entfernt gelodert: „Man kann froh sein, dass da nichts passiert ist.“

Seine Fraktion beabsichtige keineswegs, einen Antrag auf die Untersagung von Brauchtumsfeuern zu stellen, erklärte Ausschussvorsitzender Burkhard Scheiding (Grüne): „Wenn sie sämtlichen Vorschriften entsprechen, haben wir nichts dagegen.“ Dennoch müsse sich künftig automatisch eine Reduzierung der Feuer ergeben, wenn die Genehmigungen nach Recht und Gesetz erfolgten. Auch CDU und SPD lehnten ein kategorisches Verbot solcher Veranstaltungen ab. „Vielleicht müsste man schärfer kontrollieren, damit die Leute nicht irgendwelchen Schrott abbrennen“, meinte Detlef Kaase (CDU).

Für die Verwaltung ergriff schließlich Beigeordneter Stefan Junkermann das Wort: „Die Kollegen vom Ordnungsamt halten sich bei der Prüfung der Feuer immer an die gesetzlichen Vorgaben.“ Es könne aber sein, dass, wenn der Gemeindemitarbeiter vor Ort war, noch einige Bretter mehr auf die Haufen geworfen werden. „Wir werden uns bemühen, im Rahmen dessen, was wir personell können, die Feuer zu kontrollieren“, so Junkermann. Bevor der Ausschuss seine Entscheidung fällte, schlug Bernd Klute abschließend vor, dass das Ordnungsamt auch nach einer ersten Begutachtung der Feuerhaufen nochmals zu stichprobenartigen Kontrollen ausrücken könne.

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