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Kathrin Kießling eröffnet im Juli Praxis für Allgemeinmedizin in Ostscheid – Sparkassenfiliale wird umgebaut

Eine neue Hausärztin für Löhne

Löhne-Mennighüffe...

Ihre Entscheidung sei ein „weiterer wichtiger Schritt, um am Standort Löhne gut für die Menschen sorgen zu können“, sagt Bernd Poggemöller über die Medizinerin Kathrin Kießling. Damit meint der Bürgermeister: Jede Praxis, die in der Werre­stadt eröffnet, hilft, der akuten Unterversorgung entgegen zu wirken.

Gabriela Peschke

Kathrin Kießling bezieht mit ihrer Praxis Räume in der ehemaligen Sparkassenfiliale Ostscheid. Darüber freut sich auch Bürgermeister Bernd Poggemöller. Foto: Gabriela Peschke

Denn mit weniger als 75 Prozent Versorgungsquote hat Löhne deutlich zu wenig Hausärzte. Ganz zu schweigen von der anstehenden Überalterung einiger Praxen, für die derzeit kaum Nachwuchs im Gespräch ist.

Und da hat Kathrin Kießling die Gunst der Stunde genutzt. Denn die gelernte Anästhesistin hat ihre Weiterbildung als Allgemeinmedizinerin soeben erfolgreich abgeschlossen. „Jetzt ist die eigene Praxis der nächste Schritt“, sagt die 42-Jährige, die zuletzt bei den Internisten Börgermann und Ritzmann in Löhne beschäftigt war.

Ab Ende Februar wird dafür die ehemalige Sparkassenfiliale an der Werster Straße in Ostscheid umgebaut. „Ein Glücksgriff“, sagt die Ärztin über das erworbene Gebäude, das durch seine günstige Lage, gute Parkplätze und immerhin 150 Quadratmeter Vollfläche besticht.

„Wir werden zwei Räume vermieten“, stellt sie in Aussicht. Dort soll eine Ernährungsberaterin einziehen, die das schulmedizinische Angebot sinnvoll ergänzen wird. Ihr eigenes Spektrum sieht Kathrin Kießling eher „im klassischen hausärztlichen Bereich“, wie sie sagt. Zusammen mit zwei Vollzeitkräften soll die Praxis zum 1. Juli an den Start gehen.

Kathrin Kießling

Mit ihrem Mann und ihren siebenjährigen Zwillingen wohnt die Medizinerin bereits in Löhne und kennt die Strukturen der Werrestadt. Die eigene Praxis ist dennoch ein Wagnis für die bisherige Angestellte. „Die Stadt hat mir sehr geholfen“, sagt Kießling. „Auch auf das Gebäude wäre ich von allein nicht zugegangen“, blickt sie zurück. Der Bürgermeister habe den Kontakt zur Sparkasse geknüpft.

Auch für das finanzielle Entgegenkommen der Stadt ist die Ärztin dankbar: Löhne gewährt der Neuansiedlung von Medizinern ein Darlehen von 75.000 Euro über zehn Jahre, zusätzlich kann beim Kreis Herford eine einmalige Zuwendung in Höhe von 25.000 Euro abgerufen werden.

Dahinter steht ein Förderprogramm der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe, die für die hausärztliche Versorgung verantwortlich ist und über finanzielle Anreize mehr Hausärzte in ländliche Gebiete locken möchte. „Der Wirtschaftsförderung der Stadt ist es zudem ein Anliegen, mit guten Kontakten und ,Netzwerken‘ bei der Niederlassung zu unterstützen“, sagt Bernd Poggemöller.

Und so wird er es sich auch nicht nehmen lassen, zur Eröffnung im Juli persönlich einen Blumenstrauß zu überreichen – wie zuletzt auch bei den anderen neu niedergelassenen Hausärzten geschehen.

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