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Antonio Liberato macht sich Sorgen um philippinische Opfer des Taifuns »Hagupit«

»Geben, teilen, helfen«

Löhne-Gohfeld (WB). Schon wieder ist ein Taifun über die Philippinen hinweg gefegt. »Hagupit« raste in den vergangenen Tagen mit mehr als 200 Kilometern pro Stunde über die Inseln. Antonio Liberato, Gründer der Liberato Family Foundation, macht sich Sorgen um Familie und Freunde vor Ort und hat bereits Kontakt aufgenommen.

Sonja Töbing

In Tacloban, der Heimatstadt von Antonio Liberato, hat Taifun »Hagupit« zahlreiche Häuser und Hütten komplett zerstört. Bereits im November vergangenen Jahres hatte ein Wirbelsturm die Philippinen heimgesucht Foto: dps

»Ich bin sehr froh und erleichtert, dass unseren Bekannten nichts passiert ist. Denn wir haben uns natürlich viele Sorgen gemacht«, sagt Antonio Liberato, der vor einem Jahr, direkt nach dem verheerenden Taifun »Haiyan«, eine große Hilfsaktion gestartet und Geld- sowie Sachspenden gesammelt hatte. Nach Aussagen des Gohfelders ist die Situation auf den Philippinen nach dem jetzigen Wirbelsturm zwar nicht ganz so schlimm wie im November 2013, doch gebe es trotzdem Anlass zur Sorge.

Viele Menschen haben ihr Zuhause verloren

»Positiv zu sehen ist die Tatsache, dass die Menschen dieses Mal rechtzeitig gewarnt wurden und deshalb vorbereitet waren. Auch Regierung und Militär haben entsprechende Vorkehrungen getroffen, damit es nicht zu Plünderungen kommt«, berichtet Liberato. Trotzdem gebe es viele Menschen, die erneut ihr Zuhause verloren hätten. »Bedenken habe ich besonders hinsichtlich der Slum-Bewohner. Auch die so genannten Tent Citys, die Zeltstädte, sind komplett zerstört worden«, sagt der Gründer der Liberato Family Foundation.

Besonders betroffen sei auch dieses Mal wieder seine Heimatstadt Tacloban. »Es gibt keine stabilen Häuser, alles ist von Wind und Wasser zerstört worden.« In Samar, einer der von Hagupit besonders gebeutelten Regionen, sei unter anderem auch eines der von der Stiftung geplanten Ärztehäuser zerstört worden. »Es ist buchstäblich alles weggewaschen worden. Wir hatten zwar gerade erst mit dem Bau begonnen, aber trotzdem trifft mich das hart«, gesteht Antonio Liberato. Immerhin sei es nach wie vor sein größtes Ziel und sein Ehrgeiz, den Menschen in seinem Heimatland zu helfen und sie so gut es gehe zu unterstützen.

Liberato verteilt Hilfsgüter vor Ort

»Mittlerweile haben sich meine Landsleute mit der Situation abgefunden. Verzweiflung, wie sie nach ›Haiyan‹ überall herrschte, ist nicht mehr so sehr zu spüren.« Trotzdem herrsche vielerorts Resignation. »Auch wir müssen mit unseren Hilfsaktionen immer wieder von vorne anfangen. So sind beispielsweise sämtliche medizinischen Geräte, die wir aus Deutschland mitgebracht hatten, zerstört worden. Das ist bitter«, betont Liberato.

Eigentlich habe er in diesem Jahr sein Weihnachtsgeld anderweitig verplanen wollen. »Doch ich habe keine Ruhe. Ich möchte geben, teilen, helfen. Vermutlich werde ich während meines Urlaubs vom 22. Dezember bis Neujahr auf die Philippinen fliegen«, sagt der engagierte Gohfelder. Er wolle vor Ort sein, wenn die Hilfsgüter verteilt werden. »Denn ich traue der Regierung nicht«, sagt er. Im nächsten Jahr soll mit dem Bau zweier Kliniken begonnen werden. »Ich hoffe, dass alles gut über die Bühne geht.«

Zu Weihnachten werde es jetzt erst einmal riesige Partys für mehr als 1500 Straßenkinder in fünf Provinzen geben. »Sie bekommen Flip-Flops und Nahrungsmittel. Die Dankbarkeit in ihren Augen zu sehen, ist jedes Mal wieder etwas ganz Besonderes.«

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