1. www.westfalen-blatt.de
  2. >
  3. OWL
  4. >
  5. Kirchlengern
  6. >
  7. Wenn sanieren, dann aber richtig

  8. >

Kästner-Gesamtschule: Aus Sporthalle soll Multifunktionshalle werden – voraussichtliche Kosten für Projekt haben sich verdoppelt

Wenn sanieren, dann aber richtig

Kirchlengern

Noch ist es „nur“ eine gewöhnliche, in die Jahre gekommene Sporthalle: das Gebäude neben der Kästner-Gesamtschule Kirchlengern. Wenn es aber nach einer Mehrheit der Ratsmitglieder geht, dürfte bald ein „Upgrade“ erfolgen.

Von Hilko Raske

So soll die Multifunktionshalle an der Erich-Kästner-Gesamtschule in Kirchlengern nach der umfangreichen Sanierung aussehen. Foto: BKS-Architekten

Nach einer Sanierung, für die sich die Politiker schon vor fünf Jahren aussprachen, hat man dann künftig eine Multifunktionshalle. Allerdings hat es in den vergangenen Jahren einige entscheidende Veränderungen gegeben. Schon vorliegende Förderzusagen (ca. 820.000 Euro) beruhen auf der Kostenschätzung aus dem Jahr 2016. Und gedacht waren sie nur für eine energetische Sanierung und Barrierefreiheit. Die aktuelle Planung sieht aber vor, dass auch die Aspekte Multifunktionalität (beispielsweise für Kulturveranstaltungen), Anpassung an das städtebauliche Konzept und die Sportfunktionalität berücksichtigt werden. Das erfordert, dass Fördermittel neu beantragt werden. Die Frist dafür läuft zum 30. September ab. Eine schnelle Entscheidung ist also erforderlich.

Die Planungen für die Sanierung hatte die Gemeinde bereits europaweit ausgeschrieben. Den Auftrag bekommen hat das Büro „BKS Architekten“ mit Sitz in Lübbecke, Bielefeld und Hamburg. Das Planungsbüro ist in der Region bekannt. So hat es unter anderem den Neubau einer Grundschule in der Gemeinde Rödinghausen realisiert. Außerdem wird aktuell das historische Bahnhofsgebäude in Bünde nach seinen Entwürfen umgebaut.

BKS-Geschäftsführer Dirk Stanczus stellte am Donnerstagabend den Mitgliedern des Hauptausschusses die angestrebten Veränderungen vor. Die reichten von barrierefreien Eingangsbereichen über einen neuen Hallenboden, eine neue Tribüne, Lüftungsanlage, Veranstaltungsbühne, Fußbodenheizung, Catering-Tresen bis hin zur komplett neu gestalteten und Licht durchfluteten Fassade.

Neu sind allerdings auch die veranschlagten Kosten. Waren sie 2016 noch mit etwa 3,13 Millionen Euro kalkuliert worden, spricht man inzwischen von 6,45 Millionen Euro. „Davon sind 4 Millionen Euro förderfähig. Der Fördersatz beträgt 50 Prozent“, informierte der zuständige Fachbereichsleiter Karl-Heinz Saße. Mit Blick auf die deutlich gestiegenen Kosten wies Stanczus darauf hin, dass es im Baugewerbe seit 2016 zu einer jährlichen Preissteigerung von 5 Prozent gekommen sei.

Zum eigentlichen Sanierungspaket gebe es auch noch optionale Angebote, so Stanczus. Der Architekt nannte hier unter anderem eine Photovoltaikanlage auf dem Dach, eine Begrünung kleinerer Dachflächen und eine Glasfassade im Eingangsbereich. Kostenpunkt für alle optionalen Sanierungsmaßnahmen: zusätzliche 529.000 Euro.

Bei SPD und CDU hinterließ die Planung einen guten Eindruck. Die Sozialdemokraten signalisierten sogar ihre Zustimmung. Ingo Scheiding wollte jedoch wissen, wie teuer ein kompletter Neubau käme. Etwa 10 Millionen Euro, schätzte Stanczus. Und Birte Rögner (CDU) fragte, wie lange der Sportunterricht ausfallen würde. „Etwa ein halbes Jahr“, lautete die Antwort.

Grundsätzliche Kritik kam von Michael Blöbaum (FDP). „Die alte Schule in Stift Quernheim fällt fast zusammen und wir reden hier von 6,45 Millionen Euro, die wir mal eben locker ausgeben wollen? Und das für eine Halle, die die meisten Kirchlengeraner nicht von innen sehen?“

Auf Vorschlag der Christdemokraten einigte man sich darauf, dass das Thema noch in den Fraktionen beraten werden soll. Bei der Ratssitzung am 9. September muss aber mit Blick auf den Ablauf der Frist für die Beantragung von Fördermitteln eine Entscheidung getroffen werden.

Startseite