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Schülerinnen der Goethe-Realschule besuchen das Unternehmen Agoform

Kollege Roboter auf die Finger geschaut

Löhne (WB). Roboter als Helfer in der Industrie sind schon lange keine Zukunftsidee mehr. Die 30 Schülerinnen des Kurses Informationstechnische Grundbildung, kurz ITG, der Goethe-Realschule, mit dem Schwerpunkt in Roboter-Programmierung, haben am Dienstagmorgen das Zusammenspiel von Mensch und Maschine bei Agoform in Löhne genauer unter die Lupe genommen.

Eva-Lotta Dehne

Gebannt beobachten die Schülerinnen, wie der kleine Roboter die Matte ansaugt und auf einem anderen Stapel ablegt. Dieser Roboter war der erste von Agoform und wurde vor allem dazu genutzt, die Arbeit mit Robotern kennenzulernen. Schülerinnen des Kurses Informationstechnische Grundbildung der Goethe-Realschule mit dem Schwerpunkt Roboter-Programmierung haben am Dienstagmorgen das Zusammenspiel von Mensch und Maschine beim Unternehmen Agoform in Löhne genauer unter die Lupe genommen. Bei dem Besuch haben sie viele neue Eindrücke für sich gewonnen. Foto:

Alles Wissenswerte rund um die Roboter bei Agoform wurde ihnen von den vier Auszubildenden im ersten Lehrjahr – Alisa Pönnighaus, Taha El Messadi, Marc Janke und Ugurcan Pehlivan – in etwa zwei Stunden erklärt, eine Besichtigung des gesamten Betriebs inklusive. Ihr Programm hatten die Azubis selbst auf die Beine gestellt.

Agoform stellt unter anderem Besteckeinsätze, Anti-Rutsch-Matten oder auch technische Teile für Wohnwagen her. 160 Mitarbeiter, darunter zwölf Auszubildende, und diverse Roboter sorgen dafür, dass die Produktion läuft.

Maschinen erleichtern die Arbeit sehr

„Die Roboter erleichtern den Mitarbeitern die Arbeit. Und sie übernehmen Arbeit, die man nicht unbedingt machen möchte“, informierte Azubi Ugurcan Pehlivan. Dazu gehöre beispielsweise das Bekleben von den einzelnen Anti-Rutsch-Matten mit Hersteller-Etiketten, ergänzte Ausbildungskoordinator Markus Becker.

Auch verfolgten die Schülerinnen gebannt, wie in den Maschinen aus riesigen Kunststoffplatten per Thermoform-Verfahren fertige Teile für einen Wohnwagen gepresst werden. Dazu gehören beispielsweise Abdeckungen für die Stoßstange oder für Flaschenkästen.

„Für uns bietet die Aktion mehrere Vorteile. Einerseits wollen wir den Schülern den Transfer anbieten, das Gelernte auch mal in der Realität zu sehen. Andererseits müssen unsere Azubis das Ganze auch selbst lernen“, sagte Markus Becker in diesem Zusammenhang.

Pro Jahr plane man jetzt zwei Durchgänge dieses Projekts, einmal für Mädchen, einmal für Jungen. Die Jungen sollen Agoform im Sommer besichtigen. Die Azubis eines neuen Ausbildungsjahrgangs sollen sich dann immer um die Achtklässler kümmern.

In dem ITG-Kurs lernen die Schüler die Grundlagen der Programmierung. Dafür bauen sie erst einen Roboter und programmieren diesen dann selbst. „Die ersten Ergebnisse können die Schüler schnell sehen“, weiß Lehrer Onur Yaman. Zusammen mit ITG-Kursleiter Adam Bartkowiak begleitete er die Schülerinnen zu Agoform.

Benimmregeln am Arbeitsplatz

Mit der Zusammenarbeit mit Schulen wolle man unter anderem das Interesse der Schüler für das Unternehmen wecken, erklärte Becker. Ein Zukunftstag und ein Lehrprojekt, bei dem Azubis den Schülern die wichtigsten Benimmregeln am Arbeitsplatz beibringen, seien weitere Projekte der Firma.

Die 15-jährige Azra fand die Führung sehr interessant. In dem Berufsfeld sehe sie sich aber eher weniger, sagte sie. Mitschülerin Sophie (13) hat Spaß an dem Kurs an der Realschule, möchte jedoch auch in einem anderem Beruf arbeiten. „Ich finde es aber echt spannend, die Anwendung von Robotern in der Industrie zu sehen.“

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