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Musikalische Botschafter aus Mielec begeistern in Löhne-Mennighüffen

Kirche wird zum Ort des Austausches

Löhne (WB). Ihr Chor gehört zu den besten jungen Ensembles ihrer Heimat, und auch beim Konzert in Löhne haben sie mit einem anspruchsvollen Repertoire überzeugt: die 45 Schüler des Stanislaw-Konarski-Lyzeums aus Mielec. Es war ein musikalisch eindrucksvoller Schlusspunkt einer mehrtägigen Begegnung mit der Partnerstadt.

Gabriela Peschke

Die 45 Mitglieder des Jugendchores des Stanislaw-Konarski-Lyzeums, darunter Solistin Aleksandra Kanina (vorne), haben ihre Zuhörer in der Evangelischen Kirche Mennighüffen mit einem anspruchsvollen musikalischen Programm überzeugt. Fotos: Gabriela Peschke Foto:

Und es war »für alle eine große Bereicherung«, wie die Organisatoren versicherten. In seinem Programm hatte Chorleiter Pawel Lis sakrale Gesänge von der Renaissance bis zur Gegenwart zusammengestellt, die im zweiten Teil des Konzerts von nicht-geistlichen Liedern und Instrumentalstücken abgelöst wurden. Schon in der Begrüßung hatte Anke Starnitzke, Pfarrerin der Evangelischen Kirche Mennighüffen, ihre Freude über den Besuch des Chors betont: »Wir sind gern ein Ort der internationalen Begegnung«, sagte sie mit Blick auf die lang bestehende Freundschaft Löhnes mit Mielec in Polen.

Auch Gerd Sowa brachte für die Musikschule, die neben der Stadt und der Bertolt-Brecht-Gesamtschule (BBG) als Organisator auftritt, die Bedeutung der kulturellen Begegnung auf den Punkt: »Eine Städtepartnerschaft kann nur mit Leben erfüllt werden, wenn auf beiden Seiten Menschen diesen Austausch unterstützen.« Damit galt der Dank der Veranstalter unter anderem dem Kulturforum Löhne und der Unternehmerfamilie Bury, die den Besuch ermöglicht hatten.

Die Schülerinnen und Schüler zeigten bei ihrem ersten Kirchenkonzert in Löhne nicht nur einen hohes musikalisches Niveau, sondern auch ein Stück gelebte Völkerfreundschaft: Da wechselten anspruchsvolle Chorsätze in polnischer Sprache mit lebhaften deutschen Volksweisen, es gab Lieder in spanischer Sprache (»La cucaracha«) und afrikanische Gospel in Englisch (»He had to run«). Und, als Höhepunkt zum Schluss, stimmte der Chor »Dat du min leevsten büst« in Plattdeutsch an – und schloss damit den großen musikalischen Bogen, der auf eindrucksvolle Weise gezeigt hatte, dass Musik keine Grenzen kennt.

Chor überzeugt durch klare Klangkraft

Besonders im ersten Teil des Konzerts, in dem die jungen Sängerinnen und Sänger vertonte Psalmen, Antonio Lottis »Regina coeli« und Mozarts »Ave verum« vortrugen, überzeugte der Chor durch klare Klangkraft, im Besonderen die Solistinnen Aleksandra Kanina und Nina Kusek mit ihren strahlenden Sopranstimmen. Als bei einem schwungvollen Gospel die Noten beiseite gelegt wurden und der Chor den Rhythmus mit den Fingern schnipste, gab es auch beim Publikum kein Halten mehr: Es klatschte mit und applaudierte anschließend stürmisch.

Großzügigen Applaus erhielten auch Leon Immanuel Sowa für sein Orgel-Solo, die Passacaglia von Max Reger, und das Gitarren-Ensemble der Musikschule unter der Leitung von Andreas Scheinhütte. Die vier jungen Gitarristen hatten dabei unter anderem mit einer spritzigen Interpretation des russischen Tanzes aus der Ballettsuite »Der Nussknacker« von Tschaikowski buchstäblich die Spitzenschuhe vor das innere Auge der Zuhörer gezaubert.

Die große Freude, mit der die Schüler des Mielecer Lyzeums ihr Konzert gestalteten, sei erkennbar über alle Tage des Besuchs angewachsen, sagte ihre Reisebegleiterin Anna Koziol. Das bestätigte auch Volker Hegemann, BBG-Lehrer und Organisator des Austauschs: »Die Stimmung ist gut, die Rückmeldungen sind positiv. Es wäre schön, wenn der Chor bald wiederkommen könnte.«

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