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Schutzmaßnahmen zur Hallenbaderöffnung in Löhne greifen – dickes Minus erwartet

Corona: Grund zum Abtauchen?

Löhne  (WB). „Schwimmen unter Corona – wie soll das denn funktionieren?“ Das haben sich im Frühjahr viele Menschen gefragt. Schnell hatte der SC Aquarius, der in Löhne Frei- und Hallenbad betreibt, ein geeignetes Konzept ausgearbeitet, das Wirkung zeigte: Trotz 26.000 Besuchern war kein Corona-Fall zu verzeichnen. Die Verantwortlichen haben sich bemüht, auch bei der Organisation der Hallenbadsaison, die am 12. Oktober gestartet ist, möglichst viele Risikofaktoren zu entschärfen.

Lydia Böhne

Die Substanz des Löhner Hallenbades ist laut Burkhard Schröder gut. Insgesamt sieht der Vorsitzende des SC Aquarius allerdings Verbesserungsbedarf: „Das Bad ist nicht behindertengerecht und familienfreundlich.“ Foto: Lydia Böhne

Wie in derzeit jedes öffentliche Gebäude kommt auch ins Hallenbad nur, wer eine Mund-Nasen-Bedeckung trägt. Das Hinterlegen der Kontaktdaten ist für den Fall einer Rückverfolgung der Infektionskette ebenfalls Pflicht. Um am Einlass Zeit zu sparen, können die Zettel bereits Zuhause über die Seite des Vereins oder der Stadt Löhne ausgedruckt und ausgefüllt mitgebracht werden.

Abstand halten

Erst in der Umkleidekabine darf die Maske abgenommen werden. Auf dem Weg dahin und auch vor Ort fordern Schilder zum Abstandhalten auf. Überall dort, wo der Platz begrenzt ist, haben die Verantwortlichen Abstand geschaffen. Beispielsweise in den Duschen: „Von vier Duschen sind nur noch zwei zu benutzen, weil die Besucher sonst zu dicht stehen würden“, erläutert Burkhard Schröder, Vorsitzender des SC Aquarius.

Als weitere Maßnahme wurde die Lüftungsanlage überarbeitet, der Luftaustausch von 30 auf 50 Prozent hochgefahren. Die Personenanzahl im Hallenbad ist auf 40 begrenzt, die Aufenthaltsdauer beträgt 1,5 Stunden. Im Becken können 16 Schwimmer gleichzeitig ihre Bahnen ziehen. Eine Leine, die das Becken teilt, sorgt für Übersichtlichkeit. Schwimmer an den Abstand zu erinnern, das kommt nur selten vor, wie Schwimmmeister Alexander Rüther berichtet.

Sauna geöffnet

Auch die zugehörige Sauna hat der Verein unter der Voraussetzung, eine konstante Temperatur von 80 Grad einzuhalten, öffnen können. Auch hier hat man die Personenanzahl pro Sauna reduziert. So viel Mühe sich die Organisatoren auch gegeben haben, die Risiken zu umgehen, „ein gewisses Restrisiko bleibt immer“, meint Burkhard Schröder.

Zu den Hauptnutzern des Bades zählen laut des Vorsitzenden des Vereins vorwiegend ältere Menschen. Dass vor allem sie zur Risikogruppe gehören, sorgt für eher geringe Besucherzahlen. „Viele trauen sich noch nicht so richtig ins Bad“, vermutet Schwimmmeister Alexander Rüther.

Und so kommt es vor, dass die maximale Anzahl von 16 Schwimmern im Becken nur in seltenen Fällen auch wirklich ausgeschöpft ist. Hinzu kommt der Charakter des Bades. „Wir sind ein kleines, eher unattraktives Bad. Familien und Jugendliche fahren dann lieber woanders hin“, sagt Burkhard Schröder.

Nicht wirtschaftlich

Der Vereinsvorsitzende sieht die Öffnung des Hallenbads mit Blick auf die Wirtschaftlichkeit nach wie vor kritisch. Zusätzliche Kosten würden unter anderem durch stärkeres Heizen durch den erhöhten Luftaustausch oder eine neu benötigte Arbeitskraft, die sich um den Einlass kümmert, anfallen. „Kosten, die wir nicht einnehmen“, stellt Burkhard Schröder fest.

Laut des Vereinsvorsitzenden fällt durch Frei- und Hallenbad pro Jahr bei jährlichen Einnahmen von etwa 60.000 Euro ein Minus von 400.000 Euro an, das von der Stadt Löhne aufgefangen wird. Für 2020 rechnet Schröder mit einem zusätzlichen Verlust von 50.000 bis 70.000 Euro. Das könne laut des Vorsitzenden auch nicht der Corona-Zuschlag in Höhe von einem Euro bei den Erwachsenenpreisen ausgleichen.

„Wir müssen überlegen, was in den nächsten Jahren mit den Bädern passieren soll“, sagt Burkhard Schröder. Wichtig ist dem Vorsitzenden eine Lösung für alle. Neben den Badegästen werden die Anlagen auch von Kursen und den Grundschulen genutzt.

Dass der Betrieb im Lehrschwimmbecken in Melbergen nach der abgeschlossenen Reparatur des defekten Hubbodens wegen neuer Mängel ruht, macht die Organisation nicht leichter. „Das Bad in Melbergen ist höher frequentiert. Die Kurse müssen nach den Herbstferien wahrscheinlich erst mal hier stattfinden“, ergänzt Burkhard Schröder.

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