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Galerieteam zeigt im Gemeindehaus Obernbeck 44 Werke von Xiaoping Xu

»Berlin dicht auf den Fersen«

Löhne (WB). »Brücken bauen 3« lautet das Motto der Ausstellung mit Werken der Künstlerin Xiaoping Xu. Die haben die Veranstalter im Gemeindehaus an der Christuskirche eröffnet.

Wilhelm Adam

Sie freut sich über die vielen Besucher, die zur Eröffnung der Ausstellung mit ihren Werken gekommen sind: Künstlerin Xiaoping Xu (Mitte) mit Anita Niehaus und Referent Michael Hellwig . Foto:

Künstlerin dankte den Organisatoren für deren Hilfsbereitschaft

Das Interesse an den Bildern ist groß: Alle Stühle im Saal an der Kirchstraße war während der Eröffnungsveranstaltung besetzt. Die Künstlerin dankte den Organisatoren für deren Hilfsbereitschaft bei der Vorbereitung. »Das ist eine schöne Ausstellung geworden. Ich bin begeistert, dass so viele Menschen gekommen sind.«

44 Werke sind zu bestaunen, mit denen die Künstlerin nach eigenen Angaben Brücken zwischen den Kulturen und Menschen unterschiedlichen Lebensalters bauen will. Es ist ihre dritte Ausstellung zu diesem Thema. Bis Freitag, 28. September, werden die Bilder zu sehen sein.

Von Januar bis April war die Künstlerin in ihrer Heimat

Der Wunsch, Brücken zu bauen, werde an drei Bildern besonders deutlich, sagte Margret Wefelmeier vom Galerieteam in ihrer Eröffnungsrede. »Sie zeigen das Gesicht einer alten chinesischen Frau und einer alten Dame aus Ostwestfalen. Dazwischen ist das Bild eines Jungen, der chinesische und ostwestfälische Wurzeln hat.« Zuvor habe erstmals in Berlin, bis Januar 2018, eine Ausstellung zu chinesischer Porträtmalerei stattgefunden unter dem Titel »Die Gesichter Chinas«. Nach offiziellen Angaben der Kuratoren sei diese Ausstellung »die erste in Europa, die sich explizit der chinesischen Porträtmalerei widmet.« Wefelmeier: »Damit sind wir Berlin dicht auf den Fersen.«

»Von Januar bis April war die Künstlerin in ihrer Heimat, um uns neue Eindrücke Chinas mitzubringen«, erklärte Margret Wefelmeier. Die Schau zeige Gesichter die von gelebtem Leben voller Höhen und Tiefen erzählten, voller Reife und Weisheit. Auch seien Gesichter von Menschen zu sehen, »die wissen, was einem das Leben auch vorenthalten kann.«

»In den 1930er Jahren wurden westliche Maltechniken in China bekannter«

»Mindestens ein wichtiges Bauteil der Brücke stammt aus unserer westlichen Kultur«, hob Referent Michael Hellwig bei seiner Einführung in die Arbeit der aus China stammenden Künstlerin hervor. Dabei sei es kein Zufall, dass das Handwerk ihrer Bilder »europäisch« wirke. »Spätestens in den 1930er Jahren wurden westliche Maltechniken in China bekannter«, erklärte er. Besonders nach den durch das chinesische Staatsoberhaupt Deng Xiaoping eingeleiteten Reformen, ergänzte er, »fand die Kunst der europäischen klassischen Moderne in den 1980er Jahren Aufmerksamkeit in der chinesischen Kunst.«

Auch Kinder sind auf einer Reihe von Bildern abgebildet. Sie wirken sehr neugierig auf das, was die Welt für sie bereithält. Die Gesichter alter Menschen spiegeln ihre Lebenserfahrung und je nach ihrem kulturellen Umfeld unterschiedliche Weisheiten wider. Manche sind traditionell gekleidet und scheinen in einer anderen Zeit zu leben. Gerade das, erklärte Hellwig, zeige, »dass wir offen sein müssen für neue Eindrücke und Erfahrungen«, wenn es darum gehe, neue Brücken zu bauen.

Musiker bauen Brücken zwischen Kulturen

Auch Musiker bauen Brücken zwischen Kulturen. Das zeigten die Mitglieder des Flötenensembles unter Leitung von Elvira Haake ausdrucksvoll unter anderem mit ihrem Vortrag des Stücks »Someone to watch over me« von Georg Gershwin. Es stammt aus dem Musical »Oh Kay« aus dem Jahr 1926 und zahllose Künstler unterschiedlicher musikalischer Stilrichtungen haben dieses Werk bis heute interpretiert. »To watch« heißt übersetzt »beobachten«. Und wer mit dem Blick für jedes Detail beobachten und auf andere zugehen will, muss dafür das wichtigste Gefühl kennen, das die Menschen eint. Vor allem das habe Künstlerin Xiaoping Xu in ihren Werken meisterhaft umgesetzt, bekräftigte Elvira Haake in ihrer Ansprache: »Da hat jemand mit sehr viel Liebe hingeschaut.«

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