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Straßensperre in Löhne durchbrochen – Komplize gefasst

Automatensprenger entwischen dem LKA

Löhne (WB). Bei einem Polizeieinsatz in Löhne sind dem Landeskriminalamt am Donnerstag zwei Mitglieder einer niederländischen Geldautomatenbande entwischt, als sie eine Straßensperre durchbrachen. Ein dritter Mann (21) wurde gefasst.

Christian Althoff

136 Geldautomaten wie dieser in Lippetal wurden 2016 in NRW gesprengt. Foto: Polizei

Die Masche: Täter leiten nachts durch Schlitze oder ein eigens gebohrtes Loch Gas in Geldautomaten und zünden es. In Deutschland sind die Diebe in 40 Prozent der Fälle erfolgreich: Der Automat explodiert, und sie kommen ans Geld – meistens fünfstellige Summen.

Innerhalb Deutschlands passieren die meisten Taten in NRW, wohl wegen der Nähe zu den Niederlanden. Denn dort und in Belgien wurde die Masche lange angewendet, bevor die dortigen Banken ihre Sicherheitsvorkehrungen verbesserten.

Das Landeskriminalamt (LKA) in Düsseldorf ermittelt mit seiner Sonderkommission »Heat« schon länger gegen Automatensprenger und arbeitet mit der niederländischen Polizei zusammen.

Nachahmer kopieren Masche

Die Ermittler gehen davon aus, dass es etwa 250 Niederländer mit nordafrikanischer Abstammung sind, die in Amsterdam und Utrecht leben und in wechselnden Gruppen Automaten sprengen. Es gibt aber auch Täter anderer Nationalitäten, die die Masche kopieren – laut Bundeskriminalamt vor allem Polen.

In Borgentreich (Kreis Höxter) haben Unbekannte indes am Freitag einen Kontoautomaten gestohen.

Auch in Bielefeld-Brackwede wollten Täter einen Automaten sprengen.

Nach langen Ermittlungen observierten Beamte des LKA und der niederländischen Polizei in der Nacht zum Donnerstag drei Männer. Die Polizisten folgten dem Trio bis nach Löhne, wo die Verdächtigen gegen 2.50 Uhr vor einer Automatenfiliale der Deutschen Bank stoppten. Als die Täter die Sprengung vorbereiteten, gaben die Polizisten ihre Deckung auf, um die Täter festzunehmen.

Hubschrauber angefordert

Ein 21-Jähriger – es soll ein Niederländer aus Utrecht mit marokkanischer Herkunft sein – wurde überwältigt. Die beiden anderen rasten davon und durchbrachen eine Straßensperre. Sie entkamen, obwohl das LKA noch einen Hubschrauber angefordert hatte. »Gegen den Festgenommenen werden wir einen Haftbefehl wegen versuchten Bandendiebstahls und versuchten Herbeiführens einer Explosion beantragen«, sagte Ulrich Bremer, Oberstaatsanwalt aus Köln. Die Behörde ermittelt zurzeit gegen drei Automatenbanden.

Die Arbeit der Kripo und technische Vorkehrungen der Banken scheinen zu wirken: Wurden 2016 in NRW 136 Automaten gesprengt, waren es in diesem Jahr erst 49 – ein Rückgang um 28 Prozent.

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