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Zirkuskurs in Löhne fordert Teamarbeit: »Wenn einer fällt, dann fallen alle«

Kulturrucksack wird ausgepackt

Löhne (WB). Der Kulturrucksack lädt Kinder im Alter von zehn bis 14 Jahren dazu ein, in aufregende Bereiche des Zirkus, Tanzes, Beatboxen und der Kunst hineinzuschnuppern. Beim Kulturevent »Sichtbar« auf dem Britta-und-Ulrich-Findeisen-Platz machten etwa 25 Kinder der insgesamt 620 Teilnehmer am Freitagabend die Ergebnisse einzelner Kurse für das Publikum erlebbar.

Lina Sophie Möller

Jonglage lässt sich auch aus ungewohnter Position darbieten: Nele Schiffer (links) und Lenek Sundermeier zeigen mit Unterstützung ihrer Mitstreiter auf dem Findeisen-Platz, wie es geht. Foto: Lina Sophie Möller

Der 15-Jährige Luca Eickhoff leitete als Moderator wortgewandt durch das Programm. Er selbst ist seit der Gründung 2014 treuer Teilnehmer. »Jetzt bin ich leider zu alt. Auf diese Weise kann ich immer noch an dem Erlebnis teilhaben«, erzählte er. Unter den 36 Kursangeboten, die seit März in Bad Oeynhausen und Löhne laufen, waren auch sieben Veranstaltungen für Gruppen und Schulklassen.

»Jedes Jahr erneuern wir das Programm«, erklärte Veranstalterin Barbara Lübbert. Sie ist Leiterin des Jugendzentrums Riff, »So ist aus dem ›Sichtbar‹-Auftritt Yannic Wettsteins im Vorjahr dieses Jahr ein einwöchiger Zirkuskurs in den Sommerferien entstanden«, erklärte sie. Dieser Kurs stoße auf besonders viel Begeisterung.

Clowns stolpern auf die Zirkusbühne

Eine der Teilnehmerinnen war Chayenne Ludwig. Mit weißgeschminktem Gesicht, kugelrunder roter Nase und buntem Kostüm sah sie wie ein professioneller Clown aus. »Am meisten Spaß hat mir die Akrobatik gemacht. Wir haben Teamarbeit gelernt. Denn wenn einer fällt, dann fallen alle«, sagte die Zehnjährige, die bereits in der Theater-Arbeitsgemeinschaft Bühnenerfahrung gesammelt hat.

Die Clowns waren es auch, die die Show nach der Begrüßung durch Bürgermeister Bernd Poggemöller offiziell eröffneten. Sie stolperten in viel zu großen Schuhen mit Matten auf die Bühne, fielen ständig hin. Ein Clown klaute immer wieder die Matte eines anderen und es herrschte absolutes Chaos. Doch als sich die kleinen Komiker dann organisiert hatten, zeigten sie präzise und körperbeherrschte Akrobatik, von Radschlägen bis hin zu Jonglage aus Pyramiden heraus.

Breakdancer wirbeln durch die Luft

Stimmung kam auf, als die Breakdancer der Gruppe »Last Action Heroes« ihre Einlage vorführten. Gekonnt und leichthändig wirbelten die drei Jungs über den Boden, machten Überschläge und hüpften im Kopfstand über den Platz. Sie leiteten dieses Jahr auch einen Workshop.

Dozentin Viktoria Erschow gab den Zuschauern mit drei Teilnehmerinnen einen Einblick in die Welt des Zumbas. Zu modernen Liedern, wie »The Greatest« tanzten sie sportlich aktiv. Anschließend kamen die kleinen Clowns zurück auf den Platz und fütterten das Publikum großzügig mit Popcorn, nicht aber, ohne es reinzulegen und sich ab und zu selbst etwas in den Mund zu stecken.

Jonglage gepaart mit Pantomime

Nach der Pause zeigte das Duo Pan Jong, bestehend aus Dozent Yannic Wettstein und Julian Eimert, spektakuläre Jonglage, gepaart mit amüsanter Pantomime. Die Feuerspuckeinlage der Zirkuskinder erntete besonders viel Applaus. Einen Rahmen setzte die Theatergruppe der Jugendkunstschule unter der Leitung von Mira Schwarz und Christiane Stelter. Die Improvisationsgruppe, die sich durch weiße, sterile Kostüme auszeichnete, erzählte über den Abend hinweg die Geschichte einer Königin, die keine Farbe ertragen kann, doch dann durch das kunterbunte Programm umgestimmt wird.

In den Pausen gingen die Schauspieler als Walkacts umher. Außerdem wurden Musikvideoclips aus dem Rap- und Hip-Hop-Workshop gezeigt. Im Hintergrund stellten die Künstler Bilder aus, bei denen mit verschiedenen Materialien, wie zum Beispiel Stoff, Gips und Draht experimentiert wurde.

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