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Antonio Liberato und seine Frau Francia bringen Ende Februar Hilfsgüter aus Löhne auf die Philippinen

Kein Urlaub ohne Charity

Löhne (WB). Fast täglich findet Antonio Liberato vor seiner Tür Tüten oder Kartons mit Spenden. Darin enthalten: Kleidung, Brillen, Hörgeräte – Dinge, die hierzulande als Selbstverständlichkeit gelten, auf den Philippinen aber dringend benötigt werden. Nachdem 1991 der Vulkan Pinatubo in dem südostasiatischen Land ausgebrochen war, gründete der Löhner seine Liberato Family Foundation, die seither regelmäßig Hilfspakete auf die Philippinen entsendet.

Lydia Böhne

Antonio Liberato (von links) und seine Frau Francia fliegen Ende Februar für zwei Monate auf die Philippinen, um dort Hilfsgüter zu verteilen. Beim Verpacken von Brillen oder Medikamenten helfen ihnen Then Lluisma und Joseph Albert Paguia. Foto: Lydia Böhne

Die ersten 20 Kartons sind bereits verschickt worden, Ende Februar fliegen Antonio Liberato und seine Frau Francia mit den letzten Spenden hinterher, um zwei Monate lang alle Güter in verschiedenen Provinzen persönlich an die Menschen zu verteilen.

„Besonders dringend benötigen wir Brillen, Hörgeräte und Geldspenden“, erläutert Antonio Liberato. Vom heimischen Optiker „Der Brillenmacher“ hat der 66-Jährige 500 Brillen gespendet bekommen. Die Hörgeräte werden nach Angaben des Löhners vor allem von Studenten gebraucht. „Ein Hörgerät kostet auf den Philippinen 75.000 Peso, umgerechnet 1500 Euro. Das können die armen Studenten nicht bezahlen. 100 Stück haben wir schon, aber das reicht nicht“, sagt Antonio Liberato. „Von den Spendengeldern finanzieren wir Studenten Stipendien“, ergänzt der Stiftungsgründer.

Vor dem Reiseantritt gibt es noch viel zu tun

Vor dem Reiseantritt gibt es viel zu tun. Hilfe beim Verpacken der Spenden erhält das Löhner Ehepaar von Then Lluisma (28) und Joseph Albert Paguia (38) – zwei von insgesamt 25 neuen philippinischen Mitarbeitern des Herz- und Diabeteszentrums (HDZ). Seit Frühjahr 2019 leben Then Lluisma und Joseph Albert Paguia in Deutschland. Dank eines achtmonatigen Sprachkurses sprechen beide gut Deutsch.

Die Verbindung zur Foundation entstand ganz spontan: „Meine Frau und ich waren im Werre-Park, wir sahen die beiden und hörten, dass sie Filipino sprachen. Da haben wir sie einfach angesprochen“, berichtet Antonio Liberato. Es folgte eine Einladung zum Essen. „Wir haben eine Nacht lang gequatscht“, fügt Liberato hinzu. Die HDZ-Mitarbeiter kannten die Foundation und wollten sie gerne unterstützen.

Die Liberatos nehmen weitere Spenden an

Ihre Heimat, die Stadt Davao, wurde Ende vergangenen Jahres erst von einem Erdbeben und dann von dem Taifun Phanfone erschüttert. „Unsere Familien leben in Davao, wir haben sie direkt angerufen, aber ihnen ist glücklicherweise nichts passiert“, sagt Then Lluisma. Die 28-Jährige und ihr Kollege werden im Februar nicht mit auf die Philippinen fliegen. Ihr Heimatbesuch steht erst im November an. Beide freuen sich aber, dass Antonio Liberato und seine Frau auch in ihrer Stadt Hilfsgüter verteilen werden. „Die Eltern der beiden sind unsere Kontaktpersonen vor Ort“, freut sich Antonio Liberato.

Dass sie einfach nur so für zwei Monate auf die Philippinen fliegen würden, kam für den 66-Jährigen nicht in Frage: „Auch wenn meine Frau und ich jetzt in Rente sind und Zeit haben, einen Urlaub so ganz ohne Charity finde ich nicht gut“, sagt er mit einem Lachen.

Gerne nehmen die Liberatos Spenden entgegen, die an der Koblenzer Straße 12 abgegeben werden können, oder holen diese ab. Ein Termin kann unter Telefon 05731/303382 vereinbart werden.

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