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Hinter dem Löhner Straßentheater im Juli steht noch ein Fragezeichen – Kulturbüro stellt Saisonplanung vor

Acht Städte, vier Bundesländer

Löhne (WB)

Die Straßentheaterreihe „Von Nord nach West“ wurde mit identischem Programm und denselben Künstlern einfach um ein Jahr verschoben. Wer hätte im Mai 2020, als diese Entscheidung fiel, gedacht, dass 2021 die Pandemie noch genauso zu Einschränkungen führt wie im Vorjahr? „In den nächsten Wochen muss sich zeigen, ob das Straßentheater so wie geplant im Juli auf dem Findeisen-Platz stattfinden kann“, sagt Dirk Hinke, Leiter des Löhner Kulturbüros.

Andrea Berning

Clowns mitten im Publikum auf dem Findeisen-Platz: Das gab es zuletzt beim Straßentheater im Juli 2019. Über eine Neuauflage der Reihe „Von Nord nach West“ wird kurzfristig in den kommenden Wochen entschieden. Foto: Gabriela Peschke/Archiv

Wenn nicht, biete sich auch noch das Aqua-Magica-Gelände als Ausweichort für die vier Freitage im Juli an, die traditionell bis 2020 dem Straßentheater vorbehalten waren. Dort gibt es ein eingezäuntes Gelände, fest montierte Bänke und ein Hygienekonzept, das schon 2020 funktioniert hat. Ein Problem: Die befestigte Fläche für die Künstler ist kleiner als auf dem Findeisen-Platz, das beschränkt diese in ihren Darbietungen.

Viel schwieriger ist aber, dass die Straßentheater-Reihe die beteiligten Künstler durch acht Städte in vier Bundesländern führt. Angesichts der Vielzahl der unterschiedlichen Regeln sagt Dirk Hinke: „Ich bin wirklich gespannt, noch ist die Situation völlig unkalkulierbar.“

So wie das Sommertheater stellte der Leiter des Kulturbüros auch das übrige Kulturprogramm der Saison 2021/2022 dem Kulturausschuss in seiner jüngsten Sitzung vor. Beschlüsse wurden nicht gefasst, und es gab auch nur wenige Nachfragen zu einzelnen Veranstaltungen.

Kulturbüro-Leiter Dirk Hinke. Foto: Dominik Rose

Im Grunde genommen sei die gesamte Spielzeit des Vorjahres um ein Jahr verschoben worden, sagt Hinke. Veranstaltungen aus dem Frühjahr 2020 seien zunächst auf den Herbst 2020 verschoben worden, dann auf diesen Frühling, und nun hoffe man, dass es im September losgehen könne.

Aber wie? Dirk Hinke geht von Rückverfolgbarkeit aus, was den Verkauf personalisierter Eintrittskarten erforderlich mache. Auch sei gar nicht klar, wie viele Personen in einen Saal gesetzt werden dürfen. „Daher verschieben wir den Vorverkauf auf den spätestmöglichen Termin“, sagt Hinke, mit dem Ziel, möglichst flexibel auf die dann geltenden behördlichen Vorgaben reagieren zu können.

Kabarettreihe beginnt mit Sascha Korf

Wenn möglich, würde es am 16. und 17. September mit zwei Auftritten von Sascha Korf im Rahmen der Kabarettreihe „sonderBar“ losgehen. Diese bildet einen der Schwerpunkte des provisorisch durchgeplanten Programms, mit Auftritten von sieben weiteren Künstlern bis April 2022.

Vier Konzerte sind in der Reihe „O-Ton“ vorgesehen, unter anderem mit Reinhold Beckmann, sechs Veranstaltungen in der „jungen“ Kulturbüro-Reihe „Premium Paradise“. Beliebt waren immer die „hörBar“-Konzerte. Doch da Hinke Stehveranstaltungen in der kommenden Saison noch nicht für möglich hält, sind geplante Nachholkonzerte mit den „Dire Strats“ und „True Collins“ auf 2022 verschoben.

Auch einige Sonderveranstaltungen wie die Löhner Kriminacht, die 2020 der Pandemie zum Opfer fiel, sieht die Übersicht vor. Termine sind auch schon für den Löhner Weihnachtsmarkt, den „Winterzauber“ und den Feuerabend 2022 festgelegt – alles unter Vorbehalt.

Eine Erleichterung für die Künstler, die sicher lieber vor Publikum auftreten würden, gibt es: Löhne erhält nach Angaben von Dirk Hinke Fördermittel aus dem Programm „Neustart Kultur“. Das sei eigentlich zur Unterstützung von Veranstaltungen im vergangenen Herbst gedacht gewesen. Nun dürfen die Mittel aber dafür eingesetzt werden, Künstlern Ausfallhonorar zu zahlen. Wer nicht auftreten könne, erhalte 40 Prozent der ausgehandelten Gage für die ausgefallene Veranstaltung, sagt der Leiter des Kulturbüros.

Mit die größte Veranstaltung des Kulturbüros wird übrigens 2021 keine Neuauflage erleben: Eine Comedy-Show im Rahmen eines möglichen Oktoberfestes ist nicht geplant.

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