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Sendung mit Löhner Lokalpolitikern ist weltweit empfangbar – Bis zu 35.000 Jesiden leben in OWL

Eine Idee aus der Bevölkerung

Löhne (WB). „Die Kommunalwahl am 13. September betrifft auch die Jesiden, denn viele von ihnen sind deutsche Staatsbürger“, sagt Yilmaz Kaba, Moderator der Sendung „Çira Fokus“. Alle zwei Wochen thematisiert das derzeit einzige deutschsprachige Format des jesidischen Fernsehsenders Çira TV Aktuelles, Politisches, Kulturelles oder Servicethemen.

Lydia Böhne

Moderator Yilmaz Kaba (rechts) im Interview mit den fünf Löhner Bürgermeisterkandidaten Foto: Lydia Böhne

Der Sender ist Mieter der Jesiden Stiftung, die seit 2014 Inhaber der Ulenburg ist und dort ein Bildungs- und Studienzentrum für Jesiden aus ganz Europa eingerichtet hat. Im historischen Rittersaal des Wasserschlosses hat der religiöse Sender, der 2013 in Bielefeld an den Start gegangen ist, sein modernes Fernsehstudio eingerichtet. Seit 2019 sendet Çira TV aus Löhne über Satellit in die ganze Welt und verfügt damit über enorme Reichweite. Die Verzögerung beträgt etwa neun Sekunden.

„Die heutige Sendung können die Zuschauer über Satellit, HD, Live-Stream oder in der Rückschau als Aufzeichnung bei Youtube unter der Eingabe von ‚Çira Fokus‘ schauen“, erläutert Yilmaz Kaba, der die Sendung seit Januar 2019 moderiert. Da es sich bei „Çira Fokus“ um ein deutschsprachiges Format handelt, wird die Sendung nicht auf Kurdisch übersetzt oder mit einem Untertitel versehen. „Der Aufwand wäre einfach zu hoch“, klärt Yilmaz Kaba auf.

25.000 Jesiden leben in OWL

Die Idee, die Bürgermeisterkandidaten zur Diskussionsrunde einzuladen, sei aus der Bevölkerung an sie herangetragen worden, berichtet der Moderator. „Alleine durch ihre Herkunft sind die Jesiden sehr an Politik interessiert. Aber nicht nur an der übergeordneten Politik, die Leute fühlen sich hier zuhause und möchten wissen, was in ihrer Stadt passiert“, fügt Yilmaz Kaba hinzu. Etwa 25.000 bis 35.000 Jesiden gibt es nach der Einschätzung von Seyhmus Günay von der Jesidischen Stiftung in Ostwestfalen-Lippe. „Wählerpotenzial“, sagt Yilmaz Kaba mit einem Lachen.

Dass nicht für alle das lokale Geschehen in Löhne von Bedeutung ist, spielt laut Moderator eine untergeordnete Rolle. „Die Politiker sind ja auch Repräsentanten einer Partei“, erläutert Kaba. Der Sendung gehe es auch um die Teilhabe an Demokratie. „Wir freuen uns deshalb sehr, dass alle Kandidaten zugesagt haben“, fügt der Moderator hinzu. Bevor es ins Studio geht, erhalten die Kandidaten im Nebenraum eine kleine Instruktion. Auch wenn zwei Kameras auf sie gerichtet sind, sollen die Lokalpolitiker nicht direkt in die Linse schauen.

Andere Kandidaten willkommen

„Schauen Sie zu mir. Es wird wie ein lockeres Gespräch ablaufen“, erläutert Yilmaz Kaba. Der Moderator umreißt kurz die Themen, um die es gehen soll und verspricht, dass es keine Überraschungsfragen geben wird. „Den meisten geht es so, dass sie vorher nicht wissen, wie sie die Gesprächszeit füllen sollen, aber im Nachhinein wünschen sie sich, noch mehr Zeit gehabt zu haben“, versucht der Moderator, der Nervosität entgegenzuwirken.

Um den Ablauf der Sendung kümmert sich Orhan Ibrahim. Er ist Leiter, Kameramann und Regisseur in einer Person. „Wofür er alleine verantwortlich ist, würden beispielsweise bei RTL sieben Personen übernehmen“, erläutert Seyhmus Günay. Gerne würde „Çira Fokus“ das Format laut Seyhmus Günay mit den Bewerbern einer anderen Kommune wiederholen. Genauere Infos dazu werde der Sender noch bekannt geben.

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