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Akkordeonorchester Löhne feiert 50-jähriges Bestehen in der Simeonkirche

»Ein Highlight der Stadt«

Löhne (WB). Ein außerordentlich imposantes Konzert anlässlich des 50-jährigen Bestehens haben die Mitglieder des Akkordeonorchesters Löhne in der Simeonkirche gegeben. Bei dem Jubiläumsauftritt beeindruckte auch das Kiddy-Ensemble. Mehr als 100 Besucher verfolgten das Programm am Samstag.

Kristin Wennemacher

In dem etwa zweistündigen Konzert des Akkordeonorchesters haben die 16 Mitglieder während der »Reise durch die Zeit« das Publikum in der Simeonkirche mit verschiedenen Stücken, von der Klassik bis zur Moderne, unterhalten. Foto: Kristin Wennemacher

Auf eine »Reise durch die Zeit« ging es für die Zuhörer. Einen kraftvollen Einstieg in den musikalischen Abend gab es »Mit Harmonika-Gruß« von Curt Mahr. Ruhige Musik, aber auch rasche Töne übermittelten dann unterschiedliche Stimmungen des Stücks »Ein Besuch auf den britischen Inseln« von Helmuth Herold.

Eine Besonderheit des Konzerts stellte die knapp zehnminütige Zusammenstellung »Morricone Special« mit Titeln von Ennio Morricone dar. Der Komponist schuf beispielsweise die Filmmusik für den Klassiker des Italo-Westerns »Spiel mir das Lied vom Tod«. Orchesterleiterin Petra Finger-Bornemann leitete mit einer Mundharmonika ein und übergab dem ehemaligen Leiter Peter Stühmeier die Aufgabe des Dirigenten. »Das ist sein Paradestück«, sagte Manuela Steinberg, Vorsitzende des Vereins, dem Publikum. Es sei auch Teil des Konzerts zum 40-jährigen Bestehen gewesen, das gemeinsam mit dem Brinkhoff-Chor Dortmund gestaltet worden war.

»Null-Bock-auf-Schule«-Blues von Kindern gespielt

Das darauf folgende Überraschungsstück entpuppte sich als »Mein kleiner grüner Kaktus« des international bekannten Vokalensembles »Comedian Harmonists« (1928 bis 1935). Zu der Vielzahl an weiteren gespielten Stücken zählen beispielsweise die Polka »Im Krapfenwaldl« von Johann Strauß, die Tarantella »Bella Italia« von Carl Schneider und das bekannte »Concerto d’Amore« von Jacob de Haan.

Im zweiten Teil des Konzerts hatte das Kiddy-Ensemble seinen Auftritt. Die sechs Kinder im Alter von neun bis 13 Jahren sind echte Nachwuchsmusiker: Beim regionalen Wettbewerb von »Jugend musiziert« sowie beim Landeswettbewerb war ein Teil sehr erfolgreich.

Derzeit bereiten sich die Kinder auf den Wettbewerb im kommenden Jahr vor. Aus der fünf-sätzigen Suite des Komponisten Hans-Günther Kölz spielten sie das ruhige Stück »Echo Prelude« und die speziell für das Akkordeon geschriebene »Bellowshake Toccatina«.

Die Schwierigkeit an einem Bellowshake sei die Art, wie das Akkordeon gespielt werde, erklärte Klaus Wollner, der den zweiten Teil moderierte: Während der Ton festgehalten wird, vervielfacht sich dieser durch das Schütteln des Balges. Auch den »Null-Bock-auf-Schule«-Blues von Gottfried Hummel spielten die »Kiddys«.

1969 als Schreberjugend gestartet

»Das Akkordeonorchester ist ein Highlight der Stadt Löhne«, sagte Herbert Ogiermann, zweiter stellvertretender Bürgermeister in Löhne. Sogar außerhalb der Stadtgrenzen würden sich Menschen über die Musik erfreuen. Dem stimmte Björn Bockfeld, stellvertretender Leiter der Musikschule Löhne, zu und betonte: »Es ist schön, ein ganzes Ensemble zu haben.«

Der Ursprung des Akkordeonorchesters Löhne liegt im Jahr 1969. In der Schreberjugend des Kleingartenvereins Mennighüffen hatte sich eine Melodika-Spielgruppe gegründet, aus der sich 1975 der Akkordeonkreis gebildet hatte. Nachdem dieser in den Folgejahren zunehmend Mitglieder verloren hatte, habe es ein Ziel gegeben: »Rette, was zu retten ist«, sagte Manuela Steinberg.

Anfang der 1990er Jahre und um 2010 herum, hatten dem Verein besonders Musiker gefehlt. Dann hatte Peter Stühmeier 1997 die musikalische Leitung übernommen, und den Verein mit Schwung über die Stadtgrenzen hinaus bekannt gemacht. 2013 hatte sich das Akkordeonorchester schließlich mit dem Akkordeonorchester der Musikschule zusammengeschlossen.

Dass sich so viele junge Menschen für das Akkordeonspielen interessieren, gefällt Klaus Wollner: »Man findet in moderner Musik immer ein Akkordeon wieder.«

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