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Seniorenheime in Löhne feiern in Zeiten der Pandemie Heiligabend unter besonderen Bedingungen

Drei-Gänge-Menü oder einfach Kartoffelsalat

Löhne

„Weihnachten ist die emotionalste Zeit des Jahres“, sagt Britta Lehmann, Geschäftsführerin des Seniorenzentrums an der Werre. Das gilt in Zeiten der Corona-Pandemie umso mehr.

Gabriela Peschke

Im Aufenthaltsraum der AWO-Seniorenhausgemeinschaft in Ostscheid haben sich Betreuer und Bewohner für ein Foto versammelt (von links): Sigrid Wittulsky, Natalie Slawny (Betreuungskraft), Christa Ernst, Sabine Guder (Pflegedienstleitung), Hilde Freitag, Gertrud Folge und Anke Strathmann (Betreuungskraft). Foto: Gabriela Peschke

Deshalb haben sie und ihre Mitarbeiterinnen bereits im Advent alles so stimmungsvoll wie möglich auf das Fest hin ausgerichtet. Mehr als 100 Meter Lichterketten sind im Haus verteilt, alle Gemeinschaftsräume mit Tannen geschmückt, die Bewohnerzimmer festlich dekoriert.

„Aber Heiligabend bleibt das Highlight“, ist Britta Lehmann überzeugt. Mit Drei-Gänge-Menü am festlich geschmückten Tisch, mit Eierlikör oder Weihnachtspunsch und mit Gabentisch für die 70 Bewohner unter dem glitzernden, 2,50 Meter hohen Tannenbaum. „Das Wichtigste aber ist die Nähe. Die brauchen unsere Bewohner an Weihnachten besonders“, erzählt die Geschäftsführerin.

Sie weiß: Da werden Erinnerungen wach, da wollen die älteren Herrschaften gegebenenfalls auch emotional aufgefangen werden. „Unsere Pflegenden sind mit ganz viel Herz dabei. Das spüren die Senioren“, sagt Lehmann. Deshalb erwarte sie trotz aller äußerer Einschränkungen einen feierlichen Abend.

„In den Jahren zuvor hatten wir natürlich Gottesdienst an Weihnachten, der Posaunenchor kam ins Haus, auch Fritz Obermeyer als Weihnachtsmann hat uns besucht“, blickt sie zurück. Doch wehmütig ist sie nicht. Britta Lehmann ist froh, dass alle Bewohner gesund sind, weil die Corona-Schutzvorkehrungen bestens funktionieren.

Und sie ist dankbar für den besonderen Einsatz ihrer Mitarbeitenden: „Die haben gemeinsam die Besuchszeiten über die Feiertage verlängert, und das, obwohl sie auch selbst Familien haben. Das rechne ich ihnen hoch an!“ In den letzten Tagen habe sich die Vorfreude spürbar gesteigert. „Wenn die festliche Musik erklingt, dann wissen alle: Jetzt geht‘s gleich los!“

Auch in der AWO-Seniorenhausgemeinschaft in Ostscheid herrscht traditionell Aufregung am Weihnachtsabend. Pflegedienstleiterin Sabine Guder betreut mit 25 Präsenzkräften und 20 Pflegenden insgesamt drei Wohngruppen mit jeweils bis zu zehn Personen. „Kartoffelsalat und Würstchen sind das Highlight an Heiligabend“, zitiert Guder das Traditionsessen. Aber auch geräucherte Forelle und Gans mit Knödeln und Rotkohl stehen auf den Speisezetteln der Gruppen, die nach den Wünschen der Bewohner zusammengestellt werden.

Auch wenn in diesem Jahr keine Weihnachtsfeiern mit den Angehörigen im Advent stattfinden durften, seien die Bewohner gut eingestimmt auf das Fest, sagt die Leiterin. Dies nicht zuletzt dank der liebevollen Dekoration im Haus, die von den Betreuungskräften angebracht worden sei. „Am Heiligabend hören die Senioren traditionell die Weihnachtsgeschichte, und die Pflegenden führen dazu ein kleines Theaterstück auf. Das ist immer sehr feierlich“, freut sich Sabine Guder.

In der Werre-Residenz Löhne sollte das Weihnachtsfest zweigeteilt sein: Am Heiligabend sind vor allem die Angehörigen der Bewohner willkommen. Ein Gottesdienst in jedem der drei Wohnbereiche sollte zudem den kirchlichen Bezug des Festes unterstreichen, wurde aber wegen der Corona-Pandemie kurzfristig abgesagt. „Ansonsten läuft dieser Tag eher ruhig ab“, sagt die Einrichtungsleiterin Petra Mundt.

Mit ihren rund 60 Mitarbeitenden hatte sie sich ein Highlight ausgedacht: die „vorgezogene Weihnachtsfeier“ am 22. Dezember. An diesem Tag sollte sogar der Weihnachtsmann vorgefahren kommen: in einer Kutsche und in Begleitung eines Engels. „Aber witterungs- und situationsbedingt mussten wir die Veranstaltung leider auch absagen“, berichtet die Organisatorin. Den rund 80 Senioren der Residenz hätte die Aktion sonst gewiss gefallen.

„Wichtig ist, dass Weihnachten in den Herzen ankommt“, wünscht Petra Mundt allen ein frohes Fest..

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