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Programm bis Mitte August abgesagt, Spaziergänge möglich

Löhner Rürupsmühle: Mäusejäger passen auf

Löhne (WB). Das schö­ne Gelände rund um die Rürupsmühle ist gepflegt wie immer, der Garten ist bestellt, die Hühner gackern – nur die Besucher fehlen im Fachwerkidyll. Der Verein „Vom Korn zum Brot“, der die Mühle und die Fachwerkgebäude betreut, hat alle seine öffentlichen Aktivitäten bis Mitte August abgesagt. Spaziergänge über das Areal sind aber erlaubt.

Andrea Berning

Zurzeit ein Idyll, das gern besucht werden darf: die Rürupsmühle. Alle Veranstaltungen auf dem Areal sind abgesagt. Foto: Andrea Berning

Die Absage bedeutet aber, dass alle Arbeitsvorführungen sowie auch der Plattdeutsche Gottesdienst am Pfingstsonntag sowie das Besucherangebot am Pfingstmontag, dem Deutschen Mühlentag, entfallen.

„Wir empfangen gewöhnlich große Gruppen, zwischen 60 und 100 Personen“, sagt Ulrich Flachmann vom Vereinsvorstand. Bei Vorführungen, zum Beispiel in den Fachwerkgebäuden, sei der gebotene Mindestabstand von 1,50 Metern nicht einzuhalten. Und allein die Vorstellung, sich mit 25 Kindern im kleinen Backhaus aufzuhalten – das sei derzeit einfach nicht zu machen. Flachmann ist sich auch noch nicht sicher, ob es Ende August an der Rürupsmühle wieder weitergehen kann.

Katzen und Hühner gehen auf Jagd

Das bedeutet aber nicht, dass die Vereinsmitglieder untätig sind. Das Areal ist gut gepflegt, und der Gemüsegarten ist bereits bestellt. Die Mitglieder kümmern sich um die Hühner und zwei Katzen, die neu an der Rürupsmühle eingezogen sind.

Die scheuen Wesen aus dem Tierheim halten die Mäuse und Ratten von der Roggenernte fern. Ulrich Flachmann: „Das sind sozusagen Corona-Katzen, die halten Abstand.“ Sie würden regelmäßig gefüttert, ließen sich aber nicht streicheln. Wenn Besucher kommen, verschwinden sie durch das Katzenloch am Kamin, das früher jedes Bauernhaus hatte, erklärt Flachmann.

Arbeiten wie vor über 100 Jahren

Der Verein musste tätig werden, weil Mäuse und Ratten den Roggen, der von den Vereinsmitgliedern nach alter Art gedroschen wird, im vergangenen Jahr fast völlig vertilgt hatten. Die neuen Haustiere hätten dafür gesorgt, dass das aufhört, so Flachmann.

Der Verein „Vom Korn zum Brot” sieht seine Hauptaufgabe darin, den Besuchern das Leben auf dem Lande und wesentliche bäuerliche Arbeiten aus der Zeit von vor mehr als 100 Jahren nahezubringen.

Im aktiven Mitmachen liege der Reiz für die Besucher. Das erfolge – wie viele Besucher und besonders Schulklassen es kennen – durch den Weg „Vom Korn zum Brot“: Dreschen mit Dreschflegeln – Reinigen in der Kornwanne – Mahlen in der Mühle – Backen im Backhaus. All diese Aktivitäten dürfe der Verein zur Zeit nicht vorführen, und auch Bewirtungen seien nicht möglich. „Die Corona-Pandemie mit den erforderlichen Schutzvorgaben hindert uns daran“, sagt Ulrich Flachmann.

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