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Rassegeflügelzüchter zeigen mehr als 350 Tiere bei Stadtverbandsschau in Obernbeck

In der Jugendgruppe ist noch Platz

Löhne-Obernbeck (WB). Prachtvolle Tiere in schönen Schaukäfigen, aufgereiht anzuschauen in einem 150 Quadratmeter großen Festzelt: Als Ausrichter der Stadtverbandsschau der Geflügelzüchter (RGZV) hatte der Obernbecker Verein keine Mühe gescheut, den Besuchern das prämierte Zuchtgeflügel vorzuführen.

Gabriela Peschke

Die Sieger der Stadtverbandsschau, die der Rassegeflügelzuchtverein Obernbeck ausgerichtet hat, zeigen sich mit Pokalen und Bändern im Kreis von Ehrengästen und dem stellvertretenden Bürgermeister Egon Schewe (Siebter von rechts). Foto: Gabriela Peschke

Klangvolle Namen begegneten dem Besucher auf den Schildern der Schaukäfige: »Barnefelder braun-schwarz doppeltgesäumt«, »Ostfriesische Zwerg-Möwen gold-schwarzgeflockt« oder »Schlesischer Kröpfer blaugehämmert« lauteten die Bezeichnungen der insgesamt etwa 350 Hühner und Tauben, deren 31 Aussteller um die Auszeichnungen für die Besten wetteiferten. Unter ihnen war auch Aimee Caton, die mit ihrem »Zwerg-Sundheimer weiß-schwarzcolumbia« stolze 96 Punkte und damit die Höchstnote »Hervorragend« erzielt hatte.

Die Jugend-Vereinsmeisterin ist mit Hühnern aufgewachsen

Die Elfjährige ist Jugend-Vereinsmeister des RGZV Obernbeck, zählt zu den Stadtverbandsmeistern in der Jugendabteilung und hat außerdem die Landesverbands-Jugendplakette erhalten. Seit drei Jahren sei sie ihm Verein, sagte Aimee Caton. Ihre Großeltern, die langjährigen Züchter Leslie und Christiane Caton, hätten sie mit dem Hobby vertraut gemacht. Inzwischen hat die Schülerin selbst 14 Tiere auf der Zuchtanlage.

»Sie ist mit den Hühnern groß geworden – beziehungsweise die Hühner mit ihr«, sagte der Großvater lachend. Und Aimee fügte hinzu, dass ihre Tiere sogar Namen hätten. »Eines heißt ›Cookie‹«, sagte sie schmunzelnd.

Aimee Caton ist eine von den zwei jugendlichen Nachwuchszüchtern des Vereins. »Leider haben wir nicht so viele junge Leute wie andere Vereine«, bedauerte Torsten Stürzebecher, zweiter Vorsitzender und Pressewart des Vereins, im Gespräch mit dieser Zeitung. Aber, so betonte er, »der Weg in eine professionelle Jugendarbeit« sei vorbereitet, besitze der Verein doch einen sogenannten »Schaubrüter«. Damit könnten Kinder in Kindergärten und Schulen das Werden des jungen Federviehs mitverfolgen.

Auch der stellvertretende Bürgermeister Egon Schewe, der anlässlich der Preisverleihung die Ausstellung für die Besucher eröffnete, betonte die Bedeutung vom Umgang mit Tieren für junge Menschen. »Viele haben einen Garten und beobachten die Natur dort. Aber wenn man Tiere hat, dann erlebt man Natur noch ganz anders«, sagte er und bedankte sich beim RGZV Obernbeck für die Förderung des Nachwuchses.

Verein bietet Parzellen für die eigene Zucht an

Damit dies auch in Zukunft gut gelingt, stellt der Verein neuen Zuchtinteressierten einen sogenannten ersten Zuchtstamm zur Verfügung. Das können, so erläuterte Torsten Stürzebecher,  Eier oder auch Jungtiere sein, die sich zur Zucht eignen. »Zudem kann man sich auf unserer Anlage einmieten«, fügte er hinzu. Damit sei das Raumproblem gelöst, das manchen davon abhalte, sich der Geflügelzucht zuzuwenden. »Bei Grundstücken von 500 Quadratmetern hat kaum noch jemand Platz im Garten für ein Auslaufgehege«, erläuterte Torsten Stürzebecher, der selbst seit 45 Jahren dem Verein treu ist und sich sehr für dessen Fortbestand einsetzt.

»Wer nicht gerade einen Bauernhof hat, der kommt schon mal in Platznöte, wenn der Zuchtbestand plötzlich anwächst«, zeigte er auf. Da biete sich die Anlage in Obernbeck mit immerhin sechs Parzellen geradezu an: »Ab Januar ist wieder etwas frei«, warb er.

Ebenfalls für das Vereinsleben sehr engagiert zeigten sich Leslie und Christiane Caton, die  eine große Tombola zur Deckung der Unkosten organisiert hatten. »Über tausend Preise haben die Unternehmen aus der direkten Umgebung gespendet«, freute sich Christiane Caton. Das Archivieren der Artikel und die Zuordnung der Losnummern hatte Ehemann Leslie übernommen. »Macht mir einfach Spaß«, fasste er die Begründung für seinen Einsatz zusammen.

Nach der Schau konnten sich die zahlreichen Besucher an herbstlich gedeckten Tischen über Kaffee und Kuchen freuen.

Die Preise und Preisträger

Stadtverbandsmeister bei den Senioren wurden Dennis Albrecht sowie Leslie und Christiane Caton. Mit dem Löhner Band ausgezeichnet wurden Veit Johannesmann, Wilhelm Osterkamp, Marold Reinkensmeier und Friedrich Stuke. In der Jugendgruppe wurden Aimee Caton und Paul Johannesmann Stadtverbandsmeister . Die Landesverbands-Ehrenpreise  gingen an Marco Eimertenbrink (für den Verein) und Marold Reinkensmeier (für den Stadtverband). Die Landesverbands-Jugendplakette erhielten Aimee Caton (für den Verein) und Paul Johannesmann (für den Stadtverband).

Den Bürgermeisterpreis der Stadt Löhne überreichte Egon Schewe an Nica Bode. Leslie und Christiane Caton, Hans-Dieter Magofsky und Anna-Lena Otto erhielten den Kreisverbands-Ehrenpreis . Stadtverbands-Ehrenpreise zu je zehn Euro wurden Dennis Albrecht, Gerd Brune und Werner Hamel und Fabian Toll zugedacht. Bei der Jugend ging der Stadtverbands-Ehrenpreis an Paul Johannesmann. Pokale der Sparkasse erhielten Bernd Ehlebracht, Bianca Völker und Hans-Peter Winter. Der Stifter-Pokal der Familie Gerkensmeier (Tauben) ging an Dennis Albrecht. Weitere Sonderehrenpreise erhielten Maren Johannesmann, Wilhelm Osterkamp und Dennis Zumbrink (jeweils Gutscheine). Zusätzlich gab es unter den Jugendlichen Pokale für Karoline Berndt, Nele Johannesmann, Ole Kleimann, Dominik Otto und die Geschwister Zumbrink.

Erster Vereinsmeister des RGZV Löhne-Obernbeck wurden bei den Senioren Leslie und Christiane Caton, zweiter wurde Bernd Ehlebracht. Als Jugend-Vereinsmeisterin wurde Aimee Caton ausgezeichnet.

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