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VHS Löhne und Museum wollen Forum für Geschichtsinteressierte etablieren

Jugendliche auf den Spuren alter Zeiten

Löhne

Neugierig auf Politik und Geschichte, aber keine Idee, wie man die eigenen Interessen praktisch einbringen kann? Mit einer Jungen Geschichtswerkstatt möchten das Heimatmuseum und die Volkshochschule (VHS) der Stadt Löhne jungen Erwachsenen ein Forum für eigene Arbeiten bieten, beim Recherchieren unterstützen oder Einblicke in aktuelle Forschungsprojekte geben. Den Anstoß geben eine Exkursion und zwei Workshops.

Von Lydia Böhne

Mit der Jungen Geschichtswerkstatt wollen Sonja Voss (von links), Leiterin des Löhner Heimatmuseums, VHS-Mitarbeiterin Christin Müller und VHS-Leiterin Stefanie Voß politik- und geschichtsinteressierte junge Erwachsene zwischen 16 und 26 Jahren ansprechen. Zum Auftakt gibt es drei Veranstaltungen. Foto: Lydia Böhne

Für die älteren Semester gibt es seit 2005 die Geschichtswerkstatt, die über die Jahre spannende Projekte hervorgebracht hat: Zum Beispiel eine Ausstellung über das Werre-Hochwasser 1946 oder die 1950er Jahre in Löhne. Einmal im Monat kommen die Geschichtsinteressierten zusammen, um an gemeinsamen Arbeiten oder eigenen Ansätzen zu forschen.

Mit einer Jungen Geschichtswerkstatt wollen Museum und VHS jungen Erwachsenen im Alter zwischen 16 und 26 Jahren nun die gleiche Chance geben. „Da die Interessensschwerpunkte altersbedingt doch verschieden sind, gibt es zwei Gruppen“, erläutert Stefanie Voß. Ziel sei es aber, die Generationen über gemeinsame Projekte zu vernetzen, wie die VHS-Leiterin ergänzt.

Fahrt zur Wewelsburg macht den Anfang

Um abzuklopfen, wie groß der Bedarf ist und wo die Interessen liegen, bieten die Organisatoren zum Einstieg drei Veranstaltungen an. Auftakt ist eine Fahrt zur Erinnerungs- und Gedenkstätte Wewelsburg am Samstag, 19. November, von 12 bis 17.30 Uhr. Während einer zweistündigen Führung durch die Dauerausstellung im ehemaligen SS-Wachgebäude kann die lokale Geschichte der SS-Tätigkeiten und des örtlichen Konzentrationslagers erkundet werden.

Weiter geht es am Samstag, 3. Dezember, mit einem Film-Workshop in der Gedenkstätte Zellentrakt in Herford. Unter Anleitung von Nils Oskamp, Autor der aktuellen Sonderausstellung „Drei Steine“, lernen die jungen Erwachsenen, wie man mit Text, Bild und Film eine Geschichte erzählt. Was Technik und Geschichte miteinander zu tun haben, erfahren die Teilnehmer in einem dreistündigen 3D-Druck-Workshop am Samstag, 4. Februar, ab 10 Uhr im VHS-Forum der Werretalhalle. „Das Verfahren wird zum Beispiel angewendet, um Funde oder besonders fragile Objekte für das Museum zu kopieren“, sagt Heimatmuseums-Leiterin Sonja Voss.

Die Teilnahme ist kostenlos

Hervorzuheben ist die entgeltfreie Teilnahme aller Termine. Möglich macht das eine Förderung im Rahmen des Weiterbildungsgesetzes über die Entwicklungspauschale. „Wir können bis zu 5000 Euro ausschöpfen“, ergänzt Stefanie Voß. Anmeldungen sind möglich über die VHS unter Telefon 05732/100588. Jugendliche unter 16 Jahren müssen von einem Erziehungsberechtigten begleitet werden.

„Wir wollen mit den Veranstaltungen schauen, wo die Interessen liegen. Vielleicht ergibt sich daraus ein ähnliches Format wie bei den Erwachsenen mit regelmäßigen Treffen“, überlegt Stefanie Voß. Die Junge Geschichtswerkstatt könnte Treffpunkt für Schüler und Studenten werden, die Anstoß für eine Facharbeit benötigen oder sich unter Anleitung an eigenen Projekten partizipieren möchten. Auch Kooperationen mit dem Stadtarchiv seien laut der Initatoren denkbar.

„2023 soll es eine Ausstellung über Orte jüdischen Lebens geben. Möglicherweise kann man die Junge Geschichtswerkstatt direkt mit einbinden“, erläutert Sonja Voss.  Von Praktikanten des Heimatmuseums weiß sie, dass die Generation Z vor allem an der jüngeren Geschichte oder archäologischen Beständen interessiert ist.

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