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91 Kinder und Jugendliche rollen im Logistikzentrum in Löhne die Schläuche aus

Feuerwehr-Nachwuchs übt bei Hermes

Löhne (WB). 25 Hektar für 91 junge »Brandbekämpfer«: Auf dem Gelände des Hermes-Logistikzentrums am Scheidkamp haben die Mitglieder aller Löhner Jugendfeuerwehren ihre Wasserschläuche entrollt. In einer Großübung trainierten sie unter beinahe realen Bedingungen für spätere Einsätze.

Jenny Karpe

91 Jugendliche aus den Löhner Löschgruppen und dem Löschzug nehmen an der gemeinsamen Übung auf dem Gelände des Hermes-Logistikzentrums teil. Am Ende gibt es viel Lob für alle Teilnehmer und einen gemütlichen Ausklang. Foto: Jenny Karpe

Für die Erwachsenen ist das Gelände altbekannt: Hier absolvierten sie bereits mehrere Übungen. Die Zehn- bis 18-Jährigen waren hingegen aufgeregt, aber routiniert. Aus dem Löschzug Gohfeld-Wittel sowie den Löschgruppen Mennighüffen, Obernbeck, Ort und Bahnhof wurde je ein Jugendlicher zum Gruppenleiter ernannt. Diese waren verantwortlich für ihre Mannschaften, kommunizierten mit den Abschnittsleitern – und kamen dabei ganz schön aus der Puste. Denn auf der insgesamt 25 Hektar großen Fläche liefen die Löscharbeiten in vier Abschnitten ab, die zu Fuß kaum zu bewältigen waren.

»In unserem Szenario steht eine Lagerhalle in Flammen. Tatsächlich würden wir bei so einer großen Übung kein Feuer entzünden – immerhin geht die Sicherheit der Kinder vor«, sagte Ralf Krause, Leiter der Feuerwehr Löhne. »Das Gelände ist ideal für so eine Übung: Wir stören kaum Anwohner, es gibt keine stark befahrenen Straßen, und wir haben sehr viel Platz.«

Der Plan für die Übung stammt vor allem von Jörg Höinghaus, Jugendwart der Löschgruppe Löhne-Bahnhof. »Das Ziel der Übung ist nicht, ein Feuer zu löschen. Um die Jugendlichen auf die Aufgaben im aktiven Dienst vorzubereiten, testen wir Kommunikation und Abläufe«, sagte er. »Außerdem wissen wir nach so einer Übung, ob die Wasserversorgung des Betriebs unter Volllast stabil bleibt. Falls es hier brennen sollte, kennen wir uns schon aus.«

Dank und Lob vom Bürgermeister

Bis die Jugendlichen im Ernstfall löschen können, dauert es aber oft noch einige Jahre. Elias Friesen (14) ist seit vier Jahren dabei und möchte später sein Können in der aktiven Feuerwehr zeigen. »Ich war schon bei einigen Übungen dabei, mit der Zeit legt sich die Aufregung«, sagte er. »Die größte Herausforderung ist eigentlich nicht das Herkommen und Aufbauen, sondern den Schlauch zu halten.« Doch unter Aufsicht von Dirk Remmert von der Löschgruppe Löhne-Ort gelang ihm das fachgerecht: Elias hielt den Schlauch nicht nur mit beiden Händen, sondern kontrollierte ihn auch mit seinem Fuß. Während er dem Wasserdruck für eine Viertelstunde standhalten musste, sind es bei Großbränden oft mehrere Stunden.

»Beim Brand in der Tischlerei Schormann Anfang März lief das Wasser über zehn Stunden«, sagte Dirk Remmert. »Natürlich wechseln wir uns ab, trotzdem ist es anstrengend.«

Nach dem Abbau gab es neben Bratwürsten und Getränken auch Dank und Lob von Bürgermeister Bernd Poggemöller, der sich die Übung anschaute: »Ihr leistet sehr wertvolle Arbeit, ohne die unsere Stadt große Probleme hätte.«

Auch die aktive Feuerwehr zog ein positives Fazit: Alles ist glatt gelaufen. Die nächste Großübung soll es in zwei Jahren geben.

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