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Theatergruppe Obernbeck begeistert Publikum mit Farce des jungen Woody Allen

Amüsantes Chaos auf der Bühne

Löhne-Obernbeck (WB). »Don´t drink the water« ist ein Bühnenstück, das Woody Allen im Alter von 31 Jahren geschrieben hat. Die Komödie hat jetzt die Theatergruppe der Kirchengemeinde Obernbeck aufgeführt. Am Samstag hat das Stück Premiere gefeiert.

Wilhelm Adam

Sie sorgen für viel Wirbel (von links): Ilsa Maria Graf als Susan, Hans-Wilhelm Homburg und Annette Lindemann als Ehepaar Marion und Walter Hollander und Christian Homburg als Axel Magee. Foto: Wilhelm Adam

»Don´t drink the water« bedeutet übersetzt: »Nicht das Wasser trinken«. Es ist eine amerikanische Redewendung, mit der Reisende vor unbekannten Gefahren in fremden Ländern gewarnt werden. Das Stück handelt von dem Ehepaar Marion und Walter Hollander, die gemeinsam mit ihrer Tochter Susan in ein Land irgendwo hinter dem eisernen Vorhang geraten sind. In ihrer Fotografierlaune haben sie leider nicht bemerkt, dass sie einem militärischen Sperrgebiet zu nahe gekommen sind. Prompt geraten sie daraufhin in das Visier jener fremden Staatsmacht und flüchten sich in die amerikanische Botschaft. Doch aufgrund eines Brandes ist die auf einen Camping-Platz verlegt worden. Und damit nicht genug: Ausgerechnet der Tollpatsch Axel Magee hat stellvertretend für seine Mutter die Leitung der Botschaft übernommen.

Christian Homburg brilliert als Tollpatsch

Eigentlich wollte ihr Sohn eine ruhige Kugel schieben, während sie sich für Gouverneurswahlen in den Vereinigten Staaten vorbereitet, doch daraus wird nichts: Nicht nur die eigenwillige Marion Hollander (witzig und sarkastisch verkörpert von Annette Lindemann) bringt das Botschaftsleben durcheinander. Auch Vater Drobney (bestens von Dirk Windmann dargestellt), der als Asylsuchender seit sechs Jahren in der Botschaft lebt, stiftet eher Verwirrung, als das er für Axel Magee hilfreich ist.

In dessen Rolle brilliert Christian Homburg. Er ist nun so stark überfordert, dass er den Besuch vom Sultan von Bashir und seiner Frau vergisst. Besonders pikant: Der Sultan möchte eigentlich die Botschafterin wegen eines wichtigen Ölgeschäfts sprechen. Das geht zwar schief – aber irgendwie finden plötzlich Axel Magee und Susan zusammen.

Woody Allen konzipierte diese Komödie als Farce – also als Stück, das ein Publikum mit zwar unwahrscheinlichen und extravaganten, aber doch real möglichen Situationen unterhält. Das gelingt den Schauspielern von Beginn an meisterhaft. Der Witz kommt an den richtigen Stellen zur Geltung. Das Publikum war sich einig: Es ist sehenswert, was die Theatergruppe auf die Bühne gebracht hat.

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