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Anträge aus Planspiel »Pimp Your Town« im Planungs- und Umweltausschuss in Löhne

Politik berät über Ideen von Schülern

Löhne (WB). Schnelleres Internet durch Glasfaserausbau oder Energie aus der Erdwärme beziehen – im vergangenen Jahr haben Jugendliche aller Löhner Schulen beim Planspiel »Pimp Your Town!« ihre Ideen in Form von 18 Anträgen formuliert, damit sie von der Kommunalpolitik aufgegriffen werden. Sieben dieser Anträge werden heute während der Sitzung des Planungs- und Umweltausschusses von 18.30 Uhr an im Rathaus diskutiert.

Lydia Böhne

Jeremy Tölle (16, links) und Leon Kelle (15) haben 2018 am Planspiel »Pimp Your Town!« teilgenommen und Ideen zur Verbesserung des Lebens in Löhne generiert. Bevor ihre Anregungen heute Abend im Planungs- und Umweltausschuss diskutiert werden, haben sie sich in einer Fraktionssitzung der Grünen mit der Fraktionsvorsitzenden Silke Glander-Wehmeier (Mitte) getroffen. Foto: Lydia Böhne

Insgesamt hatten die Schüler an zwei Planspieltagen des Projektes, das Kommunalpolitik veranschaulichen soll, 80 Anträge formuliert. In einer Abschlussveranstaltung im Sitzungssaal des Rathauses hatten sie in einer fiktiven Ratssitzung über 18 Finalisten abgestimmt, die an die Kommunalpolitiker weitergeleitet wurden.

»Sieben Anträge wurden bereits in Ratssitzungen abgearbeitet«, berichtet Silke Glander-Wehmeier. Die Fraktionsvorsitzende der Grünen hatte das Planspiel als Patin begleitet und ist enttäuscht, dass das Projekt nun einfach so ausläuft. »Ich finde, man hätte die Schüler mit in die Diskussion einbinden sollen, indem man sie zu den jeweiligen Ausschusssitzungen einlädt«, erläutert die Fraktionsvorsitzende. Zwar war dieser Vorschlag von ihr in einer vorangegangenen Sitzung positiv aufgenommen worden. Doch Einladungen erfolgten nicht.

Anträge werden im Ausschuss beraten

Aus diesem Grund habe sie die Antragsteller ausfindig gemacht und sie zu Fraktionssitzungen ihrer Partei eingeladen. Viele Schüler hätten diese Einladung angenommen und mit den Fraktionsmitgliedern diskutiert.

Am Donnerstag, 21. Februar, stehen im Planungs- und Umweltausschuss neben fünf weiteren Anträgen des Planspiels auch die Anträge von Jeremy Tölle (16), Schüler des Städtischen Gymnasiums Löhne (SGL), und Leon Kelle (15), Schüler der Goethe-Realschule (GRS), als Beschlussvorlagen auf der Tagesordnung. Jeremy Tölle hatte angeregt zu prüfen, ob Löhne als Standort geeignet ist, um erneuerbare Energien durch die Nutzung von Erdwärme, auch Geothermie genannt, zu generieren. Dass der daraus formulierte Beschlussvorschlag lediglich eine beratende Informationsveranstaltung für private Bauherren und Eigentümer vorsieht, verfehlt jedoch die eigentliche Idee des Schülers.

»Wir haben in der Zwischenzeit selbst von der Energieagentur NRW eine kostenlose stichprobenartige Potenzialanalyse von sechs Standorten im gesamten Stadtgebiet erstellen lassen«, erläutert Silke Glander-Wehmeier. »Die Werte sind gut bis überdurchschnittlich. Aus einer 100 Meter tiefen Bohrung können mindestens 13.000 Kilowattstunden Wärme pro Jahr gewonnen werden. Damit ersetzt man pro Jahr fast 1300 Liter fossiles Heizöl«, erläutert Jeremy Tölle.

Stadt soll Vorbild sein

Silke Glander-Wehmeier sieht die Stadt Löhne in der Rolle als Vorbild. »Jetzt wo Löhne auf dem Weg dahin ist, eigene Stadtwerke zu gründen, könnte man doch ein Pilotprojekt starten«, fügt die Fraktionsvorsitzende hinzu. Die Grünen wollen deshalb einen erweiterten Antrag stellen, der prüfen soll, in wie fern eine Verbindung von Geothermie, künftigen Stadtwerken oder anderen städtischen Liegenschaften möglich wäre. Berücksichtigt werden müssten außerdem die umliegenden Wasser- und Heilquellenschutzgebiete.

Einen flächendeckenden Glasfaserausbau in Löhne wünscht sich Leon Kelle. »In den nächsten Jahren werden wir immer mehr mit Computern arbeiten. Dafür brauchen wir eine zukunftssichere Technologie«, erläutert der Zehntklässler. Aktuell liege Deutschland laut Leon Kelle im internationalen Vergleich weit zurück. »Im August 2017 ist bereits ein Antrag auf Förderung gestellt und bewilligt worden. Außerdem hat das Land eine Co-Förderung zugesichert«, sagt Silke Glander-Wehmeier. An der Ausschreibung arbeite man, die Auftragsvergabe stehe allerdings noch aus. »Wir werden uns im Ausschuss nach dem Status erkundigen«, fügt sie hinzu.

Schülervorschläge

In einem der Beschlussvorschläge geht es um die Verschönerung des Löhner Bahnhofs. Mit einem Sponsorenlauf, an dem alle Bürger teilnehmen können, soll Geld gesammelt werden, um das Gebäude aufzuwerten. »Wir werden einen Antrag stellen, dass hierfür das Werretalstadion zur Verfügung gestellt wird und die Spendenmittel an den Verein ›Löhne umsteigen‹ fließen«, ergänzt Silke Glander-Wehmeier. Ein anderer Vorschlag bezieht sich auf kostenloses W-LAN.

Die Wirtschaftsförderung prüft bereits gemeinsam mit der Werbegemeinschaft der Löhner Einzelhändler Umsetzungsmöglichkeiten eines »Freifunks« im Bereich zwischen Bahnhof, Busbahnhof und dem unteren Bereich der Lübbecker Straße. Durch eine Pflanzaktion anlässlich des 50-jährigen Stadtjubiläums könnte das Grundstück »Im Bruch 2« bald mit Obstbäumen bepflanzt werden. Als Paten könnten Bürger einen Baum spenden und selbst pflanzen. Ein anderer Vorschlag setzt sich für mehr und bessere Fahrradwege ein. Die Prüfung für Verbesserungsmöglichkeiten wird Teil des Mobilitätskonzeptes sein. Ein letzter Beschlussvorschlag thematisiert die Verbesserung des Busverkehrs.

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