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Missbrauch im Kinderheim: zwei Jahre auf Bewährung – Gericht kritisiert Ärzte und Heimaufsicht

Berufsverbot für Sozialpädagogen

Löhne (WB). Vier Jahre Berufsverbot und zwei Jahre Haft auf Bewährung: Am Dienstag ist der Missbrauchsprozess gegen einen Ex-Kinderheimleiter aus Löhne zu Ende gegangen. Massive Vorwürfe erhob das Gericht gegen das Landesjugendamt und einige Ärzte, die die Taten ermöglicht hatten.

Christian Althoff

Verteidiger Mario Prigge, hier mit Bernd K., hat sein Ziel einer Bewährungsstrafe erreicht. Foto: Christian Althoff

Sozialpädagoge Bernd K. (67) betrieb als Vorsitzender des Vereins »Westfälisches Jugendwerk e.V.« Kinderheime in Löhne, Hüllhorst und Cuxhaven – nach Überzeugung des Landgerichts Bielefeld seit Jahrzehnten »ohne wirksame Kontrolle durch das Landesjugendamt in Münster«. Bernd K. habe sich »sein Reich« schaffen können, in dem er nach Belieben »geschaltet und gewaltet« habe. »Dabei kam ihm zugute, dass das Personal fast nur aus Familienmitgliedern und früheren Heimkindern bestand. Das nahm das Landesjugendamt hin«, sagte der Vorsitzende Richter Carsten Nabel.

Was alles in den vergangenen 30 Jahren in den Heimen geschah, musste und konnte der Prozess nicht klären. Zu vieles ist verjährt. So erfuhr das Gericht vom Fall eines Mädchens, das Bernd K. immer wieder mit Vaginalcreme eingerieben haben soll. Oder vom Fall eines Jugendlichen, der »zur Strafe« den Sex mit seiner Freundin nachspielen musste. Beides soll in den 90er Jahren passiert sein und war deshalb für die Verhandlung ohne Belang.

Den ausführlichen Bericht lesen Sie in der Mittwochausgabe des WESTFALEN-BLATTS.

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