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Das Projekt „Knotenpunkte – ein Bahnhof erzählt“ in Löhne startet

Geschichten erzählen, Grenzen überwinden

Löhne

Geschichte erleben und lebendig machen. Das ist das Ziel des neuen Projekts „Knotenpunkte – ein Bahnhof erzählt“ in Löhne.

Von Finn Heitland

Mathis Nolte (Stadtarchiv, von links), Sonja Voss (Heimatmuseum), Bürgermeister Bernd Poggemöller, Matthias Gräßlin (Theaterwerkstatt Bethel), Tina Fabry (Gastroleitung im Alten Wartesaal, „Löhne umsteigen – Der Bahnhof e.V.“), Irene Esser vom Vorstand des Bahnhofsvereins und Beatrix Becker (Kulturdezernentin) haben das neue Projekt „Knotenpunkte – ein Bahnhof erzählt“ vorgestellt. Foto: Finn Heitland

In Zusammenarbeit mit der Theaterwerkstatt Bethel sind Interessierte vom Verein „Löhne umsteigen – der Bahnhof“ und der Arbeitsgemeinschaft „Vernetzung und Begegnung“ mit Irene Esser und Tina Fabry zur Teilnahme eingeladen.

Viele verschiedene Menschen sollen ihre Geschichten erzählen, von Erlebnissen oder Erfahrungen berichten und spielerisch zusammenkommen. Dabei können alle Beteiligten ihre eigenen Ideen einbringen.

Über ein halbes Jahr finden Workshops und Probeabende statt. Am 28. August soll dann eine Abschlussveranstaltung auf dem Bahnhofsgelände stattfinden.

Nach umfangreichen Umbaumaßnahmen ist im Löhner Bahnhof mit dem Alten Wartesaal ein Ort der Begegnung geschaffen worden. „Der Bahnhof in Löhne ist ein Knotenpunkt der Vernetzung und Begegnung. Wir hoffen, dass die Stadt mit ihren Stadtteilen zusammenwächst“, sagte Irene Esser vom Vorstand des Bahnhofsvereins.

Treffen und Begegnungen

Bereits 2021 führte man zwei Workshops mit eingeladenen Gästen durch, um zu prüfen, welch verschiedene Geschichten die Stadt birgt. Unterschiedliche Bausteine sollen nun gesammelt, und eine Inszenierung soll erstellt werden.

Als sogenannter Dritter Ort lädt der Bahnhof zum Verweilen für Treffen und Begegnungen ein. Dies inspirierte den Verein „Löhne umsteigen“ und die Theaterwerkstatt Bethel dazu, eine ganztägige Bespielung des Bahnhofs zu ermöglichen.

„Der Bahnhof und die Löhner Bürgerinnen und Bürger haben so viel zu erzählen. Diese Erzählungen wollen wir lebendig machen. Alle Menschen sind willkommen und können den Prozess offen mitgestalten“, sagt Matthias Gräßlin. Er ist Leiter der Theaterwerkstatt und führt das Projekt „Knotenpunkte“ in Löhne gemeinsam mit Nicole Zielke durch. Grenzen, die auf topologischen Gründen basieren, sollen überwunden werden.

Format steht noch nicht fest

Seit den 1980er Jahren bespielt die Theaterwerkstatt Bethel in Kooperation mit Institutionen einzelne Städte. Geschichten wie die Frontversorgung vom Bahnhof Löhne aus oder Liebesgeschichten oder neuere Erzählungen von Abiturientinnen und Abiturienten vor Corona seien möglich.

„Wie das genaue Format der Abschlussveranstaltung aussieht, wissen wir noch nicht. Die Herausstellung ist Teil des Prozesses und entsteht auf Grundlage der Erzählungen und Teilnehmer“, sagt Matthias Gräßlin.

Bürgermeister Bernd Poggemöller ist von dem Projekt begeistert. Den Bahnhof als Dritten Ort im Zentrum zu haben und mit Leben zu füllen, sei ihm sehr wichtig: „Mir gefallen diese Dinge, die beginnen und bei denen man am Anfang noch nicht weiß, was dabei herauskommt. Kultur ist in Löhne sehr zentral, Es wäre schön, wenn möglichst viele sich beteiligen.“

Viele machen schon mit

Unterstützt wird das Projekt von Sonja Voss vom Heimatmuseum und von Stadtarchivar Mathis Nolte. Die Geschichten in Löhne seien spannend und werden aus einer anderen Perspektive vermittelt, als man es aus dem Heimatmuseum kenne. Auch das Kennenlernen von Erzählungen, die nicht im Archiv zu finden sind, sollen Teil des Projektes werden.

Der Fahrplan

„Die Arbeit mit Zeitzeugen und das Übersetzen von Erzählungen für Menschen von außerhalb Löhnes wird spannend“, meint Sonja Voss. Es werde viel Material zusammenkommen – von Menschen aller Kulturen und Religionen, von Alteingesessenen und Zugezogenen, von Jungen, Älteren und Alten.

Wer Interesse hat sich zu beteiligen, kann auf das Projektteam zukommen. Aus dem Puzzle mit kleinen Teilen soll ein großes Bild entstehen. Alles soll seinen Platz bekommen, und es werden Verbindungen werden geschaffen, wobei auch bereits Vernetzte miteinander vernetzt werden.

„Löhne entwickelt sich weiter“

„Die historische Auseinandersetzung mit unterschiedlichsten Themen, die rund um den Löhner Bahnhof passiert sind, ist gerade in diesen Zeiten sehr wichtig. Löhne entwickelt sich weiter, und so wäre es wünschenswert, auch viele junge Menschen begrüßen zu dürfen“, sagt Kulturdezernentin Beatrix Becker.

Wer mitwirken oder mitspielen oder sich mit einer Gruppe, Band oder einem Verein beteiligen möchte, kann sich an den Verein „Löhne umsteigen – der Bahnhof“ unter Telefon 05732/9681386, per Mail an bahnhof@loehne-umsteigen.de, bei der Theaterwerkstatt Bethel unter der Rufnummer 0521/1443040 oder per Mail an theaterwerkstatt@bethel.de wenden.

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