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„Ich werde nie wieder ohne Maske arbeiten“: Friseurmeister Bernd Ritter aus Löhne freut sich auf die Öffnung am 1. März

Auf haarige Notfälle vorbereitet

Löhne-Obernbeck (WB)

Der Countdown läuft: Nach wochenlanger Pause dürfen Bernd Ritter und sein Team vom Salon „Bernd Ritter Hair & Fashion Team“ ab dem 1. März endlich wieder Kunden empfangen. Damit zum Start alles glatt läuft, musste der Friseurmeister einige Vorkehrungen treffen. Der Inhaber ist gespannt, welche haarsträubenden Frisur-Notfälle ihn erwarten.

Lydia Böhne

„Wo sonst kann man schon den ganzen Tag Menschen schön machen?“, schwärmt Bernd Ritter über seinen Beruf. Der Friseurmeister freut sich, dass seine Berufsgruppe ab dem 1. März nach wochenlanger Pause wieder arbeiten darf. Foto: Lydia Böhne

Nach dem Zweiten Weltkrieg waren es die Friseure, die zum Rasieren und Entlausen als erste wieder öffnen durften – und auch jetzt sind es die Salons, die bei den schrittweisen Lockerungen des Lockdowns ganz vorne mit dabei sind.

Auf haarige Katastrophen stellt sich Bernd Ritter zwar nicht ein, trotzdem bleibt der Friseurmeister realistisch: „In den ersten Wochen kommen viele zu uns, die wochenlang nicht ihre Haare waschen konnten. Beispielsweise Senioren, die ihre Arme nicht mehr so gut heben können.“

Für Bernd Ritter steht fest: „Es werden anstrengende Arbeitstage.“ Angst vor Infektionen brauche in den Augen des Inhabers niemand zu haben: „Ein Termin im Salon ist sicherer als jeder Supermarktbesuch.“ Schon vor dem Lockdown habe der Inhaber auf ein strenges Hygienekonzept gesetzt, das nun fortgesetzt werden soll. Die Infektionsschutzmaßnahmen sehen eine Fläche von zehn Quadratmetern pro Kunde vor.

Friseurmeister Bernd Ritter

Seinen 160 Quadratmeter großen Salon, der sich auf vier Räume verteilt, empfindet Bernd Ritter als großes Glück: Acht Kunden dürfen sich so gleichzeitig im Salon aufhalten. „Kleinere Salons mit 50 Quadratmetern haben da schlechte Karten. Um das auszugleichen, wird dort in Schichten von 5 bis 23 Uhr durchgängig gearbeitet“, berichtet der fachliche Leiter der Friseur- und Kosmetik-Innung-Herford.

Zeitschriften oder Getränke mitbringen

Überall im Salon hat der Friseurmeister Hygienestationen eingerichtet. Die große Couch mitten im Geschäft wird aber wohl trotzdem leer bleiben: „Es wird keinen Wartebereich geben. Auch Zeitschriften oder Getränke dürfen wir nicht anbieten – können aber von den Kunden selbst mitgebracht werden“, erläutert Bernd Ritter.

Verpflichtend ist außerdem, dass die Haare gewaschen werden müssen: „Haare sind hygroskopisch, sie nehmen Feuchtigkeit und damit mögliche Erreger aus der Umwelt auf. Das Waschen ist daher als antibakterielle Maßnahme wichtig.“

Auch eine FFP-2-Maske oder eine medizinische Alternative sollten Kunden parat haben. Für Bernd Ritter hat sich durch die Pandemie bereits eine Konsequenz ergeben: „Die Krankheitstage sind so gering wie noch nie. Ich werde nie wieder ohne Maske arbeiten.“ Auf kleine Preisanpassungen müssten sich Kunden auch deshalb einstellen, weil laut Bernd Ritter einige Versicherungen teurer geworden seien.

Das Telefon klingelt pausenlos

Dass fast pausenlos das Telefon klingelt, weil Kunden Termine vereinbaren wollen, freut den Inhaber: „Wir haben vermutlich einige Kunden verloren, die in der Pause festgestellt haben, dass sie selbst ein Talent zum Haareschneiden haben, aber viele haben sich schon einen Termin geholt. Unsere Stammkunden behalten ihre gewohnten Termine.“

Ein witziges Erlebnis ist Bernd Ritter besonders im Gedächtnis geblieben: „Im Supermarkt rief eine Frau mir zu: ‚Bernd, ich habe noch nie so eine Sehnsucht nach einem Mann gehabt, wie nach dir‘“, berichtet der Löhner mit einem Lachen. Auch wenn die Angebote verlockend waren, habe er weder für den Höchstbietenden noch für die eigene Frau aus Solidarität eine Ausnahme gemacht, wie der Friseurmeister berichtet.

„Überwältigt“ von der Flut an Terminanfragen ist man auch im Bad Oeynhausener Salon Hair-Club gewesen. Dieser teilte über Instagram mit, dass kurz nach Bekanntwerden des Öffnungstermins über 100 Mails sowie 300 Nachrichten auf dem Anrufbeantworter eingegangen seien.

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