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Der Digitalausbau an den Löhner Schulen geht voran, aber die Finanzierungsfrage erhitzt die Gemüter

905 mobile Endgeräte sind schon da

Löhne (WB)

Wer bezahlt mobile Endgeräte für den digitalen Schulunterricht? Diese Frage erhitzte nun die Gemüter im Schulausschuss. Bei den rechtlichen Fragen „macht sich das Land schlank vom Acker“, stellte selbst die Stadtverwaltung Löhne fest.

Wilhelm Adam

Mobile Endgeräte für den digitalen Schulunterricht werden immer wichtiger. Doch wer bezahlt am Ende die Rechnung? Foto: Uli Deck/dpa

Kern der Diskussion war der „Medienentwicklungsplan für die Schulen in Trägerschaft der Stadt Löhne“ (MEP). Das „übergeordnete Ziel“ von Bund und Ländern, heißt es darin, sei, „superschnelles Internet mit mindestens 1 Gigabit pro Sekunde in ganz Deutschland bis 2025“. Schulen „werden prioritär in den Fokus der Förderung genommen“.

Nicht nur für die Übernahme der Kosten für die Ausstattung von Lehrkräften mit Endgeräten gebe es „im Rechtsgutachten keine eindeutige Aussage“, stellt der Plan fest. Zudem betone der Städte- und Gemeindebund NRW, dass Schuldigitalisierung faktisch eine freiwillige Selbstaufgabe sei.

600 Euro sind viel Geld

Allen Eltern zuzumuten, rund 600 Euro für ein mobiles Endgerät zu Schulzwecken zu bezahlen, sei nicht in Ordnung, stellte Schulleiterin Anja Backheuer vom Städtischen Gymnasium fest. Dabei gehe es nicht um einfache Anschaffungen, „wie Geodreieck oder Zirkel“.

Bis zur rechtlichen Klärung müsse die Stadt eine Anschubfinanzierung ermöglichen. Zudem brauche ab den siebten Klassen, spätestens aber ab der Klasse neun, jedes Kind ein Endgerät. Vermehrt bedeuteten digitale Kompetenzen für Lehrer zudem eine Herausforderung über alle Fächer hinweg.

Schulleiterin Anja Backheuer vom Städtischen Gymnasium Löhne

Eile sei geboten, erklärte Backheuer, um die Schulen bei der Digitalisierung auch gegenüber Bildungseinrichtungen anderer Kommunen konkurrenzfähig zu halten. „Allerdings läuft uns die Zeit weg.“

Es sei „keine Frage, dass wir uns das anders wünschen würden“, betonte auch die Vertreterin der Stadtverwaltung. Allerdings mache sich das Land bei der Unterstützung für die Eltern „schlank vom Acker“. Damit verbundene finanzielle Auswirkungen könne die Kommune nicht allein tragen. Man werde aber soziale Härtefälle prüfen.

Das MEP-Konzept rechnet in den Klassen fünf und sechs mit je einem Gerät für drei Kinder, in den siebten und achten Klassen mit einem für zwei sowie ab der neunten Stufe mit einem für jeden Schüler. Dies bedeute für die Stadt, dass aus Mitteln von Bund und Land etwa 274.000 Euro für „schulgebundene digitale Endgeräte zur Verfügung“ stehen. Bisher seien für Schüler 590 und für Lehrkräfte 315 mobile Geräte „aktuell bestellt und geliefert“ worden.

Sie arbeiteten „am Anschlag“, um jedem Kind auch beim Online-Unterricht eine „individuelle Ansprache“ zu ermöglichen, erklärte eine Grundschulleiterin. Mit Hilfe der Stadt sei man gut aufgestellt. Das Problem einer Vorfinanzierung durch die Eltern sieht auch der Medienentwicklungsplan.

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