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Künstlerin Xiaoping Xu stellt Werke in Obernbeck aus

Gesichter erzählen von gelebtem Leben

Löhne (WB). Portraits bilden einen Schwerpunkt im Schaffen von Xiaoping Xu. Und ihr Gemälde, das eine alte Chinesin zeigt, war Auslöser für eine Ausstellung, die nun im Gemeindehaus an der Christuskirche in Obernbeck gezeigt wird.

Wilhelm Adam

Mit der Künstlerin Xiaoping Xu freuen sich (von links) die Organisatoren Margret und Rolf Wefelmeier sowie Anita Niehaus auf die Ausstellung. Insgesamt werden es 44 Bilder sein, die nach der Eröffnung im Gemeindehaus Obernbeck zu sehen sind. Foto: Wilhelm Adam

44 Werke werden gezeigt

Insgesamt 44 Bilder werden vom Freitag, 25. Mai, an zu sehen sein. Bei der Eröffnung um 19 Uhr wird Michael Hellwig als Referent dem Publikum die Arbeiten der Künstlerin vorstellen. »Brücken bauen 3« lautet dabei das Motto der Schau. »Für die Künstlerin ist es die dritte Ausstellung dieser Art«, erklärte Margret Wefelmeier vom Galerieteam das Zustandekommen des Namens. Das Team rund um Pfarrer Rolf Bürgers organisiert die Ausstellung.

»Kinder haben so unschuldige Augen und schöne Gesichter«, erklärte Xu. »Ältere Menschen dagegen erzählen mit ihren Gesichtern eine Geschichte.« Mit ihrer Kunst will die 51-Jährige Brücken bauen zwischen den Kulturen, aber auch zwischen Menschen unterschiedlichen Lebensalters.

Zeichnungen auf Reispapier

Die Bilder hat sie in Ölfarben auf Leinwand geschaffen, doch auch ganz besondere Zeichnungen sind dabei: »Es sind Bilder auf Reispapier«, erläuterte Rolf Wefelmeier, einer der Verantwortlichen für die Ausstellung.

Bei diesen Zeichnungen auf Reispapier gebe es vor allem eine Besonderheit, ergänzte Wefelmeier: »Da muss jeder Strich sitzen. Anders als bei Ölgemälden ist keine Korrektur möglich.« Nach eigenen Angaben braucht Künstlerin Xu für eine solche Zeichnung mehrere Stunden.

Bau von Brücken ist ihr zentrales Anliegen

Der Bau von Brücken sei nicht nur in der Kunst, sondern auch in der alltäglichen Begegnung mit den Menschen ein zentrales Anliegen der Künstlerin, betonte ihre Freundin Anita Niehaus, die auch bei der Organisation der Ausstellung im Gemeindehaus an der Kirchstraße geholfen hat.

»Vor allem das Bild mit der alten Chinesin war für uns ein Schlüsselerlebnis«, erinnerte sich Wefelmeier an eine frühere Schau, bei der Mitglieder des Galerieteams die Künstlerin entdeckt haben.

Zwei Portraits

Zwei Portraits dieser Frau werden zu sehen sein. Es ist eine persönliche Geschichte, welche die Künstlerin dabei mit der abgebildeten Greisin verbindet: »Mein Bruder war ein Freund ihres Sohnes«, erzählte Xu. »Sie hat mich bereits als kleines Kind aufwachsen sehen.«

Im Alter von 93 Jahren habe sich die Frau malen lassen, ein weiteres mal kurz vor ihrem Tod. »Wenige Monate, nachdem das Bild fertig war, ist sie gestorben«, erinnerte sich Xu. Sehr viel Güte habe die Frau ausgezeichnet »und sie hatte soviel Leben im Gesicht.«

Zu sehen bis zum 28. September

Ihre Bilder zeichnet und malt sie auch nach Vorgaben von Fotos und nach ihrer Erinnerung. Die persönliche Begegnung mit den Menschen während einer Sitzung sei ihr persönlich aber am liebsten, sagte Xu.

Bis Freitag, 28. September, wird die Schau zu den Öffnungszeiten des Gemeindehauses an der Kirchstraße 16 zu sehen sein: Von montags bis freitags und sonntags von 9 bis 12 Uhr, mittwochs auch von 15 bis 18 Uhr.

Zur Künstlerin

Xiaoping Xu wurde 1967 in der Stadt Zhejiang Ningbo in China geboren. An der Universität Zhejiang erwarb sie im Jahr 2003 nach Abschluss ihres Studiums das Diplom für Kunstpädagogik. Ein Lehrstudium an der Fine Art Highschool in Hangzhou rundete ihre künstlerische Ausbildung ab. In ihrer Heimat stellte sie zahlreiche Werke auf Provinz- und Nationalebene aus und erhielt viele Auszeichnungen. Seit 2010 lebt sie mit ihrem Mann in Deutschland. Sie ist Mitglied im Künstlerforum Herford sowie im Künstlerbund Fachwerk Bad Salzuflen.

Sich portraitieren lassen

Wer möchte, kann sich zu den Besuchszeiten der Ausstellung von Künstlerin Xiaoping Xu auch persönlich portraitieren lassen. Mittwochs, am 30. Mai, 6. Juni und 13. Juni steht sie dafür im Gemeindehaus jeweils von 15 bis 18 Uhr zur Verfügung. Dabei erstellt sie einfarbige Bilder mit den Maßen 30 mal 40 Zentimeter, die sie direkt in einer Sitzung oder auch nach abgegebenen Fotos malt. Bilder dieser Größe werden auch ausgehängt sein.

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