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Beim Gottesdienst unter freiem Himmel darf erstmals wieder gesungen werden

Erntedank-Andacht an der Rürupsmühle

Löhne-Gohfeld  (WB). Viele Veranstaltungen musste der Verein „Vom Korn zum Brot“ in diesem Jahr coronabedingt absagen – die Erntedank-Andacht zum Glück nicht. Trockenes Wetter und ein gutes Konzept hatten die Durchführung der Andacht auf dem Gelände an der Rürupsmühle ermöglicht. Sogar etwas, worauf die Teilnehmer lange verzichten mussten, war unter freiem Himmel endlich wieder möglich.

Lydia Böhne

Unter der Remise haben die 20 Teilnehmer beim Erntedank-Gottesdienst auf dem Gelände an der Rürupsmühle auf dem Wittel Platz gefunden. Auch wenn der Herbstmarkt coronabedingt abgesagt werden musste, konnte so am Samstagnachmittag wenigstens die traditionelle Andacht abgehalten werden. Foto: Lydia Böhne

„Es ist wichtig, dass wir den Kontakt zueinander halten“, sagte Wilfried Quest. Um so mehr freute sich der Vereinsvorsitzende, dass der Verein in den vergangenen vier Wochen wenigstens die Führungen für Schulklassen fortsetzen konnte. Insgesamt 270 Schülern konnten die Vereinsmitglieder das bäuerliche Handwerk veranschaulichen. Neben den Gruppenführungen gehört seit mehr als 30 Jahren auch die Erntedank-Andacht, die üblicherweise in der urigen Deele ausgerichtet wird, zum Veranstaltungskalender.

„Ein ungewohntes Bild“, stellte Pfarrer Uwe Stintmann daher fest, als er die etwa 20 Besucher am Samstag erstmalig zur Andacht unter der Remise begrüßte. Die große Außenfläche hatte es ermöglicht, die Stühle in ausreichendem Abstand zu platzieren. „Toll, wie die Vereinsmitglieder die Atmosphäre nach draußen gezaubert haben“, lobte der Pfarrer der Evangelischen Kirchengemeinde Gohfeld.

Altar als Blickfang

Blickfang war der große Altar, der passend zum Erntedank üppig mit allerhand Speisen und herbstlichen Blumen dekoriert war – ein Symbol für Freude und Dankbarkeit für die reiche Ernte. Um die Botschaft zu verdeutlichen, hatte der Pfarrer auf das Motiv einer Karte, die einen Hirten und seine Schafe zeigte, sowie den dazu passenden Psalm „Der Herr ist mein Hirte“ zurückgegriffen.

„Der Psalm beschreibt keinen Sonntagsspaziergang im lauen Sommer. Er erzählt auch von tiefen, dunklen Tälern“, erläuterte Uwe Stintmann. Passend dazu der Schäfer als Sinnbild für die heile Welt, aber auch als Person, die mit Herausforderungen konfrontiert ist und sich um die Fürsorge der Schafe kümmert, die sich immer wieder neu auf den Weg machen müssen, um einen geeigneten Platz zum Leben zu finden.

„Aber was motiviert zu so einem Leben?“, fragte der Pfarrer. In den Augen von Uwe Stintmann vor allem die Dankbarkeit dafür, mit welcher Liebe und Barmherzigkeit sich Gott um seine Schäfchen, die Menschen, kümmere.

Dankbar für Gesang

„Wir sollten wahrnehmen, was uns trägt, aber auch wahrnehmen, wo es nicht rund läuft und uns dort einbringen“, erläuterte der Pfarrer. Dadurch nehme der Mensch nicht ausschließlich die Rolle des Schafes, sondern auch die des Hütehundes ein, der den Laden zusammenhält und sich engagiert.

Ihre Dankbarkeit drückten die Anwesenden anschließend im Singen eines gemeinsamen Liedes aus. Was laut Presbyteriumsbeschluss im Gottesdienst immer noch untersagt ist, war so unter freiem Himmel und mit reichlich Abstand zueinander zur Freude aller Teilnehmer seit Monaten erstmals wieder möglich.

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