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Es soll neue Fahrzeuge und Gebäude für die Feuerwehr geben

Damit in Löhne nichts anbrennt

Löhne

Brandschutzbedarfsplan. Welch wunderliches Wort. Doch hinter diesem Begriff aus dem Verwaltungsdeutsch verbergen sich auf 84 DIN-A4-Seiten sehr wichtige Informationen.

Von Dominik Rose

Feuerwehrleiter Christian Ehlert (links), Ordnungsamtsleiter Matthias Kuhle und Beatrix Becker, Dezernentin für Jugend, Soziales, Schule, Kultur, Sport, Ordnung und Bürgerservice, stehen vor dem Löhner Rathaus. Sie haben den Brandschutzbedarfsplan vorgestellt. Foto: Dominik Rose

Letztlich geht es darum, dass den Löhnerinnen und Löhnern im Falle eines Notfalls wie einem Brand oder einem Verkehrsunfall schnellst- und bestmöglich geholfen wird. Und das dürfte dann doch den ein oder anderen interessieren.

Stark vereinfacht und verknappt gesagt soll die Löhner Feuerwehr in den nächsten fünf Jahren fünf neue Fahrzeuge bekommen. Zudem geht es konkret um Neubauten von Feuerwehrhäusern für den Löschzug Gohfeld/Wittel sowie für die Einheiten in Mennighüffen.

Doch Löhnes Feuerwehrchef Christian Ehlert sagt dazu auch ganz klar, dass es sich nicht um eine beliebige Wunschliste handele, sondern „diese Investitionen kommen dem Bürger zugute“. Natürlich sei eine adäquate Ausstattung der Feuerwehr auch für die Kameradinnen und Kameraden eine „echte Motivation, keine Frage“, doch es gehe darum, etwa bei einem Feuer so schnell wie möglich mit ausreichend Einsatzkräften und geeigneten Fahrzeugen und geeigneter Technik vor Ort zu sein.

Viele Auspendler

Löhne ist eine klassische Auspendlerstadt. Das heißt, dass mehr als Prozent der Arbeitnehmerschaft werktags aus der Werrestadt in andere Kommunen fahren – darunter sind natürlich auch viele Feuerwehrleute. Diese stehen somit bei einer Alarmierung im Löhner Stadtgebiet tagsüber in der Regel nicht zur Verfügung.

Um jedoch im Notfall trotzdem genügend Personal einsetzen zu können, sind bereits Alternativen entwickelt worden, zum Beispiel durch die Gründung einer Tagesalarmbereitschaft (TAB) beim Unternehmen Hermes. Dort beschäftigte Mitarbeiter, die zudem Feuerwehrleute in anderen Städten oder Gemeinden sind, können bei Bedarf mit einem eigenen Fahrzeug zur Unterstützung der Feuerwehr Löhne angefordert werden. Ein System, das funktioniert.

Gute Erfahrungen gemacht

„Das klappt wirklich ganz hervorragend. Da haben wir sehr, sehr gute Erfahrungen gemacht“, lobt Christian Ehlert alle Beteiligten. Denn solch ein Modell erfordere auch viel Unterstützung und Bereitschaft vom Unternehmen.

Stadtrat entscheidet am 16. März

Die TAB Hermes soll daher auch möglichst zeitnah mit einem neuen Mannschaftstransportwagen ausgestattet werden, in dem dann auch schon Atemschutzgeräte vorhanden sein werden, damit sich die Fachkräfte bereits auf der Fahrt zum Einsatz ankleiden können.

„Die Feuerwehr der Stadt Löhne hat aktuell 187 ehrenamtliche Einsatzkräfte. Hinzu kommen natürlich noch die Mitarbeitenden der hauptamtlichen Wache“, sagt Ordnungsamtsleiter Matthias Kuhle. Der Altersdurchschnitt liegt bei 37 Jahren, der Frauenanteil bei zwölf Prozent, die Jugendfeuerwehr ist die zweitgrößte im Kreis Herford.

Neue Lösungen

Doch bei allen positiven Zahlen gehe es letztlich darum, dass das Personal im Notfall auch zur Verfügung steht. „Deshalb wollen wir Modelle wie die TAB Hermes auch vorantreiben“, fügt Feuerwehrchef Christian Ehlert hinzu.

Zudem müsse bei der Planung nicht nur nach Zahlen und Verfügbarkeit, sondern auch nach Qualifikationen geschaut werden. „Es bringt ja nichts, wenn wir 20 Feuerwehrleute losschicken könnten, aber keiner mit einem entsprechenden Führerschein dabei ist“, nennt Christian Ehlert ein Beispiel.

All diese und noch viel mehr Dinge müssen berücksichtigt werden. Und daraus ließen sich dann Rückschlüsse ziehen. Das Wichtigste aber ist, dass die Feuerwehr nur dann schnell und effektiv vor Ort sein kann, wenn viele Faktoren passen. Brandschutzbedarfsplan eben.

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