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Umfangreiche Sanierung an Heilandkirche in Siemshof soll mehr als 100.000 Euro kosten

Renovierungen dringend notwendig

Löhne-Mennighüffen (WB). Die Heilandkirche Siemshof wird in diesem Jahr 65 Jahre alt. Damit ist es an der Zeit für einige aufwändige Renovierungen. Mehr als 100.000 Euro sollen noch in diesem Jahr dafür investiert werden. Hauptkostenfaktor ist ein neues Dach. Kirchmeister Willi Brinker gibt einen Überblick über die notwendigen Arbeiten.

Gabriela Peschke

Das Geläut, das aus vier Glocken besteht, bekommt ein neue elektrische Schaltung. Mit ihren 23 Registern sorgt die 1970 eingeweihte Steinmann-Orgel seit beinahe 50 Jahren für klangvolle Begleitung der Gottesdienste. Foto: Gabriela Peschke

»Als Konfirmand habe ich selbst noch mitgeläutet – von Hand versteht sich«, sagt Wilhelm Brinker. Er steht im Turm der Siemshofer Heilandkirche und zeigt auf das Glockengestühl. »Aber mit der vierten Glocke kam die elektrische Schaltung. Das war 1962«, ergänzt der nunmehr fast 70-jährige Kirchmeister.

Vor 60 Jahren wurde »Markus« als erste Glocke eingeweiht, es folgten »Johannes«, »Lukas« und »Matthäus«. Seither läuten die »Siemshofer Evangelisten« zu allen Gottesdiensten und Feierlichkeiten nach Plan, denn die derzeitige Schaltung ist programmierbar.

Geläut erhält zeitgemäße Schaltung inklusive Fernbedienung

Altpresbyter Wilfried Kramer ist »Herr der Glocken« und hat ehrenamtlich schon lange ein Auge darauf, dass alles zuverlässig funktioniert. Doch nun zeigt sich Handlungsbedarf: »Bei den Wartungsarbeiten haben die Monteure schon mehrmals angeregt, die bisherige Schaltung durch eine zeitgemäßere Anlage zu ersetzen«, erzählt Willi Brinker. Denn bisher muss immer noch manuell das Läutwerk abgestellt werden, wenn die Uhrzeit nicht vorhersehbar ist, so bei Beerdigungen und Taufen. Das soll mit der neuen Anlage besser werden – denn die wird sogar eine Fernsteuerung enthalten.

»Das Kreiskirchenamt hat schon seine Unterstützung signalisiert, ein Termin für die Umrüstung steht aber noch nicht fest«, fügt Brinker hinzu. Kosten von 10.000 Euro seien derzeit dafür im Gespräch.

Feuchtigkeit sorgt bei Orgel für Schimmelbefall

Wie das Geläut, so ist auch die klangstarke Steinmann-Orgel aus der Heilandkirche nicht wegzudenken. Doch das Traditionsins­trument, seit 1970 in Betrieb, hat nun Schimmel angesetzt. Zwar sei die Stimmung der Orgel in regelmäßigen Abständen überprüft worden, aber das Feuchtigkeitsproblem sei neu. »Das ist irgendwo tief drinnen, man hat es erst kaum bemerkt«, erläutert Willi Brinker besorgt.

Da immer einzelne Pfeifen ausgebaut und instand gesetzt werden könnten, bleibe die Orgel aber während der Renovierung weitgehend bespielbar. »Für den Notfall haben wir  immer noch unser Orgelpositiv«, fügt Brinker hinzu.

Doch bevor die Orgel renoviert werden kann, stehen Instandsetzungen im Innenraum des Kirchenschiffes an. Der Putz bröckelt an einigen Stellen, Wände zeigen leichte Risse. Und noch vor diesen Arbeiten muss ein weiteres Großprojekt geschultert werden: die Renovierung des Kirchdachs.

Umfangreiche Sanierung des Daches notwendig

»Die Dachpfannen sind inzwischen auch 65 Jahre alt und müssen dringend erneuert werden«, erläutert der Kirchmeister. Damit einher geht auch ein neuer Unterbau aus Dachlatten und Plane. Auch dieses Projekt, das weiß Brinker, kann die Gemeinde nur meistern, wenn das Kreiskirchenamt sich beteiligt.

»Voraussichtlich liegen wir im kleineren sechsstelligen Bereich mit dieser Investition«, vermutet er. Derzeit liefen die Ausschreibungen, im Herbst soll die Entscheidung fallen, in die auch das Landeskirchenamt einbezogen ist.

Terrasse am Gemeindehaus soll im Juli fertig sein

Wie gut, dass angesichts aller anstehenden Maßnahmen ein Projekt schon kurz vor dem Abschluss steht: Stolz zeigt Willi Brinker die »neue« Terrasse vor dem Gemeindehaus, die anlässlich des Krellfestes im Juli fertiggestellt sein soll. Brinker, dessen Großonkel als Besitzer des Brinker-Hofes seinerzeit das Kirchgelände gespendet hat, ist mit seiner Gemeinde tief verbunden, nicht zuletzt über fast zwei Jahrzehnte Mitarbeit im Presbyterium. »Wenn wir ein Jahr weiter sind, ist das alles geschafft«, sagt er hoffnungsvoll.

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