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Decke muss komplett saniert werden – Stadt bleibt auf Großteil der Kosten sitzen

Brandschaden an Gymnasium in Löhne

Löhne (WB). Ein Brandschaden, den offenbar Jugendliche am Städtischen Gymnasium Löhne (SGL) bereits im vergangenen Jahr verursacht hatten, zieht zusätzliche Belastungen für die Stadt Löhne nach sich. Da die Täter nicht ermittelt werden konnten, zahlt zwar die Versicherung – allerdings nur einen Teil der Kosten. Das hat Christine Harodt, kommissarische Leiterin der Immobilienwirtschaft der Stadt, in der Ratssitzung am Mittwochabend, 16. Mai 2018, mitgeteilt.

Sonja Gruhn

Durch den Schwelbrand, den Jugendliche am Städtischen Gymnasium in Löhne durch das Anzünden einer Holzbank, wie sie im Hintergrund zu sehen ist, verursacht haben, ist die Decke der Überdachung auf einer Fläche von knapp 100 Quadratmetern in Mitleidenschaft gezogen worden. Beim Rückbau zur Sanierung wurde festgestellt, dass die dort befindlichen Befestigungssysteme nicht mehr dem aktuellen Stand der Technik entsprechen und somit in der gesamten Überdecke ausgetauscht werden müssen, wie Christine Harodt erläutert. Foto: Sonja Gruhn

Auf die zusätzlichen Aufwendungen zur Sanierung in Höhe von 76.700 Euro wies zuvor Kämmerin Andrea Linnemann hin, als sie den ersten Nachtrag zum Haushaltsplan 2018 vorstellte.

Der Vorfall hatte sich am 22. Juni vergangenen Jahres in den Abendstunden ereignet. Damals hatte eine Reinigungskraft, die in der Sporthalle tätig war, bemerkt, dass Jugendliche einen Holztisch mit integrierter Sitzfläche angezündet hatten. Diese Sitzgelegenheit für die Schüler stand unter der Überdachung zwischen dem Gebäude der Sekundarstufe II und dem gläsernen Treppenhaus. Die Reinigungskraft alarmierte sofort die Feuerwehr und den Hausmeister, die Brandstifter jedoch kamen unerkannt davon.

»Die Bänke sind zwar den Vorgaben entsprechend schwer entflammbar, aber es ist ein Schwelbrand entstanden. Die Überdachung besteht aus einer Unterdecke mit Dämmung. Etwa ein Drittel der 290 Quadratmeter großen Fläche der Überdachung hat durch den Schwelbrand angefangen zu kokeln«, sagt Christine Harodt. Außerdem habe der Ruß einen Teil der Fassade der darüberliegenden Räume verschmutzt. »Wir haben die Fassade sofort gereinigt und gleich in den anschließenden Ferien die Unterdecke, in die ja auch giftige Dämpfe gezogen waren, zurückgebaut«, sagt Harodt. Dabei sei festgestellt worden, dass die Befestigungselemente der Konstruktion nicht mehr dem aktuellen Stand der Technik entsprechen.

Gesamte Unterdecke muss zurückgebaut gebaut werden

Dementsprechend muss die gesamte Unterdecke zurückgebaut gebaut werden. Ebenso müssen Beleuchtung und Lautsprecher sowie die dazugehörige Verkabelung ersetzt werden. »Nachdem dies festgestellt worden war, musste erst eine Ausschreibung erfolgen. Einige Arbeiten konnten bereits in den Osterferien erledigt werden«, sagt Christine Harodt. Bei Frost habe nicht gearbeitet werden können, auch nicht während des laufenden Schulbetriebes, sondern nur an Wochenenden oder Feiertagen. »Wir hoffen aber, dass alles bis zum Beginn der Sommerferien fertig ist«, Christine Harodt.

»Das Gebäude der Sekundarstufe II ist das jüngste des Gymnasiums. Es wurde 1996 erbaut. Aber das ist ja mittlerweile auch mehr als 20 Jahre her«, sagt Christine Harodt. Sie betont aber, dass die Konstruktion dennoch sicher gewesen sei. »Keiner musste Angst haben, dass ihm etwas auf den Kopf fällt.«

76.700 Euro trägt die Stadt selbst

Da durch den Brand lediglich an einer Fläche von knapp 100 Quadratmetern ein Schaden entstanden war, trägt die Versicherung auch mit 38.300 Euro nur ein Drittel der Kosten von insgesamt 115.000 Euro. 76.700 Euro muss die Stadt selbst übernehmen.

Und während die Sanierungsarbeiten noch laufen, hat es die nächsten Versuche gegeben, eine Holzbank anzuzünden, wie deutliche Brandspuren beweisen.

»Inzwischen haben wir Bewegungsmelder mit starken Scheinwerfern angebracht. Außerdem wird derzeit geprüft, ob es rechtlich möglich ist, eine Videoüberwachung zu installieren, um die Bestreifung durch den Ordnungsdienst zu unterstützen. Zudem gibt es Einbruchmeldeanlagen, die einen stillen Alarm auslösen«, sagt Christine Harodt dazu.

Kommentar

Auch wenn die Versicherung den Teil der Kosten, die direkt durch den Brand am Städtischen Gymnasium verursacht wurden, übernimmt, wäre eine Sanierung der Überdachung zum jetzigen Zeitpunkt nicht notwendig gewesen – und somit auch nicht die damit verbundenen Kosten. Sie gehen letztendlich auch zu Lasten des Steuerzahlers. Da bleibt zu hoffen, dass die Prüfung, eine Videoüberwachung installieren zu können, von Erfolg gekrönt wird. Denn auch wenn es eine Bestreifung durch Mitarbeiter des Ordnungsdienstes gibt, kann diese niemals so engmaschig erfolgen. Sicher ist das Persönlichkeitsrecht von Schülern und Lehrern nicht zu vernachlässigen. Allerdings sollte es dennoch möglich sein, die Verursacher solcher Schäden, die zu Lasten der Allgemeinheit gehen, ermitteln zu können. Sonja Gruhn

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