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Bürgermeister-Kandidatin Silke Glander-Wehmeier schöpft Kraft aus der Natur

Die grüne Powerfrau

Löhne (WB). Silke Glander-Wehmeier will die erste grüne Bürgermeisterin der Stadt werden – und damit in ihrer Heimat die passenden Weichen stellen für eine ökologische Wende. Vor allem möchte sie auch zeigen, „dass grüne Politik mehr ist als Bienchen, Bäumchen und Blümchen“, wie die 52-Jährige es nennt.

Gabriela Peschke

Silke Glander-Wehmeier sagt über ihre Heimatstadt Löhne: „Hier bin ich groß geworden, hier liebe ich quasi jeden Baum und jeden Strauch.“ Foto: Gabriela Peschke

Silke Glander-Wehmeier liebt die Natur, das Unverfälschte und Ursprüngliche. Am Meer genauso wie in den Bergen. Aber am meisten liebt sie es in Löhne: „Hier bin ich groß geworden, hier liebe ich quasi jeden Baum und jeden Strauch“, sagt die Mutter von drei erwachsenen Kindern, die vor mehr als zehn Jahren ihre „grüne Leidenschaft“ zur Politik gemacht hat.

Beliebt und streitbar

Als Fraktionsvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen ist sie gleichermaßen beliebt wie streitbar, ist verlässliche Partnerin, aber wirft auch schon mal den Hut in die Arena. So wie jetzt: „Mit meiner Kandidatur will ich erreichen, dass die grünen Kernthemen stärker vorangetrieben werden“, sagt Silke Glander-Wehmeier.

Noch 2014 hatte ihre Partei der SPD zum Sieg verholfen. Doch dabei blieben offenbar einige Erwartungen grüner Wähler unerfüllt. Das soll sich jetzt ändern. „Ich wünsche mir ein ganzheitliches Ökologie-Verständnis für Löhne.

Das sollte nicht nur ein naturnahes Stadtbild umfassen, sondern auch die Wertschöpfungskette vom Erzeuger bis zum Verbraucher sowie Impulse für ein nachhaltiges Wirtschaften in der heimischen Industrie“, skizziert sie ihre Leitgedanken zur Bürgermeister-Kandidatur.

Und fordert sogleich: „Dazu müssen auch unbequeme Themen konsequent angegangen werden“. Gemeint sind damit unter anderem die Streitfragen um die Flächenversiegelung („Pflanzgebot statt Geröllgärten“) und den Erhalt naturnaher Biotope.

Keine „halben Sachen“

Silke Glander-Wehmeier will keine „halben Sachen“. Sie will an der Basis anfangen: bei den Landwirten. Will sich einsetzen für mehr Wertschätzung gegenüber regionalen Produkten und eine bessere Vernetzung mit dem lokalen Einzelhandel.

„Die Pandemie zeigt uns, wie wichtig es ist, sich selbst versorgen zu können“, ist sie überzeugt. Das genau kennt sie auch aus ihrer Jugend: Während die Großmutter im heimischen Garten die Erbsen ausschälte, streifte Silke mit ihren Freundinnen durch die Felder, badete im Bach und machte Picknick.

„Eine ungeheure Kraftquelle“ nennt die Politikerin die Erinnerungen an die unbeschwerte und naturnahe Kindheit in der Werre­stadt. Deshalb ist es ihr auch wichtig, dass Familien weiterhin gern nach Löhne zuziehen, hier eine gute Infrastruktur vorfinden.

Jugend in der Stadt halten

„Vorbildlich“ findet sie die Landschaft aus Kitas und Schulen, möchte aber noch mehr tun für die Jugendlichen. „Es gibt keine Erlebniswelten für junge Leute, die dem Jugendzentrumsalter entwachsen sind“, bedauert sie. Ein New Orleans für Löhne also? Da will sich die Bürgermeister-Kandidatin nicht festlegen.

Aber eines sei klar: „Wir sollten unsere Jugend in der Stadt halten und sie nicht mehr mit dem Eltern-Taxi in die Nachbarkommunen kutschieren, so wie ich es mit meinen Kindern gemacht habe“, sagt Silke Glander-Wehmeier. Zudem will sie sich für Fördergelder zugunsten der Freizeitbäder einsetzen. „Hier sind attraktive Anlaufstellen für Familien“, ist sie überzeugt.

Auch die Stadt selbst soll verschönert werden, fordert die Politikerin. Ökologische Bestandspflege mit ansprechenden Naherholungszonen, das ISEK-Programm, die Aufwertung des Bahnhofs: alles Projekte, die die Grünen vorantreiben möchten.

Kompromisse und klare Kante

Dabei geht Silke Glander-Wehmeiers Blick auch auf die heimische Industrie. „Wer ökologisch wirtschaftet, wird zukünftig die Nase vorn haben“, stellt sie in den Raum. CO

-Bilanz und Nachhaltigkeitsbericht würden zur „Visitenkarte eines Unternehmens“. Das will die grüne Partei unterstützen.

Flagship-Projekt der Grünen aber bleibt die Verkehrswende. „Wir haben bereits 2018 den Antrag für das Radwegenetz und die Parallelrouten eingebracht“, stellt Silke Glander-Wehmeier klar. Jetzt will sie dem Projekt „Wind unter die Segel geben“. Will Umdenken und Nachhaltigkeit fördern, will Veränderung sehen. Und zwar bald.

Kompromisse und klare Kante – zwei Spielarten, die sich die grüne Bürgermeister-Kandidatin auf die Fahnen geschrieben hat. Nicht nur für den Wahlkampf. Auch für danach.

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