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16. Sommerfest der Kleinkunst auf der Aqua Magica bietet vielfältigen Programmmix

Alfons: »Zuviel Angst macht blöd«

Bad Oeynhausen/Löhne  (WB). »Wenn ihr zuviel Angst habt, etwas zu verändern, müsst ihr aufpassen, dass ihr nicht blöd werdet.« Diese und andere Ratschläge hat Comedian Alfons den Gästen des 16. Sommerfests der Kleinkunst auf der Aqua Magica mit auf den Weg gegeben. Nicht nur sein Auftritt kam bei den mehr als 1000 Besuchern bestens an.

Malte Samtenschnieder

»Es lebe die deutsch-französische Freundschaft!« Diese Devise hat Comedian Alfons alias Emmanuel Peterfalvi bei seinem grandiosen Auftritt zum Abschluss des Sommerfests der Kleinkunst ausgegeben. Foto: Malte Samtenschnieder

»Ich habe viele positive Kommentare zur Programmauswahl erhalten«, sagte Michael Scholz im Gespräch mit dieser Zeitung. Für die Tatsache, dass die Besucherzahl dennoch um ein Drittel unter dem Vorjahreswert lag, machte der künstlerische Leiter das kühl-feuchte Wetter verantwortlich. Michael Scholz: »Man wusste ja bis zum Ende nicht, ob es nun regnen würde oder nicht.«

Acht Künstler bieten unterhaltsame Stunden

Wer sich trotz dieser Unberechenbarkeiten am Samstagabend auf den Weg zum ehemaligen Landesgartenschaugelände zwischen Bad Oeynhausen und Löhne machte, konnte ein paar unterhaltsame Stunden verleben.

Auf einen Parforceritt in die »Hölle des positiven Denkens« – und an deren Grenzen – konnten die Besucher Patrizia Moresco begleiten. Mit spitzer Zunge nahm die Comedienne etwa Bewegungsmuffel aufs Korn. Kostprobe: »Der 100-Meter-Lauf ist deshalb so unbeliebt, weil man das Ziel mit Google Maps auch nicht schneller findet.«

Der Frage »Was ist eigentlich Deutschland?« ging der Kabarettist Ingo Börchers pointiert auf den Grund. So versuchte er eine zeitgemäße Annäherung an die Mentalität des Volkes der Dichter und Denker mit Hilfe der Funktionsweise eines Pfandflaschenautomaten. Auch der Auftrittsort bekam sein Fett weg. »Lieber frei in Löhne als in Hannover an der Leine«, witzelte der Bielefelder.

Zum Ende gibt es ein Plädoyer für den Frieden

Dass man Stillleben von Michelangelo, Munch und Co. als Tanzperformance mit Jonglage-Elementen interpretieren kann, machte das Duo »Opus Furore« klar. Einen ernsthafteren Ansatz verfolgten Stefan Sing und Chris­tiana Casadio mit ihrer einzigartigen Tanz-Jonglage-Mischung. Sie zeigten atemberaubende Körperbeherrschung, die das Publikum schlussendlich zu Recht mit lang anhaltendem Applaus honorierte.

Als etwas gewöhnungsbedürftig erwies sich sowohl der boshafte Humor des Duos »Schwarze Grütze« als auch die avantgardistische Performance von Bartuschka. Mit ihrer knallgelben Perücke wird letztere aber wohl noch lange in Erinnerung bleiben. Traditionelles Jahrmarkttheater zwischen Prinzessinnen und Tier-Menschen hatte dagegen »Katharinas Schaubude« für die Gäste im Gepäck.

Das Finale beendete Comedian Alfons mit einem Plädoyer für den Frieden über jegliche Grenzen hinweg. Sein geradezu philosophisches Fazit: Nur gemeinsam können alle Menschen die Welt zu einem besseren Platz machen.

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