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Bürgermeisteranwärter tauschen Argumente im Ulenburger Wasserschloss aus

Kandidatenroulette im Live-TV

Löhne (WB). Bevor sich die Löhner am 13. September bei der Kommunalwahl für einen Bürgermeister entscheiden, ist es wichtig, sich ein Bild vom Charakter und vom politischen Profil der Bewerber zu machen. Der im Schloss Ulenburg ansässige Sender „Çira TV“ hat daher alle fünf Kandidaten zur Gesprächsrunde ins Fernsehstudio im Wasserschloss Ulenburg eingeladen und dort unter anderem über das Thema Migration gesprochen.

Lydia Böhne

In der Live-Sendung bei „Cira TV“ (von links): Ulrich Adler (Die Linke), Borzoo Afshar (CDU), Dr. Hermann Ottensmeier (LBA), Bürgermeister Bernd Poggemöller und Silke Glander-Wehmeier (Bündnis 90/Die Grünen) stellen sich den Fragen von Moderator Yilmaz Pêşkevin Kaba. Foto: Lydia Böhne

Eigentlich stehen Moderator Yilmaz Kaba 55 Minuten Sendezeit zur Verfügung. „Aber ich überziehe gerne mal“, verrät der Moderator im Vorfeld mit einem Lachen. Für die Live-Show mit den Lokalpolitikern am Donnerstagabend hatte Kaba 30 Minuten zusätzliche Gesprächszeit aushandeln können – ein knapper Rahmen, bei der Fülle an Redebedarf.

Nach einer kurzen Anmoderation übergibt Yilmaz Kaba das Wort an die Kandidaten Bernd Poggemöller (SPD), Borzoo Afshar (CDU), Silke Glander-Wehmeier (Bündnis 90/Die Grünen), Dr. Hermann Ottensmeier (Löhner Bürger-Allianz (LBA) und Ulrich Adler (Die Linke), die sich nacheinander den Zuschauern vorstellen. Als nächstes soll es um die Vorhaben und Ziele für die Stadt Löhne gehen.

Zwischen Mobilität und Sicherheit

Als Moderatorin, die die Fraktionen vereinen möchte, sieht sich Silke Glander-Wehmeier. Trotz unterschiedlicher Meinungen sei es ihr Ziel in Zeiten von klammen Stadtkassen zu einem gemeinsamen Ergebnis zu kommen und dennoch grüne Kernthemen voranzubringen. Stichworte sind klimafreundliches Bauen und mehr Radwege.

Der Amtsinhaber Bernd Poggemöller will Begonnenes mit einer Investitionsoffensive auf Basis von Förderprogrammen fortsetzen. Auch die Ulenburg sei Teil des Modernisierungsprogramms. Verbesserung der Mobilität sowie die Prüfung einer Reaktivierung des Gohfelder Bahnhofs und die Attraktivitätssteigerung der Innenstadt sind weitere Aspekte.

Die Sicherheit der Bürger durch mehr Polizeipräsenz hat sich Herrmann Ottensmeier auf die Fahnen geschrieben. Er wolle in finanzieller Sicht eine Wende einläuten, die Steuererhöhungen ausschließt. Außerdem wolle er die Verkehrssituation in Mennighüffen und Gohfeld verändern. Angebote für den Sport und die Jugend sind weitere Themen.

Löhne in der Krise?

„Wir schlittern auf eine Krise zu“, ist sich auch Borzoo Afshar sicher und fordert einen festen Finanzplan. Weitere Ziele: ein gutes Netz für die Digitalisierung, enge Taktung von Bussen und der Ausbau des Innenstadtkerns. Vorstellbar für Afshar sei auch ein Podcast, der über die Geschehnisse in der Stadt informiert und die Menschen vernetzt.

Ebenfalls die Innenstadt beleben möchte Ulrich Adler. Bei seinem Plan, die Menschen zusammenzubringen und die Kultur zu fördern, würden Gelände wie die Aqua Magica eine wichtige Rolle spielen. Um mehr Projekte, wie den Ausbau von Radwegen vorantreiben zu können, benötige die Verwaltung mehr Personal.

Wie es um die Vorhaben für die Integration und Partizipation von Menschen mit Migrationsgeschichte und speziell die jesidische Glaubensgemeinschaft und die Zusammenarbeit mit der Stiftung und dem Wasserschloss steht, interessiert Yilmaz Kaba besonders. Einig sind sich alle Kandidaten, dass Rassismus und Ausgrenzung in Löhne keinen Platz haben. Um die Teilhabe zu verbessern, wünscht sich Silke Glander-Wehmeier einen Integrationsrat.

Schlosspark soll wieder für alle öffnen

Zum Schloss und speziell dem Park, der in Teilen unter Denkmalschutz steht, hat die Politikerin eine klare Meinung: „Er sollte geöffnet bleiben. Ich bin enttäuscht, dass es sich in eine andere Richtung entwickelt hat.“ Grund dafür sei auch die Versicherungspflicht. „Das Schild ‚Betreten auf eigene Gefahr‘ ist eine Absicherung für die Stiftung“, pflichtete Ulrich Adler bei. Beide forderten eine Investition seitens der Stadt.

Borzoo Afshar sieht auch die Stiftung in der Verantwortung: „Mit dem Kauf wurde eine Verpflichtung eingegangen, sich zu kümmern.“ Er selbst habe eine harte Sicht auf die Integration: „Ich bin 1987 mit meiner Familie aus dem Iran gekommen und habe von morgens bis abends Deutsch gelernt. Die Sprache ist unabdingbar.“ Worte, denen Hermann Ottensmeier zustimmt. Der Politiker der LBA wünscht sich außerdem das „Betreten erwünscht“-Schild für den Schlosspark zurück.

Neben der Verbesserung des Parkzustands möchte Bernd Poggemöller der Jesidischen Stiftung noch auf eine andere Weise entgegenkommen: „Wenn wir Glasfaser bekommen, wird die Ulenburg als eine der ersten davon profitieren.“ Ein Ausschreibungsverfahren laufe bereits.

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