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»Area 30«: Auch die Zulieferer der Küchenbranche setzen auf digitale Technik

Handy sendet Rezept an den Backofen

Löhne (WB). Hochbetrieb in Löhne: Auf der »Area 30«, Deutschlands größter Orderfachmesse für die Küchenbranche, präsentieren Zulieferer ihre technischen Neuheiten. Das WESTFALEN-BLATT ist vor Ort gewesen und zeigt die spannendsten Ideen aus der Welt der Küchen.

Christoph Laabs

Premiere von Hans Grohe bei der Orderfachmesse »Area 30«: Einen bis zu 76 Zentimeter Länge ausziehbaren Spülkopf mit Start-Stopp-Funktion auf Knopfdruck stellen Ursula Herbstreith und Andreas Albrecht den Besuchern vor. Foto: Christoph Laabs

Digitalisierung ist eines der Hauptthemen bei der siebten Auflage der »Area 30«. Oliver Deimling nimmt die Besucher mit in einen schwarzen Kasten am Stand der Firma Sedia: von außen nichtssagend, innen überraschend. »Willkommen in der längsten Küche der Welt«, begrüßt er die Gäste. Zu seinen Seiten reihen sich zahlreiche Herdplatten und Dunstabzugshauben anein­ander, getaucht in Streifen aus rotem Licht. Tatsächlich ist der Kasten nur fünf Meter breit, die Illusion wird durch Spiegel erzeugt.

Steuerung per Smartphone

Dann betätigt Oliver Deimling einige Fernbedienungen und sein Smartphone. Die Lichtbalken wechseln in weiße Farbe, und aus einer der Dunstabzugshauben ertönt lockere Musik. »Von der Emotion zur Funktion«, nennt Oliver Deimling diesen Effekt. »Das erreichen wir, indem wir die Technik verschiedener Hersteller verknüpfen.« Ziel sei es, die gesamte elektronische Ausstattung einer Küche mit der Software eines mobilen Endgeräts zu steuern.

Wie das ganz praktisch aussehen kann, zeigt die Firma Küppersbusch. Ihre neuen Backöfen können sich mit dem WLAN, also dem drahtlosen Internet eines Haushalts, vernetzen. Mit der App »K-Connect«, einem Programm für das Smartphone, lässt sich dieses einfach mit dem Herd verbinden. »Das Rezept kann so von überall gesendet werden. Der Backofen übernimmt die richtigen Einstellungen«, sagt Produktmanager Philipp Tadday. »Nur noch die Speisen reinschieben und der Ofen macht die restliche Arbeit.«

Minimalistische Spülsteine

Etwas befremdlich wirken auf der Küchenmesse dagegen Waschbecken in einem angedeuteten Badezimmer. Gerhard Göbel, Geschäftsführer von Systemceram, erläutert: »Unsere Fachhändler verkaufen häufiger eine Küche zusammen mit einem Bad. Wenn wir nicht nur Küchenspülen, sondern zusätzlich auch eine eigene Bäderausstattung anbieten, können wir dem Kunden sehr attraktive Preise machen.«

Die neue Kollektion Siluet von Villeroy & Boch trägt dem Trend Rechnung, der zu minimalistischen Spülsteinen mit schmalem Rahmen und urbanem Design geht. Bretter aus Nussholz oder filigrane Metallgitter, die über das Spülbecken geschoben werden können, kommen dem Bedürfnis nach Abstellmöglichkeiten für Geschirr in kleinen städtischen Wohnungen entgegen. Darauf geht auch die Firma Gutmann ein, indem sie sehr schmale Dunstabzugshauben entwickelt hat, um die sich ein geräumiger Schrank einbauen lässt.

Dass man Fehler wie Kratzer auf Möbel-Oberflächen wieder ausbügeln kann, weiß Robert Woelk von der Küchenmanufaktur Bax: »Kleine Kratzer auf unseren Felix-Oberflächen verschwinden, indem man mit dem heißen Bügeleisen über die Stellen fährt, ohne dass das Material Schaden nimmt.« Außerdem seien die Oberflächen antibakteriell und so beschaffen, dass Abdrücke von fettigen Fingern nicht haften bleiben.

Auf der »Area 30« gibt es aber nicht nur Angebote für den Bedarf privater Endkunden. Die Firma Naber stellt ein nicht brennbares Lüftungssystem für Großküchen vor, dass gänzlich aus Metall gefertigt ist und speziell für den Export entwickelt wurde. »In den USA und China gibt es schärfere Sicherheitsbestimmungen«, erklärt Martin Staaks, Leiter des Produktmanagements von Naber, den Grund dafür. »Unser neues Lüftungssystem erfüllt diese Voraussetzungen, ist aber an die Bauart deutscher Küchenhersteller anpassbar.«

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