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Generalplanung Podufal-Wiehofsky wollte nicht länger warten

Glasfaserkabel selbst bezahlt

Löhne (WB). Jetzt sind endlich die Glasfaserkabel an ihrem Standort angeschlossen, allerdings auf ihre eigene Rechnung, wie die Geschäftsführer der Generalplanung Podufal-Wiehofsky am Hartsieker Weg betonten: Insgesamt 116.000 Euro haben die Unternehmer für ihren Internetanschluss selbst bezahlen müssen. Die Summe teile sich dabei in Ausgaben für die Baukostenbeteiligung sowie in Investitionen in Vertragslaufzeiten und Nutzungsgebühren.

Wilhelm Adam

Endlich Breitband für die Firma, allerdings auf eigene Kosten verlegt: IT-Werkstattleiter Dirk Feld (von links) mit Isabel Podufal-Wiehofsky und Robert Wiehofsky vor dem Standort des Unternehmens auf dem Wittel. Foto: Wilhelm Adam

Die Hälfte der Baukostenbeteiligung „werden wir sofort bezahlen müssen“, sagte Isabel Podufal-Wiehofsky. Seit fast vier Jahren hätten sie sich bei allen verantwortlichen Stellen bis zum Kreis Herford vergeblich für den Breitbandausbau an ihrem neuen Standort in der ehemaligen Grundschule Wittel eingesetzt. Das Ergebnis fasst Robert Wiehofsky so zusammen: „Alle Stellen vertrösten, verweisen auf die notwendigen Ausschreibungsverfahren, dann auf eine erforderliche Wiederholung der Ausschreibung wegen eines Verfahrensfehlers.“

Über Jahre keine Bewegung

Jahre seien so erfolglos vergangen. Die Corona-Krise sei nun ausschlaggebend dafür gewesen, dass das Planungsbüro auf eigene Faust gehandelt habe. Für Datenübertragungen „brauchen wir eine Pipeline“, machte Robert Wiehofsky den Umfang der zu bearbeitenden Dateien klar. „Wir haben nur ein Kabel.“ Bereits im März habe sich zudem „sehr schnell das Risiko des Shutdowns“ entwickelt. Die ausschließliche Arbeit im Homeoffice wäre aufgrund unzureichenden Zugriffs auf den Server nicht möglich gewesen. So wurde nach kurzer Vorbereitungszeit der Server nach Hüllhorst ausgelagert und „alle Mitarbeiter, die mit CAD arbeiten“, seien noch mal an den alten Standort an die Koblenzer Straße umgezogen, „weil da ein Glasfaserkabel liegt“, wie Isabel Podufal-Wiehofsky erklärte

2200 Meter lange Leitung

Der Betriebsablauf „mit den im Hartsieker Weg Verbliebenen“ sei erheblich beeinträchtigt worden. Auf eigene Faust erkundigten sich die Verantwortlichen Ende April nach Möglichkeiten für einen eigenen Glasfaseranschluss. Bereits einen Monat später sei „nach intensiver, täglicher Auseinandersetzung mit allen Beteiligten“, unter anderem der Stadt Löhne und dem Landesbetrieb Straßen NRW, wegen Grundstücksrechten verhandelt worden.

„Acht Wochen nach der Unterschrift haben die Bauarbeiten begonnen“, erklärt Robert Wiehofsky. Nun verläuft die neu gelegte, rund 2200 Meter lange Leitung von einem Knotenpunkt am Alten Postweg zum Standort am Hartsieker Weg. „Übernächste Woche sind wir scharf gestellt“, sagte Robert Wiehofsky erfreut. Ab Mitte September rechne er am Hartsieker Weg dann „mit einem vollen Zugriff“ auf das Netz. Theoretisch sei es möglich, dass auch weitere Nutzer an das neu verlegte Glasfaserkabel angeschlossen werden könnten. Allerdings bleibe die rechtliche Frage noch offen, wer dafür den Zuschlag erhalte, erklärte Isabel Podufal-Wiehofsky. Diesbezüglich habe das Unternehmen, dass die Leitung verlegt habe, „rechtliche Bedenken.“

Das sagt der Kreis Herford

„Wir sind auch nicht glücklich damit“, erklärte Patrick Puls, Amtsleiter für Sozialprüfung und Kreisentwicklung, zum Breitbandausbau im Kreis. Aber „wir müssen uns den Förderbedingungen stellen, wie sie da sind.“ Nach seinen Angaben hatte der Kreis nach Erhalt der Förderbescheide von Bund und Land im Jahr 2017 bereits 2018 mit der Ausschreibung für die Kommunen „noch für Kupferkabel- und Vectoringtechnik“ begonnen, um Übertragungsraten von 50 Mbit/s zu ermöglichen.

2019 habe man die Förderanträge für den Einsatz von Glasfaserkabeln erweitern können. Sämtliche Adressen seien dabei in den Kommunen zu berücksichtigen gewesen. In der Zwischenzeit hätten allerdings Telekommunikationsunternehmen Haushalte ans Netz angeschlossen – dies ohne Kenntnis der Kreisverwaltung, so dass „wir einen sogenannten Konkretisierungsantrag hinterherschicken mussten“. Nach einer europaweiten Ausschreibung im Oktober 2019 hat sich der Kreis nach eigenen Angaben unter mehreren Anbietern auf ein Unternehmen geeinigt. Die „letzten Vertragsverhandlungen“ mit einem Telekommunikationsunternehmen habe man im Mai geführt, erklärte Patrick Puls. Für eine endgültige Unterschrift müssten aber erst Bund und Land den endgültigen Förderbescheiden für den Kreis zustimmen, betonte er. Mit dem Breitbandausbau könne es dann kreisweit vermutlich „Ende dieses Jahres sichtbar losgehen“. Durch den Ausbau des Breitbandnetzes werden nach einer Pressemitteilung des Kreises „zukünftig 6519 Haushalte, 937 Gewerbeeinheiten und 68 Schulen mit Breitbandanschlüssen versorgt.“

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